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Amazonien – weit weg und ganz nah

Von den brennenden Wäldern im Amazonasgebiet haben wir diesen Sommer gelesen und erschreckende Bilder gesehen. Aber sonst? Wenig will die Welt wissen über das Leben der indigenen Bevölkerung und die umweltzerstörerischen Machenschaften skrupelloser Unternehmen. Dies waren aber Kernthemen an der Amazonien-Synode, welche vom 6. – 27. Oktober 2019 in Rom stattgefunden hat.

Auch uns Katholikinnen und Katholiken hier in der Schweiz hat an dieser Synode viel stärker interessiert, ob es eine Lockerung des Pflichtzölibates geben oder die Diakoninnen-Weihe gefordert würde.

Natürlich freut es mich nun, dass im Schlussdokument – und dies mit der nötigen Zweidrittelmehrheit – die Forderung nach der Priesterweihe für verheiratete Männer festgehalten ist. Das ist ein kleiner, aber ganz wichtiger Schritt zu einer innerkirchlichen Veränderung der Zulassungsbedingungen zur Weihe. Auch freut es mich sehr, dass die grosse Arbeit von Frauen in den Gemeinschaften Amazoniens wahrgenommen wurde und nun mit der Errichtung eines «Amtes der Leiterin der Gemeinschaft» klar gestärkt werden soll. Und es bleibt eine schmerzhafte Enttäuschung, dass nach wie vor keine Frauen zu den Schlussabstimmungen in der Synode zugelassen waren und dass es bezüglich der Diakoninnen-Weihe keine deutlicheren Aussagen gab.

Aber eben: Der Fokus der Synode lag auf den Lebensbedingungen der Menschen im Amazonasgebiet. Es ging weniger um innerkirchliche Veränderungen, als um das Einstehen für die indigene Bevölkerung, deren Lebensgrundlagen systematisch zerstört werden. Denn mit der Zerstörung des Regenwaldes rückt Amazonien ganz nah zu uns: Der Regenwald ist eine wichtige Ressource unseres Planeten. Wenn dieser zugrunde geht, sind auch wir im weit entfernten Europa davon betroffen. «Schöpfung und Wandel» nennt es der Schweizerische Katholische Frauenbund in seinem neuen Schwerpunktthema ab 2020 – damit verbinden sich unsere Fragestellungen mit jenen der Amazonassynode.

In klaren Worten wird im Schlussdokument der Synode festgehalten, dass sich die katholische Kirche mit der unbegrenzten Ausbeutung des «gemeinsamen Hauses und seiner Bewohner» dringend auseinandersetzen müsse. Zur ganzheitlichen Ökologie gebe es keine Alternative, sie sei nicht irgendein zusätzlicher Weg, den die Kirche wählen könne, um die Zukunft dieses Gebiets zu sichern: «Sie ist der einzige mögliche Weg.» Auch bei uns. So weit weg ist Amazonien gar nicht!

 

Silvia Huber, SKF-Beauftragte für Theologie

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