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Interview mit Verena Bürgi-Burri

«Es chunnt scho guet»

An der Delegiertenversammlung vom 27. Mai 2008 gab Verena Bürgi-Burri ihr Amt als SKF-Präsidentin ab. Hier ein Rückblick auf ihre Tätigkeit.

 

Ihr Credo bei Ihrer Wahl im Jahr 1999 hiess: Es chunnt scho guet. Wie sieht das heute aus?
Das ist auch weiterhin mein Motto. Allerdings muss ich mir klar sein: Es reicht nicht, einfach passiv die Dinge abzuwarten. Ich muss mich anstrengen und bemüht sein, etwas zu bewegen. Dann chunnts sicher guet!

Wie hat sich Ihr persönliches Bild vom SKF in den letzten 9 Jahren verändert?
Vor meiner Zeit als Präsidentin war ich schon mit dem SKF verbunden. 1980 trat ich der Gruppe Junger Frauen im Luzerner Würzenbachquartier bei. Damals war der SKF als Dachverband für mich nicht fassbar. In meiner weiteren Tätigkeit als Präsidentin des Kantonalverbandes Nidwalden und dann als Vizepräsidentin und Präsidentin des Verbandsvorstandes habe ich den Dachverband kennen- und schätzen gelernt. Der SKF ist ein wichtiger Teil der schweizerischen Frauenbewegung. Sein Engagement ist wichtig, wird anerkannt und geschätzt, auch auf nationaler Ebene.

Auf welche Amtshandlung als Präsidentin sind Sie besonders stolz?
Besonders stolz bin ich auf den Organisationsentwicklungsprozess. Wir hatten den Mut, dieses Grossprojekt anzupacken, durchzuziehen und auch abzuschliessen. Ich bin überzeugt, dass die heutigen Strukturen innerhalb des Verbandes die Richtigen sind. Dadurch haben wir es geschafft, den Verband für die Zukunft zu stärken und sein Überleben zu sichern. Früher hiess es, nur die «Seidigen und die Pelzigen» könnten sich für ein Ehrenamt engagieren. Wir zeigen, dass sich beim SKF Frauen mit verschiedenen Lebensbiographien einsetzen können und wollen.
Stolz bin ich auch auf unsere Arbeit. Wir haben den Verband gut geführt, die Qualität ist sehr hoch und wir haben gute Arbeitsbedingungen schaffen können, für die angestellten wie auch für die ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen.
Schön finde ich, dass der SKF eine so breite Palette an verschiedenen Frauencharakteren vereinen kann. Das gemeinsame Engagement «Für eine gerechte Zukunft» und die christlichen Grundwerte verbinden. Dass auch Frauen bei uns mitarbeiten, die in der traditionellen Kirche nicht mehr beheimatet sind, zeigt unsere Offenheit und Geisteshaltung meines Erachtens gut.

Haben Sie einen Werbeslogan für das SKF-Präsidentinnenamt?
Als SKF-Präsidentin hat frau die Chance, als Topmanagerin in einem grossen und vielfältigen Unternehmen tätig zu sein. Diese Herausforderung kann einem die Privatwirtschaft nicht so einfach bieten.
Auch habe ich als Präsidentin ganz viele tolle und erstaunliche Frauen treffen und so ein Netzwerk für den Verband wie auch für mich persönlich knüpfen können. Ich habe in der Vergangenheit gespürt, dass mich dieses Netzwerk trägt, auch in schwierigen Situationen.

Was möchten Sie dem SKF mit auf den Weg geben?
Mir ist wichtig, dass der rote Faden von unserem Leitbild «Für eine gerechte Zukunft» auch weiterhin die Arbeit des SKF prägt. Dann möchte ich dem neuen Verbandsvorstand Mut machen, die eigenen Ideen umzusetzen und nicht zögerlich zu sein. Es chunnt scho guet, manchmal nicht wie geplant, aber sicher nicht schlechter. Ich habe erfahren, dass man sich auf die Kräfte innerhalb des Verbandes verlassen kann.

Wie sieht Ihre Zukunft ohne SKF aus? Geht das überhaupt?
Das wird schon gehen, obwohl ich jetzt schon weiss, dass ich die Arbeit und die guten Kontakte im SKF vermissen werde. Doch die Arbeit wird mir auch so nicht ausgehen. Ich bin weiterhin im Nidwaldner Landrat tätig und führe auch meine sonstige ehrenamtliche Arbeit weiter. Und irgendwann möchte ich auch noch einmal den Schritt in die Berufstätigkeit machen.

Vielen Dank!
Helene Fleischlin, Kommunikationsbeauftragte SKF