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Weltgebetstag 2014 «In Verbundenheit mit ägyptischen Frauen»

Ägypten, das seit Monaten nicht mehr aus den Schlagzeilen kommt, steht im Zentrum des diesjährigen Weltgebetstages.

Die Liturgie «Ströme in der Wüste», die am 7. März von unzähligen Frauen rund um den Globus gefeiert wird, stammt von ägyptischen Christinnen. «Als sich 15 Frauen von 6 verschiedenen christlichen Kirchen im Mai 2011 trafen, um die Gottesdienstordnung zu schreiben, waren die Ereignisse rund um den Tahrir-Platz erst wenige Monate alt. Diese Ereignisse und das Schwerpunktthema Wasser bilden den Hintergrund der Arbeit im Hinblick auf den WGT 2014», so Ute Hohmeier vom deutschen Komitee. Die Hoffnung auf Brot, Freiheit und soziale Gerechtigkeit, die zur arabischen Revolution und im Januar 2011 zum Sturz von Hosni Mubarak führte, prägte den Gottesdienst der Ägypterinnen spürbar.

Eine weltweite Basisbewegung

Der Weltgebetstag gehört zu den ältesten ökumenischen Initiativen. Vor bald hundert Jahren von Frauen ins Leben gerufen und auch heute noch hauptsächlich von Laien getragen ist der Weltgebetstag eine grosse Basisbewegung christlicher Frauen in 170 Ländern. Immer am ersten Freitag im März feiern Frauen und Männer den Weltgebetstag. Organisiert wird der Anlass vom Schweizerischen Komitee und vielen Frauen vor Ort. Der Gottesdienst wird jährlich von Frauen aus einem anderen Land vorbereitet; er gibt Einblick in die Lebenswirklichkeit anderer Frauen und lässt teilhaben an ihren Hoffnungen und Visionen. Informiert beten - betend handeln lautet das Motto. Ein sichtbares Zeichen für die weltweite solidarische Verbundenheit sind die Frauenprojekte, die mit der Kollekte unterstützt werden. Dieses Jahr wird u.a. die Bildung von Mädchen in Oberägypten und Mikrokredite an behinderte und alleinstehende Frauen in Alexandrien finanziell gefördert.

Ägyptens Frauen

In Ägypten wird der Weltgebetstag seit 1928 gefeiert. Damit gehören die Ägypterinnen zu den ersten Frauen der weltweiten Bewegung! In der Schweiz laden die Evangelischen Frauen EFS seit 1950 zur Feier ein; bald darauf beteiligen sich auch die christkatholischen Frauen. Der SKF Schweizerische Katholische Frauenbund stösst erst nach dem Konzil zum Weltgebetstag. Obwohl Ägyptens Regime im 20. Jahrhundert stets autoritäre Züge trug, gab es seit den Zwanziger Jahren eine aktive Frauenbewegung. Unter Nasser haben sich die Frauen 1956 das Stimmrecht erkämpft, wurden dann aber immer stärker zurückgedrängt. Frauen haben den arabischen Frühling massgeblich mitgetragen. In der Zeit danach waren sie aber weder im Kabinett noch im Verfassungskomitee präsent. Doch sie schweigen nicht. Vermehrt werden sexuelle Belästigung von Frauen und Mädchenbeschneidung in der Öffentlichkeit thematisiert und für die politischen und wirtschaftlichen Rechte der Frauen gekämpft.

Besonders schwierig war die Situation in den letzten Monaten für koptische Frauen. Denn die koptische Minderheit, die unter dem islamistischen Regime von Präsident Mursi besonders gelitten hat, wurde nach dessen Sturz zum Sündenbock gemacht. Das Ausmass an Gewalt war gross; militante Muslimbrüder haben in kurzer Zeit über 80 Kirchen und viele koptische Einrichtungen zerstört.

Hoffnung auf Frieden

Die Hoffnung auf Frieden und ein gutes Leben für alle ist gross. Alle Menschen in Ägypten, christlich und muslimisch, sollen erleben, dass sich Frieden und Gerechtigkeit Bahn brechen, wie Wasserströme in der Wüste (Jesaja 41). Diese prophetische Zusage haben die ägyptischen Weltgebetstags-Frauen sich zu eigen gemacht. Bis heute hat sie sich nur ansatzweise erfüllt. Die Frauen in Ägypten benötigen unser Gebet und unsere finanzielle Unterstützung. Sie sind herzlich eingeladen, am 7. März zum Weltgebetstag.

 

Angela Büchel Sladkovic, SKF-Verbandsvorstand