Skip to navigation (Press Enter) Skip to main content (Press Enter)

Thaya hat Angst

Dr. Thaya Thiagarajah lebt in Sri Lanka. Als lokale Leiterin eines Elisabethenwerk-Projektes begleitet sie tamilische Frauen bei der Bewältigung von Kriegstraumata. Das «Centre for Holistic Healing» unter Thayas Leitung arbeitet seit 2010 mit dem Elisabethenwerk zusammen.

«A lot of tension all over the country»

Thaya ist Trauma-Therapeutin. Und Christin. In einem Land, dessen Bevölkerung durch die jüngsten Anschläge durch islamistische Terroristen auf Christinnen und Christen erschüttert ist. Sie weiss, was Kriege in der Seele anrichten. Auch sie musste damals während des 26-jährigen Bürgerkriegs flüchten. In Mails an die Programmverantwortliche der Elisabethenwerk-Projekte in Indien und Sri Lanka, Damaris Lüthi, beschreibt Thaya die Situation vor Ort.

«I get reminded of the war in the North»

Der Bürgerkrieg hinterliess damals eine traumatisierte Gesellschaft und 40'000 Kriegswitwen. Seit 2009 ist er vorbei, doch die Probleme, die dem Konflikt zwischen Singhalesen, Tamilen und Muslimen zugrunde liegen, sind nicht gelöst. Die jüngsten Anschläge befeuern die Spannungen. Das Misstrauen ist gross.

«Once again we live with fear and suspicion»

Thaya hat Angst. Am Morgen des Ostersonntags explodierten die Bomben. Tote. Vermisste. Verletzte. Beim Anblick von geparkten Autos oder herrenlosem Gepäck komme Panik auf. Thaya erinnert sich an die Granatfeuer im Bürgerkrieg. Auch die Muslime haben Angst. Angst davor, für die Anschläge der Islamisten büssen zu müssen. Bereits einen Tag nach den Anschlägen zogen Mobs durch die Strassen von Negombo und vertrieben muslimische Geflüchtete aus ihren Häusern. Muslimische Institutionen und Moscheen werden rund um die Uhr bewacht.

«Please share this with others»

Thaya macht weiter. Seit Ende April hat das Trauma-Zentrum wieder geöffnet. Überall Sicherheitskontrollen. Vor Kirchen, Moscheen, Schulen und Spitälern. Handtaschen werden durchwühlt, Strassen gesperrt, Körper abgetastet. Erneut leben wir in Angst und Misstrauen, beschreibt Thaya. Sie will, dass die Welt erfährt, was in Sri Lanka vor sich geht.

Wir hoffen, dass die Anschläge vom 21. April 2019 Sri Lanka nicht weiter spalten. Wir gedenken der Toten, Verletzten und Vermissten und ihrer Familien. Wir solidarisieren uns mit den Menschen Sri Lankas und hoffen, dass sie Frieden und Versöhnung finden.

Erfahren Sie mehr über das Elisabethenwerkprojekt in Zusammenarbeit mit Dr. Thaya Thiagarajah.

 

Einen Kommentar schreiben

Kommentare

Keine Kommentare