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Gender Mainstreaming unterstützt Menschenrechte

Die Autorinnen der Broschüre «Let's talk about Gender» erinnern an Gender Mainstreaming zur Durchsetzung der Menschenrechte von Frauen.

Gender Mainstreaming und Gender schlecht zu reden, ist in letzter Zeit salonfähig geworden. Dabei werden die beiden Begriffe unwissend oder gar böswillig verdreht, wie aktuell im Wort zum Tag der Menschenrechte des Churer Bischofs Vitus Huonder. Eine tatsächliche Gleichstellung der Geschlechter erfordert aber die Verankerung von Gender Mainstreaming. Das ist aus menschenrechtlicher Sicht eine Notwendigkeit. 

Frauen sind in vielen Bereichen benachteiligt. Weltweit sind sie immer noch stärker von Armut betroffen als Männer. Auch in unseren Breitengraden hat Armut sehr oft ein weibliches Gesicht. Zwar haben Mädchen und Frauen in der Schweiz bildungsmässig aufgeholt, dennoch gibt es einen nach Geschlecht unterteilten Arbeitsmarkt und Frauen verdienen weniger. Frauen haben zudem in Arbeitswelt und Politik nach wie vor die schlechteren Karten. Das ist eine Benachteiligung aufgrund des Geschlechts, die viel mit den immer noch dominierenden Geschlechterbildern zu tun hat.

Eine solche Benachteiligung widerspricht den Menschenrechten. Die Staaten haben die Aufgabe, die Menschenrechte zu garantieren. Unter dem Begriff „Gender Mainstreaming“ sind deswegen seit Jahren Bestrebungen im Gang, mit Massnahmen auf verschiedensten Ebenen die tatsächliche Gleichstellung der Geschlechter zu erreichen. Nicht aufgrund des Geschlechts benachteiligt zu werden, ist ein Menschenrecht, das auch in der Schweizer Bundesverfassung verankert ist.

Wer genauer hinschaut erkennt, dass Gender Mainstreaming oft missverstanden oder bewusst fehlinterpretiert wird. So unterstellt Birgit Kelle, die im Auftrag des Bischofs von Chur das diesjährige Wort zum Tag der Menschenrechte verfasst hat, dass Gender Mainstreaming zum Ziel habe, in den Kindergärten sexuelle Vielfalt und Freizügigkeit zu lehren. Die unbelegten und in der vorgebrachten Art als böswillig zu bezeichnenden Verdrehungen haben nur eines im Sinn: Frauen und Männer wieder an ihre traditionellen Plätze zu verweisen.

Gewisse kirchliche Kreise sind nach wie vor nicht bereit, sich unvoreingenommen und seriös mit dem auseinanderzusetzen, was Gender wirklich meint und Gender Mainstreaming politisch anstrebt (siehe Definition auf Seite 2). Sie erweisen damit den Menschenrechten und der Kirche einen Bärendienst. Für den Einstieg in eine ernsthafte Diskussion empfehlen wir allen die informative Broschüre „Let’s talk about gender!“. Sie lädt mit inspirierenden Comics und vertiefenden Texten ein, sich mit Gender zu befassen und über Gender zu reden.

Die Broschüre kann gratis bezogen werden unter www.aboutgender.ch.

Béatrice Bowald, FAMA - Feministisch-theologische Zeitschrift Regula Grünenfelder, FrauenKirche Zentralschweiz
Maria Oppermann, FrauenKirche Zentralschweiz
Regula Ott, SKF Schweizerischer Katholischer Frauenbund Doris Strahm, IG Feministische Theologinnen

Kontaktperson: regula.ott@frauenbund.ch, Mobile 076 430 90 61