Skip to navigation (Press Enter) Skip to main content (Press Enter)

Eucharistische Gastfreundschaft: Offener Brief an die SBK

Die Allianz «Es reicht!» bittet die SBK, das geplante Grundsatzpapier «Normen zum Empfang der Eucharistie» nicht zu veröffentlichen.

Allianz «Es reicht!»
SKF Schweizerischer Katholischer Frauenbund, Katholische ArbeitnehmerInnen-Bewegung KAB, Verein Tagsatzung, Jungwacht Blauring Schweiz, Kolping Schweiz, Theologische Bewegung für Solidarität und Befreiung TheBe, Komitee aus dem Urnerland «Nicht mit uns, Herr Bischof Vitus Huonder!», Schweizerische Basisgruppenbewegung, Herbert Haag-Stiftung «Für Freiheit in der Kirche», Bündnerinnen und Bündner für eine glaubwürdige Kirche BBGK, Verein Deutschschweizer JugendseelsorgerInnen JUSESO, Verband Katholischer PfadfinderInnen VPK, FrauenKirche Zentralschweiz, Pfarrei-Initiative, Appell «Segen statt Brot»

Eucharistische Gastfreundschaft

Sehr geehrte Bischöfe

Die Allianz «Es reicht!» bittet die Bischofskonferenz von der Veröffentlichung des geplanten Grundsatzpapiers «Normen zum Empfang der Eucharistie» abzusehen.

Generalvikar Josef Annen hat schon davor gewarnt: Wiederum ist die eucharistische Gastfreundschaft angegriffen, diesmal auch gegenüber Christinnen und Christen der anderen Konfessionen.

Konfessioneller - wie jeder andere religiöse - Fanatismus darf sich in unserem Land nicht breitmachen: Wer die Schweizer Geschichte unter dem Gesichtspunkt der Ökumene liest, sieht, dass unserem Land trotz allen konfessionellen Konflikten vieles erspart blieb, weil es immer besonnene Entscheidungsträger gab, die Brücken zwischen den Konfessionen zu schlagen wussten. Die Schweiz ist in ihrer Kleinräumigkeit ein konfessioneller Flickenteppich. Reformierte und Katholiken sind politisch und familiär miteinander vernetzt.

Schon im November 2000 haben Bischof Henrici und Kirchenratspräsident Rudolf Reich in Zürich die damalige römische Erklärung «Dominus Jesus» mutig auf die Zürcher Verhältnisse umgesetzt, so dass sich der ökumenische Flurschaden in Grenzen hielt. An dieser Haltung ist heute Mass zu nehmen. Es ist sogar einfacher geworden: Auch weltkirchlich gibt es deutliche Zeichen für eine barmherzige, gastfreundliche Sakramententheologie, welche die Situation der Ortskirche ernst nimmt. Die Bischofskonferenz hat es in der Hand, innerkirchlich und in den ökumenischen Beziehungen unnötige und schwer wiegende Konflikte zu vermeiden. Wer möchte denn die eucharistische Gastfreundschaft so geizig, statt so grosszügig wie möglich auslegen!

Am 9. März haben wir uns in St. Gallen für eine offene und befreiende katholische Kirche eingesetzt. Seither herrscht «Funkstille» seitens der Bischofskonferenz. Wir wiederholen deshalb: Wir wollen gemeinsam für eine glaubwürdige Kirche in der Schweiz wirken. Wir haben genug von disziplinierenden Bischöfen und hartherziger Theologie, genug vom Infragestellen der gesamtgesellschaftlichen Verantwortung der Kirchen. Wir wiederholen auch heute nachdrücklich unsere Forderung, dass ein Administrator im Bistum Chur der geizigen Sakramententheologie und unverantwortlichen Personalpolitik durch die aktuelle Bistumsleitung ein Ende setzt.

Gerade weil die unterzeichnenden Verbände in dieser Kirche wirken, sich für sie engagieren und auch entsprechend dem «Glaubenssinn der Gläubigen» mit der Kirche fühlen, bitten wir Sie, von der Veröffentlichung des Papiers abzusehen und den Religionsfrieden, für den die grossen christlichen Konfessionen primär verantwortlich sind, zu schützen.