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Gendersensible Sprache im SKF

Der SKF macht die Vielfalt der Geschlechter neu sprachlich in Form des Gender-Doppelpunkts sichtbar. Neu schliesst der SKF neben Männern und Frauen auch Menschen mit non-binären Geschlechtsidentitäten ein, also Menschen, die sich nicht mit den Kategorien «Frau» oder «Mann» identifizieren.

Das Wichtigste in Kürze

  • Der SKF bekennt sich zur Vielfalt der Geschlechter.

  • Neu werden auch non-binäre Menschen sprachlich inkludiert. 

  • Bisher bildete der SKF deshalb in seiner Kommunikation sprachlich gezielt Frauen und Männer ab und legte grossen Wert darauf, Frauen angemessen zu repräsentieren. Dies ist weiterhin der Fall, wenn explizit Frauen gemeint sind.

  • Auf das Sternchen hinter «Frau» und «Mann», das trans Menschen sprachlich inkludieren soll, verzichtet der SKF. Diese Scheibweise impliziert, dass beispielsweise trans Frauen keine Frauen, sondern Frauen* sind. Also nur uneigentlich Frauen. Mit «Frauen» beziehen wir uns auf Personen, die sich ganz oder teilweise weiblich identifizieren, als Mädchen/Frauen gelesen und/oder als Frauen sozialisiert wurden. Mit dieser Definition schliessen wir explizit Transpersonen sowie inter- und cisgeschlechtliche Frauen ein.

  • Für den SKF gelten alle Menschen als Frau oder Mann, die sich als solche identifizieren und von ihren Mitmenschen als weiblich oder männlich wahrgenommen werden möchten. Dazu zählen trans Frauen und trans Männer, deren Geschlechtsidentität nicht mit dem Geschlecht übereinstimmt, das sie bei ihrer Geburt zugewiesen bekamen.

Was sind non-binäre Geschlechtsidentitäten?

Es gibt Menschen, die sich nicht in den Kategorien «Frau» oder «Mann» repräsentiert sehen und sich nicht ausschliesslich und/oder dauerhaft als männlich oder weiblich identifizieren. Diese Geschlechtsidentität wird als non-binäres Geschlecht bezeichnet. Non-binäre Menschen können oder wollen sich nicht in das herkömmliche, streng zweigeteilte Geschlechtersystem einordnen. Es gibt viele verschiedene Asprägungen des non-binären Geschlechts, weswegen wir von non-binären Geschlechtsidentitäten (Plural) sprechen. 

Anleitung zu gendersensibler Sprache

Der SKF sieht im Gebrauch gendersensibler Sprache ein wichtiges Instrument, um die Geschlechtervielfalt sichtbar zu machen und angemessen zu repräsentieren. Sprachwissenschaftler:innen gehen davon aus, dass Sprache unsere Vorstellung von der Welt und dadurch unsere soziale Wirklichkeit prägt. Für Menschen existiert somit nur, was was auch benannt und ausgesprochen wird. Durch eine sorgsame und respektvolle Verwendung von Sprache und Bildern, lassen sich stereotype Rollenbilder im Kopf und in Texten aufbrechen. Beim geschlechterneutralen Sprachgebrauch, dem so genannten «gendern», geht es um Wertschätzung, Respekt und ein gleichberechtigtes Miteinander. Die Anleitung zu gendersensibler Sprache sensibilisiert und informiert. Mit einer Prise Offenheit, Neugierde und Kreativität sind die darin enthaltenen zehn Tipps für gendersensible Sprache kinderleicht umsetzbar.

Geschlechtervielfalt anerkennen

Wenn über Gruppen gesprochen wird, die aus Männern und Frauen bestehen, wird im Deutschen meist die männliche Variante, das generische Maskulinum benutzt, eine Bezeichnung, die für alle stehen soll. Aber Sprache erschafft Bilder im Kopf, prägt unser Denken und unsere Vorstellung von der Welt. Bei den Worten «Erzieher», «Politiker» oder «Sportler» denken Leser:innen gerade wahrscheinlich nicht an Frauen. Wer eine männliche Berufsbezeichnung liest oder hört, denkt unweigerlich an einen Mann, haben Studien ergeben. Das macht nicht nur Frauen sprachlich unsichtbar, es verschleiert auch die Existenz anderer Geschlechter. Um dieses Prinzip aufzubrechen, wird im gendersensiblen Sprachgebrauch zwischen die männliche und die weibliche Endung ein Sonderzeichen geschoben. Es gibt verschiedene Varianten der gendersensiblen Sprache. Der SKF hat sich für den Gender-Doppelpunkt entschieden.

Der Gender-Doppelpunkt

Der Gender-Doppelpunkt ist die neueste Form der gendersensiblen Schreibweisen und gehört zu den so genannten mehrgeschlechtlichen Schreibweisen, da er alle Geschlechter umfasst. Das typographische Zeichen wird nach dem Wortstamm und vor die weibliche Endung gesetzt (Student:innen, Mitarbeiter:innen). Er erfüllt diesselbe Funktion wie das Gendersternchen (Student*innen)

  • fügt sich aber unauffälliger ins Schriftbild als das Gendersternchen
  • bringt die beiden Wortteile wieder näher aneinander
  • gilt als leser:innenfreundlicher als das Gendersternchen
  • ist für sehbehinderte Menschen und Screenreader besser zu lesen

Übrigens: Wer auch gendersensibel sprechen will, macht eine kleine Pause zwischen Wortstamm und Endung, also genau dort, wo der Doppelpunkt steht. Diese Pause heisst Glottisschlag.

nicht-gendersensibel formuliert

Krankenschwestern sind Hilfskräfte des Arztes und helfen bei der Versorgung der Patienten.

  • «Krankenschwestern» suggeriert, der Beruf würde nur von Frauen ausgeübt
  • Männliches Pflegepersonal wird ausgeschlossen
  • Der Satz spricht nur von männlichen Patienten
  • Die Vielfalt der Geschlechtsidentitäten wird ignoriert
  • nicht-männliche Mediziner:innen unsichtbar
  • Machtverhältnis zementiert Geschlechtersterotypen der «dienenden Frau» und dem «führenden Mann»

gendersensibel formuliert

Pflegefachpersonen arbeiten mit Mediziner:innen zusammen und kümmern sich um Patient:innen.

  • «Pflegefachpersonen» ist geschlechtsneutral und umfasst alle Geschlechter
  • «Patient:innen» umfasst alle Geschlechter
  • «Mediziner:innen» umfasst alle Geschlechter
  • Geschlechtervielfalt wird sichtbar gemacht
  • Kein Machtverhältnis zwischen den Berufsgruppen
  • Kein Machtverhältnis zwischen den Geschlechtern

Sprache im Wandel

Kritiker:innen finden, dass gendersensible Schreibweisen den Lesefluss stören oder schlichtweg unschön seien. Wir sind davon überzeugt, dass dies vor allem daran liegt, dass es für viele Menschen ungewohnt ist zu gendern. Allerdings ist vieles, was uns vor 20 Jahren noch absurd, skurril oder schlicht unvorstellbar vorkam, heute ganz normal. Die Zeiten ändern sich und unsere Sprache mit ihnen. Das Bedürfnis vieler Menschen nach gendersensibler Sprache, zeugt von einer hohen Sensibilität für Gleichstellungsfragen und dem Wunsch diskriminierungsfrei und inklusiv zu kommunizieren. Wenn wir jetzt die richtigen Impulse setzen, wird eine Sprache, die alle Geschlechter gleichermassen anspricht, eines Tages alltäglich sein. 

Geschlechterstereotype überwinden

Gendersensible Sprache kann uns dabei helfen, Geschlechterstereotype zu überwinden. «Gender» ist inzwischen ein gebräuchliches Wort. Es wurde aus dem Englischen übernommen, da dort zwischen «sex» (biologisches Geschlecht) und «gender» (soziales Geschlecht, Geschlechtsidentität)  differenziert wird. Die Bildgeschichten, das Argumentarium und das Glossar der Broschüre Let's talk about Gender thematisieren Geschlechterstereotype.

Genderbewusstsein trägt dazu bei, die eigene Geschlechterprägung zu reflektieren und stereotype Denk- und Handlungsweisen zu vermeiden. Die Rollenerwartungen an Frauen können sich beispielsweise auf die berufliche Laufbahn sowie auf Rollenverhalten im Bereich der familialen Sorgearbeit auswirken. Wenn aufs Geschlecht bezogene Strukturen wahrgenommen werden, kann geschlechtsspezifischer Benachteiligung entgegengewirkt werden.