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Gebetsaufruf für die Schöpfung

Höchstwahrscheinlich geht es euch wie Angela Capelli und anderen Christ:innen. Der Schutz der Schöpfung ist für Angela wichtig für die Zukunft des Lebens auf dieser Erde. Die SKF-Frau aus Graubünden macht sich Sorgen. Aus diesem Grund hat sie einen Gebetsaufruf verfasst. Sie betet, im Vertrauen auf Gott, dafür, dass das menschliche Handeln der Zukunft der Schöpfung dienen mag. Jede:r betet das Gebet für sich zu Hause allein, verbunden mit den anderen Betenden.

«Ich habe mich viel mich Spiritualität und mit ethischen Fragen auseinandergesetzt, weil es mir wichtig ist, als Christin so zu handeln, wie ich glaube, dass es im Sinne Jesu wäre. Daraus erwächst für mich immer wieder auch politisches Engagement. Ich fühle mich darin dem Schweizerischen Katholischen Frauenbund sehr verbunden und durch die Enzykliken «laudato si» und «fratelli tutti» von Papst Franziskus bestätigt und motiviert. Gleichwertig zum Engagement steht für mich aber auch das Gebet, da ich glaube, dass ich nicht alles allein tragen muss, sondern letztlich alles in Gottes Händen liegt.»

Die christliche Pflicht

Der Schweizerische Katholische Frauenbund (SKF) und die Evangelischen Frauen Schweiz (EFS) riefen ihre rund 150'000 Mitglieder dazu auf, am 13. Juni Ja zum CO₂-Gesetz zu stimmen. Die beiden Frauenorganisationen EFS und SKF setzen sich damit für mehr Klimagerechtigkeit und die Bewahrung der Schöpfung ein. Auch nach der gescheiterten Abstimmung bleibt die Wahrung der Schöpfung unsere christliche Pflicht.

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Gebet am für die Zukunft des Lebens auf der Erde

Ankommen und Einstimmen

  1. Gebetsplatz einrichten
  2. Taizé-Liederheft und Kirchgesangbuch bereitlegen
  3. vor Kreuz oder Jesus-Ikone eine Kerze anzünden

Wir verbinden uns miteinander und mit dem Heiligen Geist

Wir schliessen die Augen und sehen uns selber von oben, wie wir an unserem Gebetsplatz sitzen. Dann schauen wir innerlich weiter und «sehen», wie jede:r von uns an verschiedenen Orten vor dem Kreuz und einer brennenden Kerze sitzt. 

Wir bitten dazu um den Geist Gottes mit dem Lied «Tu sei sorgente viva» (Taizé-Liederheft, Nr. 39)

Wir stellen uns vor, wie ein Licht vom Himmel auf uns herabkommt, wie eine Feuerzunge über unserem Kopf schwebt und Licht in grossen Bögen aussendet, die uns miteinander verbindet.

 

Nun öffnen wir die Augen und beten

Gott, unser Schöpfer, 

wir kommen gemeinsam vor dein Angesicht,

weil wir uns Sorgen machen, 

Sorgen wegen der Klimaerwärmung, dem Artensterben, 

dem ständigen Verlust an fruchtbarem Boden, unserer Lebensgrundlage,

der ganzen Zerstörung auf dieser Erde, die deine wunderbare Schöpfung ist.

Viele junge Menschen haben Angst vor der Zukunft. 

Werden sie noch leben können auf dieser Erde?

Wie wird ihr Leben aussehen?

Wie wird es auf der Erde aussehen?

Wir vertrauen darauf, 

dass Du Deine gute Schöpfung letztlich nicht zugrunde gehen lässt, 

aber du handelst auch durch uns:

 Wo Dein Geist wirkt, schaffen Menschen Paradiese auf dieser Erde. 

Wo Dein Geist nicht wirkt, bewirken Menschen Zerstörung und Leid. 

Sende uns und der Welt deinen Geist!

 

Wir singen

Wir singen den Refrain «Sende aus deinen Geist und das Antlitz der Erde wird neu» (Kirchgesangbuch, Nr. 489)

 

Meditation und Fürbitte

Unser Geist wandert und wir sehen, wie das Eis in der Arktis immer schneller schmilzt, Eisbären verhungern, Wälder im Norden brennen, Gletscher verschwinden, und der Permafrost taut auf, so dass unsere Berge bröckeln.

Gott, wir bitten Dich, hilf uns, die Klimaerwärmung auf unter 2 Grad zu halten, damit es nicht zu den gefährlichen Kipppunkten kommt, bei denen es kein Zurück mehr gibt, wie bei einem Fahrzeug, das eine Klippe herunterstürzt.

Wir singen  «Misericordias domini» (Taizé-Heft, Nr. 58)

Unser Geist wandert und wir sehen wie am Amazonas riesige Bäume gefällt werden und riesige Gebiete durch Stauseen überflutet werden. Im Wasser faulen die Baumreste vor sich hin.

Gott, wir bitten Dich, hilf uns die Regenwälder, die grünen Lungen unserer Erde zu erhalten, der wegen unseres Fleisch- und Palmölkonsums und auch dem Klimawandel bedroht ist.

Wir singen  «Misericordias domini» (Taizé-Heft, Nr. 58)

Unser Geist wandert und wir sehen, wie die Korallen absterben und Meeresschildkröten und Delfine im Plastikmüll verenden.

Gott wir bitten Dich, hilf uns unsere Meere zu schützen, die ebenfalls wichtige CO2-Speicher sind und durch den Klimawandel und Plastikverschmutzung bedroht sind.

Wir singen  «Misericordias domini» (Taizé-Heft, Nr. 58)

Unser Geist wandert und wir sehen vertrocknete Felder und staubiges Land, auf dem nichts mehr wächst, eine Welt in der keine Vögel mehr singen und keine Bienen mehr summen.

Gott wir bitten Dich, hilf uns zu lernen, wie wir das Land bebauen und Lebensmittel für alle Menschen produzieren können, ohne die Fruchtbarkeit zu zerstören und zusätzlich CO2 frei zu setzen.

Wir singen  «Misericordias domini» (Taizé-Heft, Nr. 58)

 

Wir beten

Gott,

Du Urgrund allen Seins,

wenn wir uns alle die Zerstörung und all die Probleme vor Augen führen, könnten wir mutlos werden.

Doch wir vertrauen auf dich:

Auch wenn es auf jeden einzelnen von uns ankommt,

liegt doch letztlich alles in deiner Hand!

Berühre die Herzen der Menschen guten Willens

und sende deinen Geist aus,

dass immer mehr Menschen so leben und entscheiden,

wie es Deinem Willen entspricht

und für die Zukunft des Lebens auf dieser Erde am besten ist.

 

Wir singen «Lass uns Herr in deinem Namen»

Zum Abschluss danken wir Gott mit dem Gebet, das Jesus uns gelehrt hat, dem Vaterunser. 

 

Über Angela Capelli

Ich heisse Angela Capelli, bin 55 Jahre alt, bin verheiratet. Wir haben zwei erwachsene Söhne und wohnen in Igis, Graubünden. 

Seit zwei Jahren bin ich wegen einer schweren chronischen Erkrankung leider nicht mehr berufstätig. Zuvor war ich als Primarlehrerin, Heilpädagogin und Religionspädagogin, mit den Kindern und für die Kinder tätig, zuletzt als Ausbildnerin für Katechetinnen und Katecheten, was mich sehr erfüllt hat.

Jetzt mache ich so viel ich noch kann im Haus und am liebsten im Garten. Dort versuche ich im Sinne der Permakultur mit der Natur zu arbeiten und jedes Jahr dazu zu lernen, um immer mehr ein kleines Ökosystem mit einer grossen Artenvielfalt entstehen zu lassen. Ansonsten singe und musiziere ich gerne, fahre gerne E-bike und liebe alles, was mit Wasser zu tun hat. 

Seit 25 Jahren bin ich Mitglied des Frauenbundes der Pfarrei Landquart, doch leider ist es aufgrund meiner Erkrankung nicht mehr leicht, an so manchen Anlässen des Frauenbundes teilzunehmen oder mitzuhelfen. Ich leite jedoch immer noch das Taizé-Gebet und spiele auch immer wieder an Gottesdiensten des Frauenbundes Gitarre.