Medienmitteilung

08. Februar 2017

Übergabe der Petition an Nuntius Thomas E. Gullickson

Am 6. Februar 2017 hat da Koordinationsteam der Allianz „Es reicht!“ Nuntius Thomas E. Gullickson die Petition „Gemeinsam für einen Neuanfang im Bistum Chur!“ und einen Brief an Papst Franziskus zur Weiterleitung übergeben.

Die rund 2'600 Unterschriften fordern, nach dem bevorstehenden Rücktritt von Bischof Vitus Huonder vorläufig auf die Wahl eines Nachfolgers zu verzichten. Stattdessen soll der Vatikan einen Administrator einsetzen, der die Situation im Bistum befrieden und neues Vertrauen schaffen kann.

Das nahezu zwei Stunden dauernde Gespräch auf der Nuntiatur in Bern hat klar gemacht: Erzbischof Gullickson will dem Churer Domkapitel eine Dreierliste vorlegen, aus der es eine Wahl treffen kann. Die Einsetzung eines Administrators lehnt Gullickson ab. Für das Koordinationsteam der Allianz wurde deutlich, dass er die desolate Situation im Bistum Chur viel zu wenig ernst nimmt und die nachkonziliäre Entwicklung der Schweizer Kirche und eine zeitgemässe Pastoral äusserst kritisch beurteilt. Die sehr pessimistische und einseitige Sicht Gullicksons von der Kirche Schweiz hat die Gesprächsdelegation regelrecht erschreckt. Ebenso seine Umschreibung der Kirche Schweiz als "dysfunktionale Familie", in der sich kaum jemand um Verständigung bemühe und deren Mitglieder den rechten Glauben gering schätzten.

Die Allianz "Es reicht!" ist vor dem Hintergrund des Gesprächs in höchstem Masse über die Zukunft der Diözese Chur besorgt. Die Stimme des Nuntius darf nicht die einzige Stimme bleiben, die Papst Franziskus aus der Schweiz zu hören bekommt. Die Kirche Schweiz hat viele Impulse des Zweiten Vatikanischen Konzils in guter Weise übernommen und umgesetzt.

Die Allianz bittet darum alle Landeskirchen und Synodalräte, mit eigenen Schreiben an den Papst zu gelangen, ihn über die seit einem Vierteljahrhundert völlig verfahrene Situation zu informieren, die im Wesentlichen die erzkonservativen Bischöfe Haas und Huonder zu verantworten haben, und sich für die Einsetzung eines Administrators auszusprechen.

Und die Allianz fordert die Schweizer Bischöfe und die Bischofskonferenz mit Nachdruck auf, ihre grosse Verantwortung in Sachen Bischofswahl wahrzunehmen, bevor es zu spät ist. Noch hoffen Tausende von Menschen auf einen Neuanfang für das Bistum Chur. Auf eine neue Leitung, die Brücken zu bauen vermag, die Vertrauen schafft, die die Seelsorgenden ermutigt und den Menschen nahe ist. Lassen wir gemeinsam nichts unversucht, dass sich diese Hoffnung endlich erfüllt.

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Allianz «Es reicht!»

Basisgruppen-Bewegung Schweiz, Bündnerinnen und Bündner für eine glaubwürdige Kirche BBGK, FrauenKirche Zentralschweiz, Herbert-Haag-Stiftung für Freiheit in der Kirche, Katholische ArbeitnehmerInnen-Bewegung KAB, Komitee aus dem Urnerland «Nicht mit uns, Herr Bischof Vitus Huonder!», Kreuz & Queer durch Zürich, Pfarrei-Initiative, SKF Schweizerischer Katholischer Frauenbund, Theologische Bewegung für Solidarität und Befreiung TheBe, Verein tagsatzung.ch, ZöFra Verein der vom Zölibat betroffenen Frauen