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Kirchenarbeit verdient Wertschätzung

Der SKF Schweizerischer Katholischer Frauenbund, der SKF Luzern und die Gewerkschaft Syna führten zwischen Januar und Anfang April eine Umfrage bei den freiwillig engagierten und den angestellten Frauen in der katholischen Kirche durch. Der Rücklauf war mengenmässig und qualitativ umfangreich. Er zeigt, dass Bedürfnisse nach Verbesserungen bestehen.

Um eine aussagekräftige Analyse zu gewährleisten, haben SKF und Syna den Kanton Luzern als Kerngebiet für ihre Kirchenumfrage definiert. Gleichzeitig konnten Frauen und Männer anderer Kantone und Bistümer der Deutschschweiz ebenfalls an der Umfrage teilnehmen. Syna und SKF haben die Daten ausgewertet. Die hohe Zahl anonymer Rückmeldungen ist auffällig. Aus den ausführlichen Bemerkungen und Telefonate zeigt sich darin die Sorge, prekäre Arbeitsverhältnisse nicht weiter zu gefährden oder als Nestbeschmutzerin zu gelten.

Freiwilligen wollen Klärung zwischen Lohn- und Freiwilligenarbeit
Die meisten Freiwilligen fühlen sich mehrheitlich genau richtig gefordert. Bei der Begleitung oder der Weiterbildung wünscht sich eine starke Minderheit eine Verbesserung. Einzelne Befragte werfen Fragen rund um die finanzielle Entschädigung des Engagements auf. Wünschbar sind für Frauen, die auf finanzielle Entschädigung angewiesen sind, entsprechende Regelungen. Hier wäre eine Klärung zwischen Freiwilligen- und Lohnarbeit wichtig.

Angestellte wollen mehr Anerkennung
Eine Streuung zwischen Unzufriedenheit und sehr hoher Zufriedenheit fällt bei den Angestellten auf. Die Kirchenfrauen sind vor allem mit ihren konkreten Aufgaben sehr zufrieden. Ausserdem sind sie mehrheitlich mit ihrem Lohn einverstanden. Grösser ist die Polarisierung bei der Frage nach der Zufriedenheit im Team.

Viele Kirchenfrauen fühlen sich unterfordert. Dies erklären sie mit mangelnder Anerkennung von Fähigkeiten. Mehrere Kirchenfrauen bemängeln die unklaren Rollen, die entstehen, weil sie faktisch neue Kirchenberufe ausüben, für die es keine Bezeichnung und kein Pflichtenheft gibt. Das Problem der Gratisarbeit taucht vielerorts auf.

Kirchenangestellte können in der Regel nur in einer Branche arbeiten. Es handelt sich um sogenannte Monopolberufe. Die komplexe Kirchenstruktur macht es ihnen schwer, ihre Anliegen zu deponieren. Dass zunehmend Frauen in Teilzeitpensen arbeiten, ist neu im kirchlichen Umfeld. Die privilegierte Rolle der Priester macht ein gleichberechtigtes Arbeiten unmöglich.