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Frauenstimmrecht seit 1971

100 Jahre politische Arbeit auf allen Ebenen und zwei nationale Abstimmungen brauchte es, ehe die Schweizerinnen am 7. Februar 1971 in den Genuss des Wahlrechts und Stimmrechts kamen. Das ist erst 49 Jahre her. Der Kampf der Frauen für politische Teilhabe hingegen ist viel älter. Zur ersten Abstimmung über die politische Teilhabe von Frauen kommt es 1959, doch die ausschliesslich männlichen Stimmberechtigten lehnen das Frauenstimm-und wahlrecht zu zwei Dritteln ab. Im Jahre 1971 wendet sich das Blatt und zwei Drittel der Männer stimmen mit «Ja». In Appenzell Innerrhoden dauert es trotzdem bis 1990, ehe Frauen das kantonale Stimm- und Wahlrecht erhalten.

Der SKF und das Frauenstimmrecht

Über ein Jahrhundert politischer Arbeit und zwei Anläufe, 1959 und 1971, bei nationalen Abstimmungen brauchte es in der Schweiz, ehe Schweizerinnen endlich politische Teilhabe auf Bundesebene erlangten. Schweizer Frauenverbände mussten Druck auf den Bundesrat ausüben und all ihre Kräfte mobilisieren, um die Mehrheit der Bevölkerung und der Stände zu überzeugen. Bei der ersten Abstimmung zum Frauenstimmrecht 1959 sprach sich der SKF Schweizerischer Katholischer Frauenbund explizit für das Stimmrecht aus und politisierte. Zur zweiten Abstimmung 1971 gab der SKF aus internen, politischen Gründen keine Empfehlung ab. Die historischen Protokolle der Vorstandssitzungen und Jahresversammlungen zeigen aber, dass die Frauen, die die Geschäfte des Verbandes leiteten, für die politische Rechtsgleichheit der Frau einstanden.

1959 erfolgte die erste Volksabstimmung über das Frauenstimmrecht in der Schweiz. An seiner Delegiertenversammlung sprach sich der SKF explizit für das Stimmrecht aus und politisierte als Dachverband in Form von Bildungsanlässen für seine Mitglieder und eine offizielle Wahlempfehlung. Die ausschliesslich männlichen Stimmberechtigten stimmten gegen die Annahme des Frauenstimmrechts.

1968 plante der Bundesrat die Unterzeichnung der europäischen Menschenrechtskonvention unter Ausschluss des Frauenstimmrechts. Wie viele Frauenverbände, befürchtete auch der SKF, dass das Frauenstimmrecht so noch mehr in die Ferne rücken würde und sprach sich unter diesen Umständen gegen die Unterzeichnung der europäischen Menschenrechtskonvention aus. Bei der zweiten Volksabstimmung aus dem Jahre 1971 gab der SKF keine offizielle Wahlempfehlung heraus, politisierte jedoch durch Gespräche in kantonal- und nationalrätlichen Kommissionen für das Frauenstimmrecht und bildete Referentinnen aus, die innerhalb des Verbandes Aufklärungsarbeit leisteten. 

1977 wurde die ehemalige SKF-Präsidentin und Schwyzer CVP-Politikerin Elisabeth Blunschy erste Nationalratspräsidentin und damit höchste Schweizerin. Unter ihrer Führung im Jahr 1958 wurde das offizielle «Ja» des Frauenbundes zum Frauenstimmrecht gesprochen.

Mehr über den SKF und seine Haltungen zum Frauenstimmrecht

Ein politischer Verband

SKF Schweizerischer Katholischer Frauenbund heute

Der SKF setzt sich für die Interessenvertretung und politische Partizipation von Frauen ein. Die Gleichstellung der Frauen ist ein zentrales Thema für den SKF. Wir bringen unser Gewicht als grosser Frauendachverband in die politische Diskussion ein. Als Vernehmlassungspartner des Bundes äussern wir unseren Standpunkt zu neuen Gesetzesvorlagen. Der SKF fördert die Führungshaltung seiner Mitglieder in Form von Kursen und setzt sich für halbe-halbe in der Schweizer Politik ein. 

Materialien der Eidgenössischen Kommission für Frauenfragen EKF

Im Hinblick auf das 50-Jahr-Jubiläum stellt die Frauenkommission auf ihrer Website attraktive Folienpräsentationen, Postkarten und ein Online-Lernmodul. Die Materialien richten sich an ein breites Publikum, speziell an die Sekundarstufe II (Berufsfachschulen, Mittelschulen, Gymnasien), Frauenorganisationen, Politikerinnen und Politiker.

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Aktionen zum Jubiläum des Frauenstimmrecht

Noch vor knapp 50 Jahren konnten Frauen in der Schweiz nicht wählen. Erst 1971 wurde schweizweit das Stimm- und Wahlrecht für Frauen eingeführt. 2021 feiern wir das 50-jährige Jubiläum und laden SKF-Ortsvereine und SKF-Kantonalverbände dazu ein, Aktionen auf die Beine zu stellen und Zeichen für die politische Teilhabe von Frauen zu setzen. 

Der SKF Schweizerischer Katholischer Frauenbund ist Mitglied des Verein CH2021. Die schweizweite Plattform zur Information und Vernetzung stellt auf www.ch2021.ch verschiedene Aktionsideen zur Verfügung, die auch SKF-Ortsvereine und SKF-Kantonalverbände kreativ umsetzen können.

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Politischer Brunch

Gemeinsam frühstücken

Die beste Basis für den Start in den Tag? Das Frühstück. Und warum nicht mal bei Kaffee und Gipfeli darüber diskutieren, was Frauen bewegen und gestalten? An Frühstückstischen wurde einiges an Geschichte geschrieben.

Aktionsidee politischer Brunch

Stadtspaziergang

Historische Orte erkunden

Schon Jahrzehnte vor der Einführung des Stimmrechts für Frauen in der Schweiz haben sich Schweizer Frauen und Männer im öffentlichen Raum oder z.B. in Schriften für die gleichen (politischen) Rechte engagiert. Bei einem Rundgang durch die Stadt können diese erlebbar gemacht werden.

Aktionsidee Stadtspaziergang

Literaturclub

Frauengeschichten lesen

Die vielen mutigen Frauen, die sich für die politische Teilhabe von Frauen in der Schweiz einsetzten, haben Geschichte geschrieben. Und über sie wurden Geschichten geschrieben. Warum diese nicht gemeinsam lesen? 

Aktionsidee Literaturclub

Kreativwettbewerb

Generationen sprechen

Wie erleben heute Frauen und Mädchen politische Partizipation? Antworten auf diese Fragen gibt ein Kreativwettbewerb: Über die verschiedenen Generationen hinweg, bringen Frauen und Mädchen plastisch und fotografisch zum Ausdruck, wo und wie das historische Jubiläum 50 Jahre Frauenstimmrecht für sie noch heute lebendig und aktuell ist.

Aktionsidee Kreativwettbewerb

Die Evas der Schweiz

Heute vor 49 Jahren stimmten die Schweizer Männer über die Zukunft der Frauen ab. Seitdem ist die politische Mündigkeit von Frauen in der Bundesverfassung verankert. In der katholischen Amtskirche hingegen stehen Frauen noch immer am selben Punkt wie vor 1971: Sie bringen sich aktiv ein, prägen und gestalten, sind Teil des Ganzen und doch nicht gleichberechtigt. Die Teilhabe von Frauen wurde viel zu lange beschnitten. Deshalb sagen die Frauen des Schweizerischen Katholischen Frauenbundes SKF, was das Stimm- und Wahlrecht heute für sie bedeutet.

Simone Curau-Aepli

Verbandsvorstand SKF

«Wir brauchen mehr Biss, denn ich bin immer wieder ernüchtert, wie das patriarchale Erbe auch nach 49 Jahren unsere Sprache und Rollenbilder prägt. ‹Das Private ist politisch› ist daher für mich nach wie vor ein Schlüsselsatz für die Weiterentwicklung unserer Gesellschaft.»

Karin Ottiger

Co-Geschäftsleitung SKF

«Wenigstens ein Teil der Frauen in der Schweiz können seit 49 Jahren teilhaben. Für eine tatsächlich Demokratie fehlen aber noch die stimmberechtigten Männer und Frauen mit Niederlassungsbewilligung in der Schweiz.»

Regula Ott

Co-Geschäftsleitung SKF

«Viel Kraft, eine hohe Frusttoleranz und viel Liebe für das Gute waren nötig! Danke an alle Menschen wie z.B. meiner Oma Hulda Autenrieth-Gander, die sich dafür einsetzten, dass ich heute abstimmen darf! Am Ziel sind wir damit aber noch lange nicht – der Einsatz für gleiche Rechte für alle und eine gerechtere Welt geht weiter.»

Barbara Bucher

Frauengemeinschaft Pfäffikon

«Weil ich gerne selbst entscheide.»

Yolanda Oggier-Fux

Katholischer Frauenbund Oberwallis KFBO

«Ich bin stolz das wir Frauen in der Schweiz die Demokratie leben und zelebrieren dürfen. Nutzen wir die Chance und gehen an die Urnen und machen uns stark für die Gesellschaft.»

Coletta Cantieni

TKF Thurgauischer Katholischer Frauenbund

«Weil ich gerne mit meiner Stimme meine Meinung vertreten möchte.»

Monika Hungerbühler

KFB Katholischer Frauenbund Basel-Stadt

«Als Tochter Gottes bin ich gleichgestellt mit den Männern und daher ist für mich das Frauenstimm- und wahlrecht eine Selbstverständlichkeit!»

Präsidentinnentreffen

Frauenbund Nidwalden SKF

«Wir reden mit, statt nur in den sauren Apfel zu  beissen»

Judith Iten

TKF Thurgauischer Katholischer Frauenbund

«Ich bin froh, mit meiner Stimme in der Welt der Frau dabei zu sein.»

Mirjam Meyer-Cavazzutti

Finanzen und Administration SKF

«Ich kann mir gar nicht vorstellen, wie es wäre, wenn 50.4% der Bevölkerung (Stand 30.09.2019) kein Mitbestimmungsrecht hätten. Ich danke für das männliche Ja am 7.2.1971.»

Damaris Lüthi

Programmverantwortung Elisabethenwerk SKF

«Wichtig – weil es für mich schon als Kind (Jahrgang 1959) selbstverständlich war, gleiche Rechte zu haben wie die Knaben & die völlig unverständliche Geschlechterhierarchie dringend abgeschafft gehörte.»

Silvia Huber

Beauftragte für Theologie SKF

«Es war viel Frauenarbeit nötig, bis die Männer uns das Stimmrecht zugesprochen haben. Wandel ist Schwerstarbeit. Wir beissen weiter …»

Claudia Limacher

Sekretariat SKF

«49 Jahre Frauenstimmrecht. Wir sollten vermehrt davon Gebrauch machen. Vielleicht erhält die Welt dann ein menschlicheres Gesicht?»

Elisa Moos

Programmverantwortung Elisabethenwerk SKF

«Auf einem Projektbesuch in Bolivien erlebte ich eine Gruppe Frauen, die an einen Kurs zum Thema Frauenrechte teilnahmen. Bei dieser Gelegenheit wurde den Teilnehmerinnen vermittelt, wie das Wahlrecht funktioniert und gleichzeitig erwähnt, dass dieses in Bolivien 1938 für alphabetisierte Frauen eingeführt wurde und 1952 für alle Frauen.
Als ich sagte, dass dieses in der Schweiz erst 1971 eingeführt wurde, waren sie sprachlos: ein hoch entwickeltes Land, das in Sachen Frauenstimmrecht dermassen hinten drein hinkte. Unglaublich!»

Sarah Paciarelli

Kommunikation & Bildung SKF

«In Polen, dem Heimatland meiner Mutter, erhielten Frauen ab 1918 das Wahlrecht. Sie nahmen nicht nur ihr Recht als Wählerinnen war, sondern kandidierten auch für das Parlament. Was Polen und die Schweiz gemeinsam haben ist, dass Frauen in der politischen Vertretung noch immer in der Minderheit sind. Der Kampf um politische Teilhabe endet nicht mit dem Wahlrecht. Ein langer Weg liegt noch vor uns.»

Beatrice Hausherr-Julier

Verbandsvorstand SKF

«Ich erinnere mich an meine Mutter, die nach dem Entscheid voller Stolz immer ihr Stimm- und Wahlrecht wahrgenommen hat. Uns Töchtern erklärte sie dabei die Wichtigkeit einer Mitbestimmung.»

Agnes Hodel-Wyss

Verbandsvorstand SKF

«Als 12 jähriges Kind habe ich erlebt, wie meine Mutter und Grossmutter sich stark für Gleichheit und Gerechtigkeit in der Politik eingesetzt haben. Ein gesunder demokratischer Staat braucht das Mitdenken und Mitwirken ALLER.»

Angela Schöpfer

SKF Luzern

«Frauen denken und handeln anders als Männer – das ist gut so! Es wurde höchste Zeit, dass vor knapp 50 Jahren den Frauen endlich das Stimm- und Wahlrecht erteilt wurde. Seither werden die «Stärken der Frauen» mit den ‹Stärken der Männer› bei Abstimmungen und Wahlen gebündelt. Das macht unsere Gesellschaft gerechter und schöner! Ich freue mich, dass ich seit meiner Volljährigkeit meine Stärken einbringen darf!»

Sibylle Appert, Gisela Zinn, Ella Gremme, Nora Roth, Monika Egloff, Eveline Scherer und Ingrid Mustavar

Kath. Frauenbund Baden-Ennetbaden

«Wir schätzen es, dass die Meinungen der Frauen ab 1971 auch zählen und unsere Bedürfnisse nicht mehr über unsere Köpfe hinweg von den Männern getroffen werden. Frauen entscheiden selbstständig und sind auch fähig dazu. Frauen und Männer sollen gleichberechtigt sein, damit wichtige Entscheidungen in allen Belangen ausgewogen und wohlüberlegt gefällt werden. Für uns Frauen vom Frauenbund Baden-Ennetbaden ist das Stimm- und Wahlrecht der Frauen wichtig und selbstverständlich. Wir müssen es aber auch nutzen und unsere Anliegen einbringen.»

Madeleine Kuster-Germann

Kath. Frauenverein Horgen

«Wer mitträgt soll auch mitbestimmen!!
Ein Grundrecht – weil JEDE MEINUNG wichtig ist.»

Susanne Umbricht

TKF Thurgauischer Katholischer Frauenbund

«Ich bin stolz eine Frau zu sein. Ich bewundere die Frauen von damals, die für ihr Wahlrecht und die Gleichberechtigung kämpften. Auch heute noch müssen wir Frauen uns für die Gleichstellung in der Gesellschaft, im Beruf und in der Kirche einsetzen.»

Amanda Ehrler, Andrea Gilomen, Angelika Hecht, Barbara Acklin, Carmela Meier und Christiane Talary

KFB Katholischer Frauenbund Zürich

«Lange genug hat es ja gedauert!»

Priska Künzler

TKF Thurgauischer Katholischer Frauenbund

«Das Stimm- und Wahlrecht ist für mich wichtig, weil ich als Frau eine andere Sichtweise auf viele Dinge habe, und dadurch andere Prioritäten im Leben setze.»

Liliane Parmiggiani

Fundraising Solidaritätswerke SKF

«Am Abstimmungssonntag vom 7. Februar 1971 war ich gerade mal ein paar Wochen alt. Was wir heute als selbstverständlich erachten, war damals eine grosse Errungenschaft, für die sich viele Frauen und Männer während Jahrzehnten engagiert hatten.»

Marta Moos

«Für mich war der Gedanke im Vordergrund: Endlich! Es war mir ein Rätsel, warum etwas so Selbstverständliches dermassen lang brauchte, um von den Männern akzeptiert zu werden. Ich war Geschäftsfrau, habe ein Geschäft mit rund 40 Angestellten geleitet, aber mein Handlungsspielraum war sehr beschränkt. Nur ein Beispiel: Ich konnte bei der Bank keinen Kredit ohne die Unterschrift meines Mannes aufnehmen. Im Gegensatz dazu hatte mein Mann alle Rechte, auch wenn beide im Handelsregister aufgeführt waren. Es gibt viele solche Erfahrungen, von denen ich erzählen könnte.
Nachdem das Frauenstimmrecht endlich angenommen worden war, wurde bald Vieles besser. Insbesondere ist auch die Akzeptanz der Geschäftspartner gestiegen, dass ich als Frau einen Betrieb leite. Die Geschäftsbeziehungen wurden dadurch für mich lockerer. Dinge wie: ‹Sie würden besser nach Hause Kochen gehen.› hörte ich nur noch selten.»

Christina Meier

Fundraising Solidaritätswerke SKF

«Als Kind habe ich die Diskussionen um die Abstimmung für das Frauenstimmrecht miterlebt. Was wir Zuhause schon immer lebten und dafür kämpften, war dann endlich Tatsache. Ich sehe meine Mutter heute noch vor mir, wie sie ihren ersten Wahlzettel in die Urne legte. Ein ganz spezieller Moment, welcher auch gebührend gefeiert wurde»

Antonia Fuchs

Bildung SKF

«Heute kaum mehr vorstellbar, noch vor 50 Jahren Realität – Frauen als unverzichtbare Akteurinnen unserer Gesellschaft ohne Stimme.»

Andrea Huber

Kommunikation SKF

«Zum Glück kam ich erst nach der entscheidenden Abstimmung zur Welt. Ich kann mir gar nicht vorstellen, wie es in einer Schweiz ohne Frauenstimmrecht wäre!»