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Frauenstimmrecht seit 1971

Es war ein langer Weg, den die Schweizerinnen hinnehmen mussten, ehe die Frauen am 7. Februar 1971 in den Genuss des Wahlrechts und Stimmrechts kamen. Das ist erst 49 Jahre her. Zur ersten Abstimmung über die politische Teilhabe von Frauen kam es bereits 1959. Damals lehnten die ausschliesslich männlichen Stimmberechtigten das Frauenstimm-und wahlrecht zu zwei Dritteln ab. Im Jahre 1971 wendete sich das Blatt und zwei Drittel der Männer stimmten mit «Ja». In Appenzell Innerrhoden dauerte es trotzdem bis 1990, bis Frauen das kantonale Stimm- und Wahlrecht erhielten.

 

Die Evas der Schweiz

Heute vor 49 Jahren stimmten die Schweizer Männer über die Zukunft der Frauen ab. Seitdem ist die politische Mündigkeit von Frauen in der Bundesverfassung verankert. In der katholischen Amtskirche hingegen stehen Frauen noch immer am selben Punkt wie vor 1971: Sie bringen sich aktiv ein, prägen und gestalten, sind Teil des Ganzen und doch nicht gleichberechtigt. Die Teilhabe von Frauen wurde viel zu lange beschnitten. Deshalb sagen die Frauen des Schweizerischen Katholischen Frauenbundes SKF, was das Stimm- und Wahlrecht heute für sie bedeutet.

Simone Curau-Aepli

Verbandsvorstand SKF

«Wir brauchen mehr Biss, denn ich bin immer wieder ernüchtert, wie das patriarchale Erbe auch nach 49 Jahren unsere Sprache und Rollenbilder prägt. ‹Das Private ist politisch› ist daher für mich nach wie vor ein Schlüsselsatz für die Weiterentwicklung unserer Gesellschaft.»

Karin Ottiger

Co-Geschäftsleitung SKF

«Wenigstens ein Teil der Frauen in der Schweiz können seit 49 Jahren teilhaben. Für eine tatsächlich Demokratie fehlen aber noch die stimmberechtigten Männer und Frauen mit Niederlassungsbewilligung in der Schweiz.»

Regula Ott

Co-Geschäftsleitung SKF

«Viel Kraft, eine hohe Frusttoleranz und viel Liebe für das Gute waren nötig! Danke an alle Menschen wie z.B. meiner Oma Hulda Autenrieth-Gander, die sich dafür einsetzten, dass ich heute abstimmen darf! Am Ziel sind wir damit aber noch lange nicht – der Einsatz für gleiche Rechte für alle und eine gerechtere Welt geht weiter.»

Barbara Bucher

Frauengemeinschaft Pfäffikon

«Weil ich gerne selbst entscheide.»

Yolanda Oggier-Fux

Katholischer Frauenbund Oberwallis KFBO

«Ich bin stolz das wir Frauen in der Schweiz die Demokratie leben und zelebrieren dürfen. Nutzen wir die Chance und gehen an die Urnen und machen uns stark für die Gesellschaft.»

Coletta Cantieni

TKF Thurgauischer Katholischer Frauenbund

«Weil ich gerne mit meiner Stimme meine Meinung vertreten möchte.»

Monika Hungerbühler

KFB Katholischer Frauenbund Basel-Stadt

«Als Tochter Gottes bin ich gleichgestellt mit den Männern und daher ist für mich das Frauenstimm- und wahlrecht eine Selbstverständlichkeit!»

Präsidentinnentreffen

Frauenbund Nidwalden SKF

«Wir reden mit, statt nur in den sauren Apfel zu  beissen»

Judith Iten

TKF Thurgauischer Katholischer Frauenbund

«Ich bin froh, mit meiner Stimme in der Welt der Frau dabei zu sein.»

Mirjam Meyer-Cavazzutti

Finanzen und Administration SKF

«Ich kann mir gar nicht vorstellen, wie es wäre, wenn 50.4% der Bevölkerung (Stand 30.09.2019) kein Mitbestimmungsrecht hätten. Ich danke für das männliche Ja am 7.2.1971.»

Damaris Lüthi

Programmverantwortung Elisabethenwerk SKF

«Wichtig – weil es für mich schon als Kind (Jahrgang 1959) selbstverständlich war, gleiche Rechte zu haben wie die Knaben & die völlig unverständliche Geschlechterhierarchie dringend abgeschafft gehörte.»

Silvia Huber

Beauftragte für Theologie SKF

«Es war viel Frauenarbeit nötig, bis die Männer uns das Stimmrecht zugesprochen haben. Wandel ist Schwerstarbeit. Wir beissen weiter …»

Claudia Limacher

Sekretariat SKF

«49 Jahre Frauenstimmrecht. Wir sollten vermehrt davon Gebrauch machen. Vielleicht erhält die Welt dann ein menschlicheres Gesicht?»

Elisa Moos

Programmverantwortung Elisabethenwerk SKF

«Auf einem Projektbesuch in Bolivien erlebte ich eine Gruppe Frauen, die an einen Kurs zum Thema Frauenrechte teilnahmen. Bei dieser Gelegenheit wurde den Teilnehmerinnen vermittelt, wie das Wahlrecht funktioniert und gleichzeitig erwähnt, dass dieses in Bolivien 1938 für alphabetisierte Frauen eingeführt wurde und 1952 für alle Frauen.
Als ich sagte, dass dieses in der Schweiz erst 1971 eingeführt wurde, waren sie sprachlos: ein hoch entwickeltes Land, das in Sachen Frauenstimmrecht dermassen hinten drein hinkte. Unglaublich!»

Sarah Paciarelli

Kommunikation & Bildung SKF

«In Polen, dem Heimatland meiner Mutter, erhielten Frauen ab 1918 das Wahlrecht. Sie nahmen nicht nur ihr Recht als Wählerinnen war, sondern kandidierten auch für das Parlament. Was Polen und die Schweiz gemeinsam haben ist, dass Frauen in der politischen Vertretung noch immer in der Minderheit sind. Der Kampf um politische Teilhabe endet nicht mit dem Wahlrecht. Ein langer Weg liegt noch vor uns.»

Beatrice Hausherr-Julier

Verbandsvorstand SKF

«Ich erinnere mich an meine Mutter, die nach dem Entscheid voller Stolz immer ihr Stimm- und Wahlrecht wahrgenommen hat. Uns Töchtern erklärte sie dabei die Wichtigkeit einer Mitbestimmung.»

Agnes Hodel-Wyss

Verbandsvorstand SKF

«Als 12 jähriges Kind habe ich erlebt, wie meine Mutter und Grossmutter sich stark für Gleichheit und Gerechtigkeit in der Politik eingesetzt haben. Ein gesunder demokratischer Staat braucht das Mitdenken und Mitwirken ALLER.»

Angela Schöpfer

SKF Luzern

«Frauen denken und handeln anders als Männer – das ist gut so! Es wurde höchste Zeit, dass vor knapp 50 Jahren den Frauen endlich das Stimm- und Wahlrecht erteilt wurde. Seither werden die «Stärken der Frauen» mit den ‹Stärken der Männer› bei Abstimmungen und Wahlen gebündelt. Das macht unsere Gesellschaft gerechter und schöner! Ich freue mich, dass ich seit meiner Volljährigkeit meine Stärken einbringen darf!»

Sibylle Appert, Gisela Zinn, Ella Gremme, Nora Roth, Monika Egloff, Eveline Scherer und Ingrid Mustavar

Kath. Frauenbund Baden-Ennetbaden

«Wir schätzen es, dass die Meinungen der Frauen ab 1971 auch zählen und unsere Bedürfnisse nicht mehr über unsere Köpfe hinweg von den Männern getroffen werden. Frauen entscheiden selbstständig und sind auch fähig dazu. Frauen und Männer sollen gleichberechtigt sein, damit wichtige Entscheidungen in allen Belangen ausgewogen und wohlüberlegt gefällt werden. Für uns Frauen vom Frauenbund Baden-Ennetbaden ist das Stimm- und Wahlrecht der Frauen wichtig und selbstverständlich. Wir müssen es aber auch nutzen und unsere Anliegen einbringen.»

Madeleine Kuster-Germann

Kath. Frauenverein Horgen

«Wer mitträgt soll auch mitbestimmen!!
Ein Grundrecht – weil JEDE MEINUNG wichtig ist.»

Susanne Umbricht

TKF Thurgauischer Katholischer Frauenbund

«Ich bin stolz eine Frau zu sein. Ich bewundere die Frauen von damals, die für ihr Wahlrecht und die Gleichberechtigung kämpften. Auch heute noch müssen wir Frauen uns für die Gleichstellung in der Gesellschaft, im Beruf und in der Kirche einsetzen.»

Amanda Ehrler, Andrea Gilomen, Angelika Hecht, Barbara Acklin, Carmela Meier und Christiane Talary

KFB Katholischer Frauenbund Zürich

«Lange genug hat es ja gedauert!»

Priska Künzler

TKF Thurgauischer Katholischer Frauenbund

«Das Stimm- und Wahlrecht ist für mich wichtig, weil ich als Frau eine andere Sichtweise auf viele Dinge habe, und dadurch andere Prioritäten im Leben setze.»

Liliane Parmiggiani

Fundraising Solidaritätswerke SKF

«Am Abstimmungssonntag vom 7. Februar 1971 war ich gerade mal ein paar Wochen alt. Was wir heute als selbstverständlich erachten, war damals eine grosse Errungenschaft, für die sich viele Frauen und Männer während Jahrzehnten engagiert hatten.»

Marta Moos

«Für mich war der Gedanke im Vordergrund: Endlich! Es war mir ein Rätsel, warum etwas so Selbstverständliches dermassen lang brauchte, um von den Männern akzeptiert zu werden. Ich war Geschäftsfrau, habe ein Geschäft mit rund 40 Angestellten geleitet, aber mein Handlungsspielraum war sehr beschränkt. Nur ein Beispiel: Ich konnte bei der Bank keinen Kredit ohne die Unterschrift meines Mannes aufnehmen. Im Gegensatz dazu hatte mein Mann alle Rechte, auch wenn beide im Handelsregister aufgeführt waren. Es gibt viele solche Erfahrungen, von denen ich erzählen könnte.
Nachdem das Frauenstimmrecht endlich angenommen worden war, wurde bald Vieles besser. Insbesondere ist auch die Akzeptanz der Geschäftspartner gestiegen, dass ich als Frau einen Betrieb leite. Die Geschäftsbeziehungen wurden dadurch für mich lockerer. Dinge wie: ‹Sie würden besser nach Hause Kochen gehen.› hörte ich nur noch selten.»

Christina Meier

Fundraising Solidaritätswerke SKF

«Als Kind habe ich die Diskussionen um die Abstimmung für das Frauenstimmrecht miterlebt. Was wir Zuhause schon immer lebten und dafür kämpften, war dann endlich Tatsache. Ich sehe meine Mutter heute noch vor mir, wie sie ihren ersten Wahlzettel in die Urne legte. Ein ganz spezieller Moment, welcher auch gebührend gefeiert wurde»

Antonia Fuchs

Bildung SKF

«Heute kaum mehr vorstellbar, noch vor 50 Jahren Realität – Frauen als unverzichtbare Akteurinnen unserer Gesellschaft ohne Stimme.»

Andrea Huber

Kommunikation SKF

«Zum Glück kam ich erst nach der entscheidenden Abstimmung zur Welt. Ich kann mir gar nicht vorstellen, wie es in einer Schweiz ohne Frauenstimmrecht wäre!»