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Christliche Frauendachverbände fordern nationales Stimm- und Wahlrecht für Ausländer:innen

Nach fünfjährigem Aufenthalt in der Schweiz sollen Menschen ohne Schweizer Staatsbürgerschaft das Stimm- und Wahlrecht erhalten – unabhängig vom Aufenthaltsstatus. Für diese politische Vision setzen sich die Evangelischen Frauen Schweiz EFS und der Schweizerische Katholische Frauenbund SKF ein.

Christ:innen ohne Schweizerpass dürfen in vielen Kantonen an kirchlichen Wahlen und Abstimmungen teilnehmen. «Was in reformierten Kirchgemeinden und katholischen Pfarreien bereits Realität ist, soll auch in der Politik verwirklicht werden», verlangt EFS-Präsidentin Gabriela Allemann. Denn abseits kirchlicher Strukturen steht es schlecht um die politische Teilhabe von Menschen ohne Schweizer Staatsbürgerschaft.

Demokratie in Gefahr

25% der Einwohner:innen der Schweiz sind juristisch betrachtet Ausländer:innen. Das ist einer der höchsten Prozentsätze weltweit. Gemäss der jüngsten Ausländerstatistik 2021 handelt sich um 2'170'598 Millionen Menschen. 1.6 Mio. leben seit mindestens fünf Jahren hier, 1,1 Mio. seit mindestens zehn. In Verbindung mit den strengen Einbürgerungsgesetzen der Schweiz gefährdet das fehlende Stimm- und Wahlrecht für Einwohner:innen ohne Schweizer Staatsbürgerschaft die demokratische Ordnung, weil immer mehr Menschen von der politischen Mitbestimmung ausgeschlossen sind. 

Visionäre Verbände

EFS und SKF verantworten an der Frauensession 2021 gemeinsam die Kommission für das Einwohner: innenstimmrecht. Nun haben beide Verbände beschlossen, das Thema auch gemeinsam in die Verbandsarbeit aufzunehmen. An der für März 2022 geplanten Klausur beider Vorstände werden die Verbandsspitzen darüber diskutieren, wie sie die politische Forderung der Kommission weiter stärken und ihre rund 160'000 Mitglieder dafür sensibilisieren können.

Die aktuelle Situation stellt für die Schweiz, die von der Beteiligung ihrer Stimm- und Wahlberechtigten auf allen Ebenen des Gemeinwesens lebt, eine schlechte Entwicklung dar. «Als zivilgesellschaftliche Akteurinnen, die allen Frauen, unabhängig von Herkunft und Religion offenstehen, sehen sich beide Freiwilligenverbände verpflichtet, diesen Missstand anzugehen», so SKF-Präsidentin Simone Curau-Aepli.

 

Kontakt für Medienanfragen

Sarah Paciarelli, Kommunikation                                                       078 611 511 7
Gabriela Allemann, Präsidentin EFS                                                   078 827 04 85
Simone Curau-Aepli, Präsidentin SKF                                                076 430 37 69

 

Evangelische Frauen Schweiz (EFS) – für Frauen in Kirche und Politik                                          

Die Evangelischen Frauen Schweiz (EFS) sind der Dachverband der reformierten sowie von ökumenischen Frauenverbänden und Einzelmitgliedern. Sie vertreten die Interessen von rund 37'000 Frauen. Die EFS fördern Frauen und deren Gleichstellung in Gesellschaft, Kirche und Politik. www.efs.ch

SKF Schweizerischer Katholischer Frauenbund                                                                       

Der SKF Schweizerischer Katholischer Frauenbund ist mit 120‘000 Mitgliedern, 18 Kantonalverbänden und 600 Ortsvereinen der grösste konfessionelle Frauendachverband der Schweiz. Der SKF engagiert sich für die Rechte aller Frauen in Gesellschaft, Kirche, Wirtschaft und Politik. www.frauenbund.ch