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Ein Videogruss vom SKF

Die neue Co-Geschäftsleitung

Danielle Cotten und Karin Ottiger bilden seit dem 12. April die neue Co-Geschäftsleitung des SKF. In einem Video stellt sich das neue Duo den SKF-Mitgliedern vor.

 

Ihr seid die neue Co-Geschäftsleitung. Wie fühlt sich das an?

Karin: Es fühlt sich noch sehr neu, aber auch bereits sehr vertraut an. Danielle und ich haben sehr viel gemeinsam und genug Unterschiede, um einander gut zu ergänzen.

Danielle: Nach erst drei Wochen beim SKF fühle ich mich schon erstaunlich gut angekommen und empfinde mich als Teil des Teams. Als Co-Geschäftsleitung scheinen Karin und ich in vielen Bereichen «das Heu auf der gleichen Bühne zu haben» und doch bringen wir sehr unterschiedliche Kompetenzen und Ansichten mit, was viele Chancen bietet.

Wie würden dich deine engsten Freund:innen oder Familienmitglieder beschreiben?

Karin: Offen, engagiert und immer wieder zu Überraschungen fähig. Sehr zuverlässig und gradlinig. 

Danielle: Mein enges Umfeld würde mich als extrovertierte und energievolle Lebefrau bezeichnen. Wo ich bin, wird es häufig laut und ungezwungen.

Welche deiner Eigenschaften treibt deine Kolleg:innen manchmal an den Rand der Verzweiflung?

Karin: Meine Freund:innen würden mich wahrscheinlich mit dem Satz «Gömmer?» charakterisieren. Dabei kommt meine ziemlich ausgeprägte Ungeduld zum Ausdruck.

Danielle: Mein Herz liegt auf der Zunge. Wenn ich mit guten Freund:innen am Wandern bin und die Aussicht und die Natur mich tief berührt, kommt es schon mal vor, dass ich alle 5 Minuten allen mitteilen muss: «Es isch sooooooo schööööön!!!» Ich werde regelmässig damit aufgezogen, dass ich so ein hohes Mitteilungsbedürfnis habe.

Ihr engagiert euch beide seit Jahren als Freiwillige. Wofür setzt ihr euch ein und weshalb?

Karin: Freiwilligenarbeit gehört zu meiner Biografie, sie begleitet mich ein Leben lang. Und auch wenn wir selber nicht in der Lage sind, uns zu engagieren, so profitieren  wir  immer  wieder  davon,  dass  andere  diese Verantwortung übernehmen. Ich selber bin seit über 30 Jahren in der Flüchtlingsarbeit engagiert, aber auch in Naturschutzprojekten und in verschiedenen Care-Engagements in meinem Umfeld. 

Danielle: Aus verschiedenen Gründen ist mir das Engagement für die Förderung der pflanzenbasierten Lebensweise ein Herzensanliegen. Ich sehe darin den entscheidenden Lösungsansatz für viele Herausforderungen und Probleme, die wir als Gesellschaft angehen müssen. Ohne Aktivismus würde sich mein Leben egoistisch anfühlen und ich könnte mein Bedürfnis nach Solidarität nicht ausleben. Salopp gesagt: ich würde nachts weniger gut schlafen.

Karin über Danielle

«Danielle bringt einen breiten Erfahrungshintergrund mit, den sie bei uns wertvoll einsetzen kann. Ihre frische und energievolle Art wird es uns leicht machen, uns auf Neues einzulassen. Unsere digitalen Zusammenarbeitskanäle auf der Geschäftsstelle hat sie bereits mit grosser Überzeugungskraft neu aufgegleist.»

Inwiefern speist sich deine Arbeit beim SKF aus dem katholischen Glauben und wie spiegelt er sich in deinem persönlichen Alltag wider?

Karin: Die katholischen Frauengemeinschaften vor Ort wie auch der Verband als Ganzes sind vielen Frauen ein Stück Heimat. Hier erfahren sie Freiräume, treffen andere Frauen, lernen in Auseinandersetzung und Gespräch voneinander und können gemeinsam etwas bewirken. Gemeinschaft, das bedeutet für mich «katholisch». Auch persönlich ist das SKF-Leitbild für mich ein Wegweiser im Leben.

Danielle: Der Begriff «katholisch» löst in mir ambivalente Gefühle und Gedanken aus. Einerseits verbinde ich den katholischen Glauben mit Werten und Moralvorstellungen, die für mich von zentraler Bedeutung sind. Dabei denke ich beispielsweise an Nächstenliebe, Solidarität oder etwa den achtsamen und respektvollen Umgang mit unserer Umwelt. Andererseits verbinde ich «katholisch» auch mit einer hierarchisch geprägten Männerdomäne, die ihre Machtposition nicht immer im Sinne der christlichen Botschaften und Werte nutzt.

Die katholische Kirche hat ein angeschlagenes Image, die Kirchenaustrittszahlen steigen und Frauen sind noch immer von gleichberechtigter Teilhabe ausgeschlossen. Was hat dich dazu bewogen, für eine katholische Frauenorganisation zu arbeiten? 

Karin: Als Teil einer katholischen Frauenorganisation mit diesem Leitbild kann man im beruflichen Wirken nur positiv überraschen. In so einem grossen Frauennetzwerk zu wirken macht unglaublich Spass. Die beiden Hilfswerke des SKF, der Solidaritätsfonds für Mutter und Kind und das Elisabethenwerk, waren für mich stets äusserst glaubwürdig und wichtig.

Danielle: Für mich ist das ganzheitliche Denken beim Frauenbund von zentraler Bedeutung: Wir setzen uns dafür ein, dass Gleichberechtigung nachhaltig ermöglicht und gelebt wird. Dass die Kirche die Frau gegenüber dem Mann als gleichwürdig anerkennt und ihr Zugang zu allen Ämtern und Funktionen erlaubt, ist Voraussetzung für eine glaubwürdige Kirche. Solch ein struktureller Wandel wird auch zur Folge haben, dass Frauen in anderen Lebensbereichen ebenfalls weniger Unterschiede aufgrund der Kategorie «Geschlecht» erleben – davon bin ich überzeugt.

Danielle über Karin

«Karin beeindruckt mich sowohl durch ihr starkes, sympathisches Auftreten als auch durch ihren scharfen Intellekt. Ich freue mich, meine Ansichten durch ihre Perspektiven und ihr Wissen zu erweitern, ergänzen oder verändern.»

 

Von welcher deiner Kompetenzen profitierst du in deiner Funktion als Co-Geschäftsleiterin am meisten?

Karin: Ich war bereits in vielen Non-Profit-Organisationen und Verbänden tätig und weiss um die Herausforderungen und Chancen. Auch meine schnelle Auffassungsgabe und Hartnäckigkeit kommen mir bei meiner Arbeit sehr entgegen.

Danielle: Ich kann mich schnell in neue Bereiche eindenken und erschaffe gerne kreative Lösungsansätze.

Das Wirken der SKF-Geschäftsstelle wird von 13 verschieden Frauen aller Altersstufen geprägt, die ganz verschiedene soziale und kulturelle Backgrounds aufweisen –  und auch noch alle in Teilzeit arbeiten. Was ist deine Philosophie in punkto Mitarbeiter:innenführung und Organisationskultur?

Karin: Als Co-Geschäftsleiterin verstehe ich meine Aufgabe primär darin, gute Rahmenbedingungen zu schaffen sowie die Entwicklung jeder Mitarbeiterin zu fördern. Aber auch als Motivatorin und treibende Kraft für die Einhaltung und Umsetzung unserer Visionen. Mit diesem Verständnis kommen mir die Verschiedenheiten der Mitarbeiterinnen sehr entgegen und ich freue mich immer, sie und auch den Vorstand bei ihrer Arbeit unterstützen zu können.

Danielle: Ich sehe die Mitarbeiterinnen in erster Linie als Expertinnen auf ihrem Gebiet, die ich unterstützen und begleiten darf – sowohl in ihrer persönlichen Entwicklung als auch in der fachlichen Kompetenzerweiterung. Als Co-Geschäftsleiterin sehe ich es als Teil meiner Aufgabe, das SKF-Leitbild zu leben und im Team umzusetzen.

Der SKF ist aktiv in der politischen Interessenvertretung, erbringt Dienstleistungen, um die Freiwilligenarbeit seiner Mitglieder zu stärken und verfügt über zwei Solidaritätswerke. Was bedeutet es für dich eine so facettenreiche Organisation mit so verschiedenen nationalen und internationalen Tätigkeitsfeldern zu gestalten?

Karin: Es bedeutet für ich eine unglaubliche Fülle an spannenden Aufgaben und Bereiche. Die verschiedenen Tätigkeitsfelder zeigen mir auch die Glaubwürdigkeit des Verbandes auf. Es wird nicht nur über ein gerechteres Leben für alle gesprochen, sondern auch entsprechend gehandelt. Dass wir mit der Co-Geschäftsleitung die vielfältigen Aufgaben auf mehrere Schultern verteilen können, ist ein wichtiger Schritt.

Danielle: Die Vielfältigkeit des SKF macht ihn einzigartig und interessant. Ich muss mich beruflich nicht für einen der drei Bereiche (Stärkung der Freiwilligenarbeit, politische Interessenvertretung, Solidaritätswerke und Entwicklungszusammenarbeit) entscheiden, sondern darf mich mit allen gleichzeitig befassen. Gleichzeitig macht es diese Vielfalt auch anspruchsvoller, den einzelnen Bereichen als Organisation gerecht zu werden.

Der SKF ist ein Dachverband, der in strategischen Fragen von einem ehrenamtlichen Vorstandsteam geführt wird. Wie gestaltet sich die Zusammenarbeit zwischen dem Vorstand und den Angestellten der Geschäftsstelle?

Karin: Es berührt mich sehr, dass es noch immer Frauen gibt, die ehrenamtlich so viel Zeit und Engagement investieren. Als Co-Geschäftsleiterinnen sind wir ein Bindeglied zwischen den Mitarbeiterinnen und dem Vorstand. Gemeinsam können wir den Verband und unsere Visionen voranbringen.

Danielle: Beim Frauenbund geniessen wir den Luxus, äusserst engagierte Vorstandsfrauen im Amt zu haben, die sehr viel Leidenschaft und Zeit in ihre Funktion investieren. Der Kontakt ist intensiv und sehr eng.

Gesellschaftliche Megatrends prägen auch die Freiwilligenarbeit. Wie bewertet ihr die Entwicklung aus der Sicht des SKF, eines Freiwilligenverbandes mit über 600 Vereinen?

Karin: Freiwillige engagieren sich in der Regel zivilgesellschaftlich, weil sie etwas Sinnvolles tun möchten. Sinnhaftigkeit entsteht, wenn ich als Person das Gefühl hat, einen Unterschied machen  zu  können. Megatrends   wie   Flexibilität,   Individualisierung   oder Mobilität verändern die Art und Weise, wie wir uns für die Gemeinschaft engagieren. Die  Motive  verändern  sich,  zunehmend  werden  kurzzeitige und unverbindliche Einsätze gefordert, gleichzeitig steigt der Anspruch auf Mitsprache   und   Mitbestimmung.   Im Zuge   der   Digitalisierung  verändern  sich  die  Einsatzfelder  der Freiwilligen. Wir brauchen auch künftig Menschen, die sich solidarisch verhalten, die Vertrauen haben und Verantwortung übernehmen.  Hier werden der SKF und all die freiwillig engagierten Frauen auch weiterhin einen wichtigen Beitrag leisten.

Danielle: Es ist wichtig, diese Entwicklungen ernst zu nehmen und entsprechend zu handeln. Wir können gesellschaftliche Entwicklungen nicht aufhalten und dürfen nicht in Nostalgie schweben. Wenn Freiwillige sich anders engagieren möchten, müssen wir unsere Möglichkeiten und Angebote dahingehend weiterentwickeln, dass wir für diese Personen attraktiv bleiben und erreichbar sind.

Wenn die Menschen in 10 Jahren «Schweizerischer Katholischer Frauenbund» hören, woran sollen sie denken?

Karin: Ich möchte, dass sich die Menschen erinnern, dass der SKF mit seiner über 100 jährigen Geschichte es geschafft hat, sich weiter zu entwickeln, stets die Zeichen der Zeit erkannt hat und entsprechend handelte. Dass sich viele Frauen mit weiten Herzen, hellen Köpfen und viel Tatendrang für Frieden, Gerechtigkeit in Gesellschaft, Staat und Kirche eingesetzt haben.

Danielle: An einen inklusiven, modernen Zusammenschluss von Freiwilligen, die sowohl den sozialen Austausch pflegen als auch wichtige Anliegen vertreten und von Entscheidungsträger:innen gehört und respektiert werden.