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Foto: nanihta / Photocase Addicts GmbH

Ein kleines Virus wirbelt alles durcheinander

Normalerweise geniessen wir in der Schweiz eine stabile politische und rechtliche Situation. Das Coronavirus ist eine Zäsur. Menschen, die bereits vor Corona in engen finanziellen Verhältnissen lebten, trifft es noch stärker.

Wenn Familien mit kleinen Kindern Not leiden, kann der Solidaritätsfonds für Mutter und Kind Linderung schaffen.

Risiko Schwangerschaft

Betroffene melden sich normalerweise bei Beratungsstellen ihrer Wohnregion, wo die Situation analysiert und ein Gesuch beim Solidaritätsfonds eingereicht wird. Doch gerade Schwangere blieben während des Lockdowns als Risikogruppe eher zu Hause. Viele Beratungsstellen schränkten ihr Angebot zum eigenen Schutz ein oder schlossen gar vorübergehend. Beratung funktioniert aber nur vor Ort, wo Belege geprüft und die individuelle Situation geklärt werden.

Im März meist noch der gewohnte Lohn

Einkommenseinbussen wegen Kurzarbeit wurden ab April spürbar. So lässt sich erklären, dass zu Beginn der Coronakrise weniger Gesuche beim Solidaritätsfonds eintrafen und erst jetzt, mit reichlich zeitlicher Verzögerung auf dem Schreibtisch der Sachbereiterin landen. In der Romandie gingen die Gesuche mit bis zwei Dritteln besonders stark zurück, stiegen im Juni aber wieder stark an.

Für Haushaltshilfen im Stundenlohn ist die Lage besonders prekär, denn sie erzielten während des Lockdowns kein Einkommen. Wer bereits vor Corona nur das Existenzminimum verdiente, den trifft Kurzarbeit besonders. Das Geld für Rechnungen wie Miete und Franchise der Krankenkasse fehlt. Der Lebensunterhalt muss weiterhin normal bestritten werden, dabei reissen Windeln, Pulvermilch und Lebensmittel schnell ein Loch ins Portemonnaie.

Ausserordentliche Situation erfordert schnelles Handeln

In der Kommissionssitzung des Solidaritätsfonds im Juli 2020 wurde entschieden, dass das Reglement angepasst wird und in begründeteten Fällen ein erneutes Gesuch gestellt werden kann. Zudem dürfen dieses Jahr Anträge aufgrund der ausserordentlichen Situation gestellt werden, selbst dann, wenn bereits eine frühere Auszahlung erfolgt ist.