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Frauenbund kritisiert Segnungsverbot für gleichgeschlechtliche Paare

Die Glaubenskongregation der katholischen Kirche schliesst Segnungen für homosexuelle Partnerschaften auch in Zukunft aus. Der Schweizerische Katholische Frauenbund SKF lehnt die Haltung aus Rom entschieden ab. Auch gleichgeschlechtliche Paare sollten die Möglichkeit haben, ihre Beziehung segnen zu lassen.

Ein Entscheid gegen die Liebe

Mit dem jüngsten Entscheid, homosexuellen Paaren auch weiterhin den Segen zu verweigern, hat sich die katholische Kirche gegen die Liebe und für die Ausgrenzung entschieden. Simone Curau-Aepli findet deutliche Worte: «Es ist unsäglich, dass liebenden Menschen der Segen verwehrt wird. Es ist unsäglich, dass die Liebe gleichgeschlechtlicher Menschen auf diese Weise delegitimiert wird», so die SKF-Präsidentin.

Botschaft der Diskriminierung

Eine Segnung ist eine Sakramentalie, mit welchem die Kirche Menschen zur Preisung Gottes aufruft, sie dazu ermutigt, den Schutz Gottes zu erbitten und dazu ermahnt, sich der Barmherzigkeit Gottes als würdig zu erweisen, so das Responsum ad dubium aus Rom. «Der Entscheid der Glaubenskongregation transportiert die Botschaft, Homosexuelle hätten keinen Schutz verdient und seien der Barmherzigkeit Gottes nicht würdig. Diese Haltung stellt eine verpasste Chance dar, der Kirche ein glaubwürdiges Antlitz zu verleihen und der Lebenswirklichkeit ihrer Gläubigen gerecht zu werden. Die erläuternde Note der Glaubenskongregation spricht davon, dass die Kirche jeden Menschen liebe, indem sie jede ungerechte Diskriminierung ablehne. Die Autorenschaft vergisst dabei, dass es keine gerechte Diskriminierung gibt. Diskriminierung ist immer ungerecht und die Weigerung gleichgeschlechtliche Gläubige zu segnen ist nichts anderes als das», so SKF-Mediensprecherin Sarah Paciarelli.

Verständnis der Ehe

Die Glaubenskongregation begründet das Segnungsverbot mit der sexuellen Praxis ausserhalb der Ehe, wobei sie die Ehe als Verbindung zweier Menschen definiert, die biologisch dazu befähigt sind, Kinder zu zeugen und dies auch tun wollen. Der SKF-Verbandsvorstand plädiert für ein Verständnis der Ehe als Ausdruck einer verantwortungsvollen Liebe zweier Erwachsener, unabhängig ihres Geschlechts. Seit 2001 stellt die Organisation die Verbindlichkeit einer Beziehung ins Zentrum und fordert neben einer Öffnung der zivilen auch eine kirchliche Öffnung der Ehe.

Rigide Sexualmoral

«Das Papier der Glaubenskongregation ist in sich theologisch schlüssig, denn die katholische Kirche begründet ihre Sexualmoral mit der angeblichen Kenntnis des göttlichen Plans in Hinblick auf Sexualität. Diese dürfe laut katholischer Lehre nur innerhalb der Ehe gelebt werden. Das eigentliche Problem ist also die veraltete Interpretation gelebter Sexualität, nicht das Segnungsverbot», kommentiert Silvia Huber, SKF-Beauftragte für Theologie. Segnen sei etwas Rituelles, das Gottes Geistkraft unter die Menschen bringt und dies öffentlich feiert. Die starre Sexualmoral der katholischen Kirche und der daraus resultierende Entscheid der Glaubenskongregation berauben die Menschen des Feierns der Heilswirkung Gottes, so die Theologin.

 

Kontakte für Medienanfragen

Silvia Huber, Beauftragte für Theologie, silvia.huber@frauenbund.ch, 078 633 20 56
Sarah Paciarelli, Kommunikation, sarah.paciarelli@frauenbund.ch, 078 611 511 7

SKF Schweizerischer Katholischer Frauenbund                                                                

Der SKF Schweizerischer Katholischer Frauenbund ist mit 120‘000 Mitgliedern, 
18 Kantonalverbänden und 600 Ortsvereinen der grösste konfessionelle Frauendachverband der Schweiz. Der SKF engagiert sich für die Rechte aller Frauen in Gesellschaft, Kirche, Wirtschaft und Politik. www.frauenbund.ch