Medienmitteilung

01. Dezember 2017

Gegen fundamentalistische Polemik aus Chur

Die Allianz "Es reicht!" protestiert gegen ein Schreiben des Churer Bischofs Vitus Huonder zum diesjährigen Menschenrechtstag.

Am internationalen Tag der Menschenrechte, am 10. Dezember, wird jedes Jahr daran erinnert, dass die "Allgemeine Erklärung der Menschenrechte" von 1948 ein sehr kostbares Gut ist und dass Menschenrechte immer wieder gefährdet sind, dass sie oft missachtet werden. Mehrere Päpste, viele Bischöfe und unzählige Christinnen und Christen reihten sich deshalb ein bei "allen Menschen guten Willens", um gemeinsam für die Würde jedes Menschen einzustehen.

Zum diesjährigen Menschenrechtstag hat der Churer Bischof Vitus Huonder ein Schreiben publiziert, das sich dem Gender-Mainstreaming widmet. Er hat dazu die deutsche Kolumnistin Birgit Kelle "gebeten, einen exklusiven Text für das Bistum Chur zum Tag der Menschenrechte 2017 zu verfassen", wie Huonder im Vorwort schreibt. Er möchte damit "der Abwehr einer grossen Gefahr für die Menschheit" dienen. Was so grossmundig angekündigt wird, erweist sich dann als eine üble Polemik gegen die Menschenrechte und gegen Toleranz. In bester fundamentalistischer Manier – wir wissen absolut was Gott gefällt“ – wird angeschrieben z.B. gegen Kinderrechte, gegen die Gleichstellung der Geschlechter. Homosexuellen wird zudem eine Neigung zu Kinderhandel unterstellt.

Dagegen protestiert die Allianz «Es reicht!» in aller Deutlichkeit. Die Allianz «Es reicht!» ruft alle Seelsorgerinnen und Seelsorger im Bistum Chur auf, die Menschenrechte zu würdigen und dieses fundamentalistische Schreiben im Gottesdienst nicht zu erwähnen.

Für eine konstruktive christliche Herangehensweise empfehlen wir die Aktion der drei Landeskirchen zum Menschenrechtstag,  "16 Tage gegen Gewalt an Frauen", "Let's talk about gender“ (www.aboutgender.ch) oder die Informationskampagne www.schutzfaktor-m.ch

Für weitere Informationen stehen Mitglieder des Koordinationsteams nach Möglichkeit zur Verfügung:

Simone Curau-Aepli, 076 430 37 69, simone.curau@frauenbund.ch

Markus Heil, 079 207 89 87, markus.heil@kath.ch

Hier geht es zum Gender-Comic "Let's talk about gender"