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Frauen gestalten die Schweiz

Eine breite Frauenkoalition ruft zur Frauenwahl auf

Eine breite Frauenkoalition rief im Herbst dazu auf, mehr Frauen zu wählen. Am Aufruf beteiligen sich die fünf Dachorganisationen alliance f, Evangelische Frauen Schweiz EFS, Schweizerischer Bäuerinnen- und Landfrauenverband SBLV, Schweizerische Gemeinnützige Frauen SGF und SKF Schweizerischer Katholischer Frauenbund. Zusammen vertraten sie über eine Million Frauen. Es kandidierten nicht nur mehr als 40 Prozent Frauen für den Nationalrat, es wurden auch viel mehr Frauen gewählt.

Bettina Fredrich, Geschäftsleiterin der Eidgenössischen Kommission für Frauenfragen EKF, hat mit uns ihre Einschätzung der Ergebnisse geteilt.

Was ist im Kontext der Wahlen 2019 für Sie besonders erfreulich?

10 Prozent mehr Frauen im Nationalrat und im Ständerat sind ein Riesenerfolg. Mit einem derart grossen Anstieg hat vorab niemand gerechnet. Es ist überaus erfreulich und bemerkenswert, dass fast alle Parteien mehr Frauen nach Bern schicken. Im internationalen Vergleich macht die Schweiz bezüglich Frauenvertretung in den Parlamenten damit einen riesigen Schritt nach vorne auf Platz sechs.

Wo besteht noch Potenzial?

Verglichen mit 32 Prozent in der letzten Legislatur sind 42 Prozent Frauen im Nationalrat wirklich ein Quantensprung. Auch im Ständerat ist der Frauenanteil deutlich angestiegen und beträgt neu 26 Prozent. Dass ist aber noch immer nicht «halbe-halbe». Gute Repräsentation in einer Demokratie hiesse gleich viele Frauen wie Männer im eidgenössischen Parlament zu haben. Die eidgenössische Kommission für Frauenfrauen EKF hat im letzten Jahr deshalb intensiv dafür geworben.

Noch immer aber gibt es Kantone, die keine Frau in den Nationalrat oder in den Ständerat schicken. Die SVP hat noch in keinem Kanton je eine Frau in den Ständerat mandatiert. Grosses Potential besteht nach wie vor auch in den Kantonsparlamenten. Schweizweit liegt der durchschnittliche Frauenanteil in den kantonalen Parlamenten bei tiefen 29 Prozent. Auch in der Arbeitswelt sind Frauen in Führungspositionen noch immer stark untervertreten. Um das zu ändern, setzt sich die EKF für bessere Rahmenbedingungen ein und dafür, dass die Vereinbarkeit von Familie und Beruf für Männer und Frauen gleichermassen möglich ist.

Welche Chancen bietet das neue Geschlechterverhältnis für die Schweiz und für die in der Schweiz lebenden Frauen?

Die stärkere Vertretung der Frauen in der Politik bedeutet mehr Demokratie. Der praktische Alltag von Frauen und Männern unterscheidet sich auch heute häufig noch. Die Erfahrungen von Frauen sind nun besser in die Politik eingebunden. Frauen können ihre Anliegen über Parteigrenzen hinweg einbringen. Das hat sowohl der Frauen*streik vom 14. Juni als auch die Mobilisierung im Wahlkampf gezeigt. Ob dies auch dazu führt, dass bessere Kompromisse erzielt werden und eine verbindlichere Gleichstellungspolitik betrieben wird, muss sich zeigen.

Was freut Sie als Geschäftsstellenleiterin der EKF besonders?

Unter den neu Gewählten im Nationalrat sind 55 Prozent Frauen. Dieses deutliche Zeichen der Stimmbevölkerung freut mich enorm.

 

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