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Allianz «Es reicht!» zu Nuntius Thomas Gullickson

Der Rundschau-Beitrag des Schweizer Fernsehens vom 27. Januar hat Erzbischof Thomas Gullickson, Nuntius, als Verfechter eines erzkonservativen Katholizismus’ porträtiert. Eine Analyse, die auch verschiedene Printmedien in den vergangenen Wochen geteilt haben.

Der Vertreter des Vatikans in der Schweiz steht der Pius-Bruderschaft nahe, schätzt die lateinische Messe, empfiehlt über Twitter ein fundamentalistisches Standardwerk eines kriegerisch anmutenden Katholizismus, «Liberalismus ist Sünde», und hat den Vorschlag geäussert, alle Pfarreien ohne Priester aufzuheben. Erzbischof Gullickson macht damit nicht nur deutlich, dass er die Situation der katholischen Kirche Schweiz völlig verkennt, sondern stellt sich klar gegen Errungenschaften, die für die grosse Mehrheit der Katholikinnen und Katholiken unseres Landes längst selbstverständlich sind: Pfarreien, die von Laientheologinnen und Laientheologen geleitet werden, und Frauen, die in Seelsorge und Liturgie Verantwortung tragen. Auch stehen seine theologischen Positionen in grossem Kontrast zu den Reformbemühungen eines Papst Franziskus, den er mehrmals öffentlich kritisiert hat.

Gullickson, seit Herbst 2015 im Amt, könnte vor allem auch bezüglich Nachfolge von Bischof Vitus Huonder zur schweren Hypothek für das durch Fehlbesetzungen gebeutelte und gespaltene Bistum Chur und die Schweizer Kirche werden, da er eine Schlüsselrolle im Auswahlverfahren inne hat. So trägt er für den Vatikan Einschätzungen zusammen, übermittelt konkrete Namen und entscheidet in Absprache mit Rom über die Dreierliste, aus der das Churer Domkapitel wählen kann und wählen muss. Aber nach Bischof Haas und Bischof Huonder darf dem Bistum schlicht nicht nochmals ein Hirte zugemutet werden, der spaltet, statt Brücken zu bauen.

Die Allianz «Es reicht!» nimmt mit Befremden einen kirchlichen Botschafter zur Kenntnis, der sich einem völlig überholten Kirchenbild verpflichtet weiss. Sie zählt auf die Schweizer Bischofskonferenz, die sich klar zu einer Kirche bekennt, die sich an den Aufbrüchen des 2. Vatikanischen Konzils, an den konkreten Lebenserfahrungen der Menschen und am befreienden Handeln Jesu orientiert. Und die Allianz «Es reicht!» sorgt sich um den religiösen Frieden in unserem Land und ruft die politisch Verantwortlichen auf, die Äusserungen von Erzbischof Gullickson wachsam zu verfolgen.

Allianz «Es reicht!»

 

Für Medienanfragen

Koordinationsteam Allianz «Es reicht!»

Simone Curau-Aepli, allianz.es-reicht@bluewin.ch, Telefon 076 430 37 69

Andreas Heggli, allianz.es-reicht@bluewin.ch, Telefon 041 370 39 71

Jacqueline Keune, allianz.es-reicht@bluewin.ch, Telefon 041 210 74 78