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«Kirche mit* den Frauen» - der SKF begleitete die Pilgerinnen auf der letzen Etappe

Es ging über Schnee und Eis, vielfach durch Regen und Schlamm und nun auf den letzten Kilometern brennt die Sonne unerbittlich auf uns nieder. Ein langer, ein anstrengender Weg - der Weg vieler Frauen in der Kirche.

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Es war ein emotionaler Moment, am 27. Juni, als wir den Stadtrand von Rom erreichten und mit dem Petersdom das Ziel der Pilgerreise am Horizont zu erkennen war. Über 1000 Kilometer haben sie in den Füssen: Hildegard Aepli, Esther Rüthemann, Franz Mali, Claire Renggli, Mariette Mumenthaler, Silvia Letsch, Cäcilia Koller, Theres Steger und Ursula Höfs. Es ging über Schnee und Eis, vielfach durch Regen und Schlamm und nun auf den letzten Kilometern brennt die Sonne unerbittlich auf uns nieder. Ein langer, ein anstrengender Weg - der Weg vieler Frauen in der Kirche. Für uns als SKF-Gruppe ist es eine Freude und eine Ehre, die Pilgerinnen auf ihrer letzten Etappe zu begleiten und zu erleben, was unterwegs alles geschehen kann an Zuspruch und Verbundenheit, an Blasen, Durst und Müdigkeit. Körper sind wir, so Tonja Jünger in ihrem Morgenimpuls, abhängig von Pflege, Nahrung, Beziehungen, verletzlich und von Gott liebevoll geschaffen…

Apostelinnen und eine Bischöfin

In den nächsten Tagen stossen wir immer wieder auf Frauen: Auf Pilgerinnen, die das Schildchen Kirche mit* tragen, auf Szusza aus Ungarn und Inese aus Lettland (von Andante) und auf frühchristliche Frauen, von denen wir kaum je etwas gehört haben; auf Petronilla, die Tochter des Petrus und Flavia Domitilla, die den Christen Land schenkte, auf Praxedis und Pudentiana, die in der Apsis der Kirche Santa Prassede als Apostelinnen präsentiert werden und dann ist da noch die Theodora Episcopa, die «Bischöfin Theodora». Welche (heiligen) Frauen spielten eine wichtige Rolle in unserem Leben? Wie begegnet mir die weibliche Seite Gottes? Wie stehen wir zur Macht? Macht Macht uns Angst?

Die Arbeit und die Verantwortung mit den Frauen teilen

«Dass wir nicht nur die Arbeit mit den Frauen teilen, sondern auch die Verantwortung», so formuliert Franz Mali, von Anfang an im Projekt Kirche mit den Frauen engagiert und Priester, ganz persönlich seinen Wunsch an die katholische Kirche. Auch er trug immer wieder für einen Tag den Beutel mit den vielen Anliegen, die Frauen und Männer dem Pilgerteam mit auf den Weg gegeben haben. Das Projekt ist offen formuliert und stellt keine konkreten Forderungen wie beispielsweise das Priesteramt für die Frauen. Trotzdem ist es radikal: «Wir wünschen uns, dass Männer der Kirche in Zukunft nicht mehr ohne Frauen über deren Stellung, Rolle und Funktion nachdenken. Und nicht mehr ohne Frauen über die Belange der Kirche entscheiden.» Franziskus zeigt als erster Papst ein Bewusstsein dafür, dass etwas falsch läuft in der Kirche mit den Frauen. Er will den Frauen Räume eröffnen. Hoffen wir, es sind Räume der Gleichstellung und keine abgesonderten Räume alleine für Frauen. Sonderlösungen werden die Kirche nicht weiter bringen, notwendig ist endlich Gerechtigkeit unter den Geschlechtern. Ruft Papst Franziskus tatsächlich eine Kommission für das Diakonat der Frau ein, kann er einen konkreten Schritt tun und eine adäquate Vertretung der Frauen verlangen. 

Eine gewisse Enttäuschung

Es war eine gewisse Enttäuschung da am 2. Juli im Petersdom, dass es zu keiner Begegnung der 500 versammelten Männer und Frauen mit dem Papst kam. Doch das Projekt Kirche mit den Frauen hat Zeichen gesetzt. Es hat vieles geschaffen in diesen letzten Monaten, was bleibt: die Litanei «Kirche mit den Frauen», eine Vernetzung in der Schweiz und darüber hinaus, Freundschaften und nicht zuletzt hat es vielfältig bestärkt.

Entscheiden werden schliesslich die Männer. Deshalb überlasse ich das Schlusswort gerne Franz Mali: «Liebe Männer in der katholischen Kirche, habt keine Sorge, habt keine Angst, sondern ihr dürft Vertrauen haben. So wie es unser Pilgerlied zum Ausdruck bringt: Vertrauen ist ein Schritt, Vertrauen ist Schritt für Schritt, Vertrauen ist Gehen, immer Weitergehen.»

Angela Büchel Sladkovic