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Abschied von Co-Geschäftsleiterin Regula Ott

Regula Ott verlässt den SKF. Anfang 2015 wurde die Bioethikerin als Beauftragte für Ethik und Gesellschaft engagiert, seit 2019 prägte sie den SKF zudem als Co-Geschäftsleiterin mit. Mit dem Verbandsvorstand erarbeitete sie in lebhaften Diskussionsrunden Positionen zu aktuellen ethischen Themen. Während ihrer Zeit beim SKF gestaltete Regula Ott 17 Kurse und verschiedenste Vorträge, unter anderem zu Präimplantationsdiagnostik, Leihmutterschaft, assistiertem Suizid, Care-Arbeit, der Ehe für alle oder zur Bewahrung der Schöpfung.

Was war dein erstes Projekt, das du angegangen bist?

Für Juni 2015 stand die Abstimmung über die Präimplantationsdiagnostik PID an. Der SKF wollte eine Haltung dazu erarbeiten, deshalb stellte ich Hintergrundinformationen zusammen und moderierte die ethische Entscheidungsfindung in einer Sitzung des Verbandsvorstands. Das Thema stellten Präsidentin Simone Curau-Aepli und ich gemeinsam an der Delegiertenversammlung des SKF vor. Für alle Mitglieder und weitere Interessierte erarbeitete ich einen Meinungsfinder. Durch das Beobachten der politischen Landschaft in der Schweiz eruierte ich künftige Themen wie Leihmutterschaft, Fragen zum Zugang zur Reproduktion, assistierter Suizid oder Ehe für alle. Vernehmlassungen des Bundes brachte ich in den Verbandsvorstand, sofern sie aufgrund des Leitbilds für den SKF relevant waren.

Worauf bist du besonders stolz?

Im Anschluss an einen Kurs sagte mir eine Teilnehmerin, dass sie sich in der Runde beim Diskutieren ihrer persönlichen Haltung und dem Hinterfragen anderer Positionen wohl gefühlt hätte und nun ihre Position selbstbewusst vertreten könne. Ob die Teilnehmerinnen ihre Haltung ändern oder nach verschiedenen Ansichten noch unsicherer in der Meinungsfindung sind, freut mich gleichermassen. Es zeigt, dass sie sich mit ihren Werten und den Ansichten anderer Personen auseinandergesetzt haben. Solche Diskussionen gehörten für mich zu den Highlights, wie auch jedes gemeinsame Erarbeiten einer Haltung im Verbandsvorstand, die Freude der Mitglieder am Mitgestalten zu spüren und der Austausch mit Menschen anderer NGOs in der Schweiz und den Frauen der Evangelischen Frauen Schweiz (EFS).

Bist du speziellen Herausforderungen begegnet?

Ja, die Haltungen innerhalb eines grossen Verbands sind vielseitig. Doch finde ich es trotzdem wichtig, dass der Verbandsvorstand zu Themen Stellung bezieht, die aufgrund des SKF-Leitbilds wichtig sind. So gab es jeweils ein bis zwei Mitglieder, die uns schrieben, dass sie anderer Meinung waren und sich nicht vertreten fühlten. Deshalb ist es uns immer ein Anliegen, die Haltung des Verbandsvorstands gut zu begründen und auch auf unser Leitbild hinzuweisen. Wir stellen Material zur Verfügung, damit sich interessierte Mitglieder eine eigene Haltung zum Thema erarbeiten können.

Es gibt auch kritische Stimmen im Verband, wenn sich der Verbandsvorstand in die Prozesse des Parlaments einbringt und politisch äussert. Bei diesem Vorwurf wird der Begriff «politisch» als parteipolitisch verstanden. Für mich bedeutet politisch aber allgemeiner das gemeinsame Aushandeln unseres Zusammenlebens. Eine Kleiderbörse, Angebote der Kinderbetreuung oder ein Senior:innenausflug von Frauengemeinschaften sind ebenso politisch, wie analog zu diesen drei Angeboten Abstimmungsempfehlungen und Stellungnahmen des Verbandsvorstands zur Armutsbekämpfung oder zum Umweltschutz, zur staatlichen Unterstützung für Kindertagesstätten oder zum Einsatz gegen Armut im Alter und Einsamkeit.

Was wird dir vom SKF speziell in Erinnerung bleiben?

Die engagierten Frauen, die basierend auf ihren Werten unsere Gesellschaft mitgestalten, haben mir einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Die schönen Begegnungen mit den freiwillig Engagierten an Verbandsanlässen und Kursen werde ich vermissen.

Porträt von Regula Ott auf kath.ch: Reformiert, lesbisch, Frauenbund: Regula Ott verlässt den SKF

 

 

Stimmen aus dem SKF

Regula, wir haben deinen Einsatz für den SKF sehr geschätzt und werden dich vermissen. Für deine Zukunft wünschen wir dir alles Gute.

«Regula hat mit ihrem Wesen und ihrer grossen Kompetenz eine Kultur im SKF angestossen, die uns zu neuem Denken inspirierte. Auch wenn sie nun weiterzieht, bleibt dieser erweiterte Denkraum da bei uns. Dafür bin ich ihr so dankbar.» Simone Curau-Aepli, Präsidium

«Besonders beeindruckt hat mich stets Regulas Scharfsinn und ihre Fähigkeit, auch den komplexesten Sachverhalt anschaulich darzustellen. Ich werde Regula als Vorgesetzte, von der ich so viel lernen durfte und als Kollegin, die stets ein offenes Ohr und einen guten Ratschlag hatte, sehr vermissen.» Sarah Paciarelli, Kommunikation

«Durch die motivierende und wertschätzende Art von Regula war die Zusammenarbeit mit viel Freude verbunden. Sie hat uns stets mit einer Prise Humor, förderlich und zielführend unterstützt.» Antonia Fuchs, Bildung

Mit Danielle Cotten wurde bereits eine Nachfolgerin gefunden. Danielle Cotten wird ihre Stelle als neue Co-Geschäftsleiterin Mitte April antreten.