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Unsere Verantwortung endet nicht an der Schweizer Grenze

Unsere Verantwortung endet nicht an der Schweizer Grenze

Immer mehr orange Flaggen hängen an Schweizer Balkonen. Doch was will die Konzernverantwortungsinitiative? Welches sind die Argumente vom Verbandsvorstand des SKF Schweizerischer Katholischer Frauenbund, sich für diese Initiative auszusprechen?

 

Die Konzernverantwortungsinitiative fordert, dass Schweizer Konzerne, die das Trinkwasser vergiften oder indigene Menschen mit Gewalt von ihrem Land vertreiben, dafür auch geradestehen müssen. Die meisten Schweizer Unternehmen halten sich an die Menschenrechte. Einige skrupellose Konzerne setzen sich jedoch über Umweltstandards hinweg und ignorieren Menschenrechte. Sie verschaffen sich Konkurrenzvorteile durch Verantwortungslosigkeit. Das Zuger Unternehmen Glencore vergiftet Böden im Kongo und die Luft in Sambia. Der Basler Konzern Syngenta verkauft tödliche Pestizide, die bei uns schon lange verboten sind. Und Schweizer Goldraffinerien beziehen Rohgold aus Kinderarbeit. Bei Annahme der Initiative könnten Betroffene im Kongo, in Sambia oder in Peru die Konzerne in der Schweiz vor Gericht und zur Verantwortung ziehen.

 

Diese Initiative ist keine weltfremde Utopie, da sie sich auf die 2011 in der UNO einstimmig angenommenen Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte bezieht. Die Gegner*innen sagen, dass eine grenzenlose Haftung zu befürchten wäre, also auch von Drittfirmen. Das stimmt nicht. Haftbar sind die Konzerne nur für die direkt kontrollierten Unternehmen, beispielsweise für ihre Tochterfirmen, jedoch nicht für einfache Zulieferer. Und die Firmen haften nur dann, wenn sie einen Missstand hätten identifizieren und beeinflussen können, dies jedoch nicht getan haben. Kein Schweizer Unternehmen haftet also für einen Schaden, den es gar nicht hätte verhindern können. Wer verantwortlich wirtschaftet, hat nichts zu befürchten. Viele Länder haben bereits ähnliche Gesetze verabschiedet, beispielsweise gegen Kinderarbeit oder den Handel mit Mineralien aus Konfliktgebieten.

 

Auch der Vorwurf der Gegner*innen, Kleine und mittlere Unternehmen (KMU) seien davon betroffen, stimmt nicht. KMU bis 250 Mitarbeiter*innen sind von der Initiative ausgenommen, ausser der Betrieb arbeitet in einem sogenannten Hochrisiko-Bereich wie z.B. dem Diamanten- oder Goldhandel. Daher kommt die Initiative bei rund 1’500 Konzernen in der Schweiz zur Anwendung, also nur bei jedem 400. Schweizer Unternehmen.

 

Es ist falsch, wenn wir die Ausbeutung von Menschen im Ausland durch Schweizer Firmen in Kauf nehmen. Diese ethische Haltung müssen wir uns leisten können. Verantwortung für unser Handeln stoppt nicht an der Grenze und genau da setzt die Konzernverantwortungsinitiative an. Laut unserem SKF-Leitbild setzen wir uns für Gerechtigkeit, die Würde aller Menschen und die Bewahrung der Schöpfung ein. Mit dem Elisabethenwerk sind wir seit über 60 Jahren in der Entwicklungszusammenarbeit aktiv. Daher wissen wir, dass oft die Ärmsten am stärksten unter den Folgen von unverantwortlichem unternehmerischem Handeln leiden. Der Verbandsvorstand des SKF hat sich entschieden, zusammen mit 120 anderen Organisationen diese Initiative zu unterstützen. Zudem sind wir auch mit den Evangelischen Frauen Schweiz aktiv bei Kirche für Konzernverantwortungsinitiative dabei.

 

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Kommentare

17.03.2020 | Ursi Schlauri

Herzlichen Dank liebe Regula für diesen sehr klaren, informativen und wichtigen Blogeintrag. Wir alle müssen die Verantwortung mit übernehmen und dabei helfen mir klare Facts sehr.