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Grenzverletzungen und Gewalt verhindern

Gewaltprävention beim SKF

Die Weltunion katholischer Frauenverbände fordert entschiedenes Vorgehen gegen häusliche Gewalt. Der SKF setzt sich national und international für die Prävention häuslicher Gewalt ein.

2021 hat Papst Franziskus zum «Jahr der Familie – Amoris laetitia» erklärt. Aus diesem Anlass führte die Weltunion katholischer Frauenverbände* (WUCWO) Ende März ein Webinar durch, um Methoden der Gewaltprävention für die verletzbarsten Familienmitglieder zu erarbeiten: Kinder und Jugendliche. 

Zunahme häuslicher Gewalt seit Corona

Internationale Studien zeigen, dass die prekäre Situation aufgrund der Corona-Pandemie weltweit zu einer Zunahme häuslicher Gewalt führt. Der SKF ist bestürzt über die Entwicklung. Die Prävention von Grenzüberschreitungen, Übergriffen, sexueller und häuslicher Gewalt sowie von Missbrauch jeder Art ist ein Thema, das für den SKF von grosser Dringlichkeit ist. In der Schweiz hat sich die Anzahl von Femiziden seit Beginn der Pandemie verdoppelt. Der SKF trägt die Forderung nach entschiedenerem Vorgehen gegen Kindesmissbrauch und die Forderungen nach der Prävention häuslicher Gewalt mit und setzt sich auf verschiedene Weise dafür ein, Gewalt an Frauen und Kindern zu verhindern.

Für Grenzverletzungen sensibilisieren

Die Ortsvereine des SKF leisten wichtige Sorgearbeit in den politischen Gemeinden und Pfarreien, dazu gehören Spielgruppen, Kinderhütedienste, Besuchsdienste für ältere Menschen, Mittagstische für Geflüchtete und Angebote für Menschen mit Behinderungen. Bei dieser Arbeit bestehen oft asymmetrische Beziehungen, also Beziehungen mit Abhängigkeiten. Derartige Beziehungen begünstigen Grenzverletzungen, Missbrauch und sexualisierte Gewalt, da sich Täter:innen durch die Abhängigkeit ein Schweigen erkaufen können. Auch wenn der SKF das Risiko von sexualisierter Gewalt innerhalb seiner Organisation als klein einstuft, ist es trotzdem wichtig, durch die richtigen Vorkehrungen vorzubeugen und Leid zu verhindern.

Verantwortungsvolle Freiwilligenarbeit stärken

Der SKF hat mit einer eigens dafür beauftragten Projektgruppe Dokumente erarbeitet, die SKF-Freiwillige für das Thema «Grenzverletzung und sexualisierte Gewalt» sensibilisieren. Dazu gehört auch ein Dokument zum Umgang mit den Leitlinien von Bistümern und Landeskirchen zur Prävention sexueller Übergriffe. Die Dokumente stehen SKF-Mitgliedern ab Mai zur Verfügung. Die Leser:innen erfahren, was sie bei Verdacht tun können und welche Rahmenbedingungen für ein sicheres Umfeld nötig sind. Als grosser Freiwilligenverband mit 600 Ortsvereinen kommt der SKF seiner Verantwortung nach und ergreift Massnahmen, sodass der Verband für alle Mitglieder und ihnen anvertraute Menschen ein sicherer Ort ist.

Finanzielle Not als Brandbeschleuniger 

Besonders jetzt, in der Coronakrise, leiden viele Menschen unter finanziellen Einbussen und den psychischen Folgen des Lockdowns. Die wirtschaftlichen Folgen der COVID-19-Pandemie drängen viele Familien an den Rand der Existenz. Es ist bekannt, dass Armut und finanzielle Not Risikofaktoren im Zusammenhang mit häuslicher Gewalt darstellen. Auch psychisch befinden sich armutsbetroffene Familien jetzt in einer Ausnahmesituation. Die Zukunftssorgen, die in finanziellen Notlagen auftreten, können zu existentiellen Bedrohungen werden. Familien, Alleinerziehende und working poor sind besonders gefährdet, in eine finanzielle Notlage zu geraten. Der Solidaritätsfonds für Mutter und Kind hilft seit 45 Jahren unbürokratisch und schnell in Form von finanzieller Unterstützung.

In der Sendung SRF-mitenand mehr über das Wirken des Solidaritätsfonds erfahren

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Wege aus der Armut sind Wege aus der Gewaltspirale

Besonders betroffen von Gewalt sind nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation Frauen in ärmeren Ländern, Uganda seit Ausbruch der Pandemie gar mit einem Plus von 60 Prozent. In verschiedensten Projekten in Bolivien, Indien, Sri Lanka und Uganda unterstützt der SKF durch die Projekte des Elisabethenwerks Frauen auf dem Weg aus der Armut. Die Bekämpfung häuslicher Gewalt spielt bei vielen Projekten des Elisabethenwerks eine wichtige Rolle. In Uganda beispielsweise sind traditionellerweise die Frauen für das Essen verantwortlich. Schaffen sie es nicht, die Familie zu ernähren, droht in vielen Fällen häusliche Gewalt. Mit dem Projekt «Mit Lehmöfen und Aufklärung gegen häusliche Gewalt» leistet das Elisabethenwerk des SKF ganz konkrete Hilfe und einen Beitrag zu Prävention. In den Dalit- und Adivasi-Gemeinschaften des indischen Bundesstaates Orissa gelten Mädchen nach wie vor als wirtschaftliche Belastung. Mit falschen Versprechungen bezüglich Arbeit in den Städten werden sie Familien abgekauft, Lohn erhalten sie keinen. Oft werden die Frauen auch sexuell ausgebeutet. Das Projekt «Frauenhandel wirksam bekämpfen» trägt dazu bei den Kreislauf aus Armut und Gewalt zu durchbrechen.

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