Was kann ich tun?

Es gibt viele Möglichkeiten, die eigene Betroffenheit in Taten umzusetzen. Sei es:

  • ein Kaffee-und-Kuchen-Nachmittag im Asylzentrum
  • Deutschunterricht
  • ein Spieltag für Kinder
  • eine Podiumsdiskussion mit Flüchtlingen
  • Wohnraum für Flüchtlinge bereitstellen

und vieles mehr.

Wichtige Fragen zur Vorbereitung:

  • Was äussern die Flüchtlinge selbst für Wünsche und Bedürfnisse?
  • Gibt es bestehende Angebote für Flüchtlinge mit Wohnort in der Region?
  • Von was wird abgeraten (z.B. von Kleiderlieferungen direkt an die Zentren)?
  • Gibt es ein Asylzentrum in der Umgebung?
  • Und wenn ja, welche Angebote haben die Asylsuchenden vor Ort?
  • Was halten die Asylsuchenden von diesen Angeboten?
  • Möchte ich mich als Einzelperson in bestehende Projekte einbringen oder zusammen als Ortsverein?
  • Oder wollen wir ein weiteres Angebot organisieren, vielleicht auch in Zusammenarbeit mit anderen Organisationen?Konkrete Ideen für Projekte gibt es z.B. auf den Websites von Caritas und vom Flüchtlingsmanifest.


Kirche und Flüchtlinge

Papst Franziskus hat am 6. September 2015 jede Pfarrei, jede Gemeinschaft, jedes Kloster und jeder Wallfahrtsort dazu aufgerufen, eine Flüchtlingsfamilie aufzunehmen. Seinem Aufruf wird auch in der Schweiz gefolgt: Die Bistümer St. Gallen, Chur und Basel planen konkrete Schritte zur Unterbringung von Flüchtlingen. Das ökumenische Netz namens KircheNordSüdUntenLinks hat ein Manifest zur Migrationspolitik verfasst. Unter www.migrationscharta.ch kann es gelesen sowie unterzeichnet werden.


Was machen andere Ortsvereine?

Die Frauengemeinschaft Nottwil organisierte 2013 für ein halbes Jahr ein Begegnungsangebot für Asylsuchende. In dieser Zeit gab es in Nottwil eine befristete Asylunterkunft des Bundes. Jeden Mittwoch- und später auch jeden Freitagnachmittag trafen sich über 20 Frauen und Männer aus Nottwil und Umgebung mit Personen aus dem Asylzentrum. Es wurden Gesellschaftsspiele gespielt, musiziert, gesungen, diskutiert, gemalt, Fussball, Tischtennis und Beachvolleyball gespielt, selbstgemachter Kuchen gegessen, Spaziergänge unternommen und vieles mehr. An diesen Nachmittagen fanden interessante und berührende Begegnungen mit den Menschen statt. Die Frauengemeinschaft Nottwil ruft uns alle dazu auf, mutig zu sein und ein Stück aufeinander zuzugehen als Zeichen der Menschlichkeit und der Solidarität. Weitere Infos zum Projekt gibt es hier.


Wussten Sie, dass ...

  • weltweit eine von 122 Personen auf der Flucht ist (59.5 Millionen Menschen).
  • ... Entwicklungsländer 86% aller Asylsuchenden beherbergen.
  • ... der Libanon im Vergleich zur Landesbevölkerung weltweit am meisten Flüchtlinge beherbergt (232 Flüchtlinge pro 1000 EinwohnerInnen).
  • … in der Schweiz 7 Flüchtlinge pro 1000 EinwohnerInnen leben.
  • … 2014 in der Türkei über 500'000 Flüchtlinge und in allen EU-Staaten zusammen 264‘000 Flüchtlinge um Asyl fragten.  
  • ... in der Türkei in absoluten Zahlen am meisten Flüchtlinge leben (1.59 Millionen), gefolgt von Pakistan und dem Libanon. 
  • ... 57% aller Flüchtlinge weltweit zum Zeitpunkt der Auswertung Ende 2014 von den folgenden zehn Ländern beherbergt wurden: Türkei, Pakistan, Libanon, Iran, Äthiopien, Jordanien, Kenia, Tschad, Uganda und China.
  • ... über die Hälfte aller Flüchtlinge aus den folgenden drei Ländern stammen: Syrien, Afghanistan und Somalia.
  • ... der Krieg in Syrien die mittlerweile weltweit grössten Fluchtbewegungen verursacht hat.
  • ... 1999 mehr als doppelt so viele Asylsuchende in der Schweiz waren als 2014.
  • ... seit 1981, als das neue Asylgesetz in der Schweiz in Kraft getreten ist, bis jetzt zehn verschärfende Revisionen vorgenommen wurden.