Skip to navigation (Press Enter) Skip to main content (Press Enter)

Volksinitiative für ein flexibles AHV-Alter

Pressekonferenz vom 20. Oktober 2008

Volksinitiative für ein flexibles AHV-Alter: JA der Frauen, JA für die Frauen

Der Verbandsvorstand des Schweizerischen Katholischen Frauenbundes SKF unterstützt die Volksinitiative «Für ein flexibles AHV-Alter», über welche am 30. November abgestimmt wird.

Der SKF versteht sich als Sprachrohr der Frauen in der Öffentlichkeit wie auch als Teil der schweizerischen Frauenbewegung. In diesem Sinne sieht er seine Aufgabe darin, in Gesellschaft, Staat und Kirche Verantwortung zu tragen und politisch aktiv zu sein. Er möchte die Zukunft mitgestalten und fordert deshalb Veränderungen, die zum Aufbau gerechter Strukturen bzw. zum Aufbau einer gerechten AHV für Männer UND Frauen beitragen. Nur mit einem JA in der Urne werden auch Frauen in Zukunft Gerechtigkeit im Alter erfahren.

Eine der SKF Hauptforderungen ist die Gleichstellung von Frau und Mann in Familie, Gesellschaft und Kirche sowie in den Bereichen Bildung und Arbeit. Aus Sicht der Frau ist die Gleichstellung nach wie vor nicht da wo sie eigentlich sein sollte. Dies beweist einmal mehr das nicht eingehaltene Versprechen der 10. AHV-Revision, dass mit der 11. Revision ein sozial ausgestaltetes AHV-Alter eingeführt werde. Wir Frauen sind von diesem leeren Versprechen ganz besonders betroffen. Wegen der nach wie vor bestehenden Lohnungleichheit zwischen Mann und Frau und der unbezahlten Familienarbeit haben Frauen meistens nur eine geringe bzw. keine Pensionskassenleistungen zugute. Diese Ungleichheit führt bereits zu Erwerbszeiten zu einem wesentlich kleineren Geldbeutel und im Alter nicht selten zu Armut. Fast die Hälfte aller Rentnerinnen bezieht heute ihr Einkommen allein aus der AHV. Bei den Männern sind es lediglich 15,3 Prozent. Die Frauen können auf keine zweite geschweige den dritte Säule zurückgreifen. Aus diesem Grund sind sie ganz besonders auf eine faire, d.h. volle AHV-Rente angewiesen und können sich bei einer allfälligen Frühpensionierung keine Kürzungen leisten.

Bei all diesen Ausführungen gilt es zu bedenken, dass nicht nur Bauarbeiter, sondern auch Frauen Schwerarbeit leisten. Beispielsweise die Arbeit von Pflegefachfrauen ist sowohl körperlich wie auch seelisch sehr belastend. Auch Lehrerinnen spüren mit zunehmendem Alter die physische und psychische Belastung ihrer Aufgabe immer mehr. Ganz zu schweigen von Frauen, die im Handel und Gastgewerbe tätig sind und oft unter massivem Leistungsdruck stehen. Für einige von ihnen wird es nicht möglich sein bis zum 64. bzw. 65. Altersjahr beruflich tätig zu sein. Sie können es sich aber auch nicht leisten frühzeitig in Pension zu gehen. Denn auch bei der Frühpensionierung besteht ein Ungleichgewicht zwischen Männern und Frauen: Sie ist meistens ein Privileg von sehr gut verdienenden Männern. Da Frauen grösstenteils nicht zu den Gutverdienenden gehören, sind sie bei einer vorzeitigen Pensionierung benachteiligt. Es ist eines der Ziele der Initiative, Frauen eine flexible Pensionierung zu ermöglichen, jedenfalls dann, wenn sie aus gesundheitlichen oder anderen Gründen, insbesondere nach einem arbeitsreichen Leben mit oft nicht Existenz sichernder Erwerbsarbeit und Kinderbetreuung, darauf angewiesen sind. Eine Zustimmung zum Flexiblen AHV-Alter am 30. November 2008 kann dieser Ungerechtigkeit entgegen wirken. Denn Sie garantiert bei einer vorzeitigen Pensionierung eine AHV-Rente ohne Kürzung. Für Frauen bedeutet dies ein grosser Fortschritt.

Wir Frauen sind gerne bereit einen Beitrag für die Gleichstellung in der AHV zu leisten, indem das Rentenalter mit der Neuauflage der 11. AHV-Revision von 64 auf 65 Jahre erhöht werden soll. Dadurch fliessen gemäss Botschaft des Bundesrates zur 11. AHVRevision (Neuauflage) jährlich rund 600 Millionen Franken in die AHV-Kasse. Als Gegenleistung fordern wir aber klar das sozial flexible AHV-Alter.

Suanne Calligaris, Vertreterin Verbandsvorstand, Schweizerischer Katholischer Frauenbund SKF, Natel 079/205 39 25