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Der SKF macht sich stark für Gleichstellung, Lohngleichheit und Gender

Die Gleichstellung der Frauen ist ein zentrales Thema für den SKF. Wir bringen unser Gewicht als grosser Frauen-Dachverband in die politische Diskussion ein. Als Vernehmlassungspartner des Bundes äussern wir unseren Standpunkt zu neuen Gesetzesvorlagen.

Dieses Engagement bekräftigen wir in unserem Leitbild. Der Auftrag dafür kommt direkt aus unseren Statuten. Sie fordern, dass wir die Gleichstellung von Frau und Mann fördern und die Interessen von Frauen in Gesellschaft, Staat und Kirche vertreten. Wir sind beauftragt, Stellungnahmen zu aktuellen Fragen zu schreiben, zu informieren und Öffentlichkeitsarbeit zu betreiben. Soziale und politische Aufgaben werden wahrgenommen und mit Frauenorganisationen, auch auf internationaler Ebene zusammengearbeitet.

Wir nehmen aus Sicht der Frauen Stellung zu politischen Fragen und äussern uns zu Gunsten von sozial Benachteiligten. Der SKF erarbeitet zu gewichtigen gesellschaftlichen und politischen Themen Diskussionsgrundlagen und Haltungen. Dabei wird versucht, verschiedene Positionen zu beleuchten und ein Thema von mehreren Seiten zu untersuchen. Solche ethischen Überlegungen sind herausfordernd und bedingen eine Offenheit bei kontroversen Themen.

Was ist eigentich die CEDAW?

Seit 40 Jahren gibt es die Frauenrechtskonvention namens CEDAW. Die Abkürzung steht für Convention on the Elimination of all forms of Discrimination Against Women, also übersetzt die Konvention zur Beseitigung aller Formen von Diskriminierung gegenüber Frauen. Die CEDAW richtet den Blick auf Benachteiligungen von Frauen in der Gesellschaft und fordert Massnahmen für rechtliche und tatsächliche Gleichstellung in allen Lebensbereichen. Die CEDAW verpflichtet die Schweiz zudem, Fortschritte und Lücken im Gleichstellungsbereich regelmässig zu dokumentieren und zu überprüfen. 

Animationsfilm erklärt CEDAW

Das wichtigste internationale Instrument zur Gleichstellung von Frau und Mann ist das Übereinkommen zur Beseitigung jeder Form von Diskriminierung der Frau CEDAW. Es wurde 1997 von der Schweiz ratifiziert. Nun gibt es erstmals in der Schweiz einen Erklärfilm, der die Botschaft der UNO-Frauenrechtskonvention CEDAW in leicht verständliche Bilder übersetzt. Er soll die CEDAW einer breiten Öffentlichkeit bekannt machen. Der Clip wird von der NGO-Koordination post Beijing Schweiz in Zusammenarbeit mit der Eidgenössischen Kommission für Frauenfragen EKF lanciert. 

CEDAW kurz erklärt

Wir müssen reden über Gender, Kirche und Religion

Gender, das soziale Geschlecht, prägt alle Bereiche unseres Alltags und hat Auswirkungen auf jeden Menschen. Kommt ein Kind zur Welt, wird es umgehend einem Geschlecht zugeteilt. Gender-Stereotype haben unweigerlich einen Einfluss auf jeden Einzelnen. Wir können aber probieren, sie zu erkennen, hinterfragen und wo sinnvoll verändern.

Geschlechterstereotype überwinden

Die Bildgeschichten, ein Glossar und ein Argumentarium zeigen, weshalb es wichtig ist, Gender zu thematisieren. Die Broschüre Let's talk about Gender geht auf Gender-Stereotype und die Vielfalt des Menschen ein. Genderwissen und Genderbewusstsein tragen dazu bei, die eigene Geschlechterprägung zu reflektieren und stereotype Denk- und Handlungsweisen zu vermeiden. Wenn aufs Geschlecht bezogene Strukturen wahrgenommen werden, können sie verändert und geschlechtsspezifischer Benachteiligung entgegengewirkt werden. Auch verschiedene Begriffe zum Thema Gender werden erklärt. Bei Fragen zur Gender-Broschüre steht Ihnen Regula Ott gerne zur Verfügung.

Für eine zivile und kirchliche Ehe für alle

Wir teilen die christliche Sicht auf die zivile und kirchliche Ehe, welche in ihr den Ausdruck einer verantwortungsvollen Liebe zweier Erwachsener, unabhängig ihrer Geschlechter, versteht.

Seit 2001 für die Öffnung der zivilen und kirchlichen Ehe

Im Zentrum ist die Verbindlichkeit einer Beziehung

Der Verbandsvorstand des SKF Schweizerischer Katholischer Frauenbund spricht sich in seiner Stellungnahme klar für die Ehe für alle aus. Bereits seit 2001 setzen wir uns öffentlich für eine Öffnung der zivilen und kirchlichen Ehe auch für gleichgeschlechtliche Paare ein und stellen die Verbindlichkeit einer Beziehung ins Zentrum. Auch gleichgeschlechtliche Paare sollten die Möglichkeit haben, ihrer Beziehung einen gesetzlichen Rahmen zu geben, wenn sie das möchten.

Die Initiative Ehe für alle beabsichtigt, die sachlich nicht begründbare Ungleichbehandlung von gleichgeschlechtlichen Paaren aufzuheben. Alle Paare, gleich- und verschiedengeschlechtliche, sollen Zugang zum Stiefkind- sowie Adoptionsverfahren haben. Der Verbandsvorstand des SKF stellt das Kindswohl ins Zentrum und spricht sich dafür aus, dass die Kindsbeziehungen rechtlich abgesichert sind.

Weibliche Ehepaare sollen beim Zugang zur Insemination mit gespendeten Samenzellen nicht diskriminiert werden, der SKF fordert auch für sie denselben Zugang. Hingegen lehnen wir wegen grundsätzlichen Bedenken die Leihmutterschaft ab und befürworten weiterhin ein Verbot in der Schweiz.

Wie können Einwände gegen die Ehe für alle entkräftigt werden?

Argumente für die Ehe für alle

Zu den fünf häufigsten Einwänden gegen die Ehe für alle haben wir Antworten formuliert. Zum Beispiel gegen den Einwand, die natürliche Definition der Ehe sei jene von Mann und Frau. Oft wird Natürlichkeit als Begriff so verwendet, dass dies als erstrebenswertes Ziel von uns Menschen angesehen wird. Doch ist es natürlich, wenn wir Medikamente nehmen oder eine Operation durchführen, um unser Leben zu verlängern?

Sorgearbeit gerecht aufteilen

Wir alle nehmen in unserem Leben verschiedene Rollen wahr. Die einen nacheinander, die anderen miteinander. Dabei stellt sich die Frage, wie wir alle Anforderungen erfüllen können. Diese Frage stellt sich speziell bei der Vereinbarkeit von Erwerbsarbeit und Betreuungsaufgaben.

Elternzeit statt Vaterschaftsurlaub

Wenn ein Paar zu einem Elternpaar wird, ist dies für beide ein Grund zu grosser Freude und Dankbarkeit. Mit dem heutigen einseitigen Mutterschaftsurlaub werden jedoch überholte Rollenmodelle begünstigt. Wir wünschen eine gerechtere Aufteilung der unbezahlten Care-Arbeit zwischen den Geschlechtern. Eine flexible und längere Elternzeit führt gemäss Studien zu einer gerechteren Aufteilung der Care-Arbeit. 2013 wurden acht verschiedene Modelle für einen Elternurlaub vorgestellt. Der SKF würde ein Modell mit 24 Wochen Elternurlaub, als Ergänzung nach Ablauf der 14 Wochen Mutterschaftsurlaub bevorzugen. Davon wären acht Wochen für die Väter reserviert, was die Vater-Kind-Beziehung längerfristig stärken würde. Als absolutes Minimum erachten wir die Forderung nach vier Wochen Vaterschaftsurlaub, welche die Initiative «Vaterschaftsurlaub jetzt!» fordert. 

Das heutige Steuerrecht benachteiligt doppelverdienende Ehepaare noch immer durch die gemeinsame Besteuerung und die dadurch verstärkt einsetzende Steuerprogression. Kurzfristig betrachtet lohnt sich die Erwerbsarbeit deshalb für die oft tiefer entlohnten Mütter weniger. Hinzu kommt zusätzlich, dass die Drittbetreuungskosten nur bis zu einem bestimmten Betrag abgezogen werden können. Für mehr Steuergerechtigkeit ist es zu begrüssen, dass die abziehbaren Kinderdrittbetreuungskosten erhöht werden.

Vereinbarkeit von Betreuung und Erwerbsarbeit

Die Sorge für betreuungs- und pflegebedürftige Personen obliegt der gesamten Gesellschaft und ist nicht ausschliesslich als Privatsache der betroffenen Angehörigen zu betrachten. Entschädigungen für Betreuungsarbeit von Angehörigen und weiteren Gruppen sollten ins Auge gefasst werden. Da der grössere Teil der familiären Betreuungs-und Pflegeaufgaben heute von Frauen erbracht wird, leistet eine Verbesserung der Vereinbarkeit von Erwerbstätigkeit und Angehörigenbetreuung nicht nur einen Beitrag zum Erhalt der Erwerbsbeteiligung von Fachkräften, sondern auch zur Gleichstellung von Frau und Mann.

Gleichstellung in der katholischen Kirche

Im Juni 2019 streikten Kirchenfrauen in der ganzen Schweiz. Der SKF Schweizerischer Katholischer Frauenbund fordert mit «Gleichberechtigung.Punkt.Amen.» die Gleichstellung von Frauen und Männern in der katholischen Kirche.

Massnahmen zu «Gleichberechtigung.Punkt.Amen.»

Appell zu «Gleichberechtigung.Punkt.Amen.»