Skip to navigation (Press Enter) Skip to main content (Press Enter)

Glaubwürdig Kirche gestalten

Die Allianz «Es reicht!» beschäftigte sich an ihrer halbjährlichen Plenarversammlung mit aktuellen Fragen der Seelsorge: Mit einer Kirche, die hingehen soll zu den Rändern der Gesellschaft, zum Beispiel ins tabuisierte Rotlichtmilieu.

Die Allianz «Es reicht!» traf sich am 28. Mai ganztägig im Hause des Katholischen Frauenbundes Basel - Stadt. Mit grosser Sorge wurde auch die Chance für einen Neuanfang im Bistum Chur besprochen.

Seelsorge im Tabubereich

Die Theologin Anne Burgmer arbeitet im Rotlichtmilieu. Sie besucht in der Stadt Basel im Auftrag der Kirche jene Frauen, welche im Sexgewerbe ihren Lebensunterhalt verdienen. Sie trifft sie meist an ihren Arbeitsorten in Bars, Massageclubs und Wohnungen. Dort, wo andere die Frauen gegen Bezahlung für sich beanspruchen, bietet sie ihnen Zeit, ein offenes Ohr und ein offenes Herz an. «Ich bin Seelsorgerin der römisch-katholischen Kirche», stellt sie sich vor, «und wenn sie möchten, höre ich ihnen gerne zu». Zu den Menschen am Rande hingehen, wie Papst Franziskus das forderte, heisst, dort wo andere nur mit Verachtung herabschauen, diesen Menschen auf Augenhöhe begegnen, sie mit ihren Erfahrungen ernst nehmen.

Anne Burgmer arbeitet bei der «SiTa – Seelsorge im Tabubereich» . Seit Anfang 2016 gibt es diese Stelle der Römisch-katholischen Landeskirchen Baselland und Basel - Stadt. Das Angebot richtet sich an Menschen, die in Randbereichen der Gesellschaft leben und arbeiten . Mit Anne Burgmer fand ein lebhafter Gedankenaustausch statt über die Möglichkeiten der Seelsoorge bei diesen Menschen, ethische Fragen kamen zur Sprache wie auch das gebrochene Verhältnis der katholischen Kirche zur Sexualität.

Die Allianz «Es reicht!» ist der festen Überzeugung , dass mit solchen Projekten, die Kirche die Botschaft Jesu glaubwürdig leben und zu den Menschen tragen kann, ganz im Sinne der Bergpredigt. Projekte, welche auf die Not der Zeit antworten und an Brennpunkte unserer Gesellschaft führen, entsprechen dem Selbstverständnis der Allianz.

Neuanfang im Bistum Chur ist dringend

Grosse Sorge um die Glaubwürdigkeit der Kirche bereiten der Allianz «Es reicht!» die intransparenten Vorgänge um die Neubesetzung des Bischofsstuhles in Chur. Die Fristverlängerung von zwei Jahren, in denen der Bischof weiterhin im Amt belassen wurde, hat an der Situation überhaupt nichts geändert. Im Gegenteil, Resignation und Verunsicherung haben eher zugenommen.

Unverändert bestehen grosse Zweifel, dass das das Domkapitel in der derzeitigen Zusammensetzung in der Lage sein wird, einen Mann zu wählen, der die angestauten Probleme der vergangenen Jahrzehnte lösen und als Brückenbauer mit dem Bistum einen neuen Weg in die Zukunft gehen wird. Die Allianz hofft deshalb auf eine rechtzeitige Weichenstellung in Rom, damit zu erst die Situation im Domkapitel aufgearbeitet werden kann, bevor von diesem der neue Bischof gewählt wird. Die Allianz erinnert an ihren Brief an Papst Franziskus mit der Petition «Für einen Neuanfang im Bistum Chur» , die prominent und breit unterstützt wurde.

Für Nachfragen steht zur Verfügung:

Andreas Heggli, Mitglied des Koordinationsteams der Allianz «Es reicht!»
041 370 39 71 | andheg@gmx.ch