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Hören wir aufeinander?

Im Bistum Chur hängt der Haussegen schief. Die Stimmung ist nicht nur von personellen Herausforderungen geprägt. Unklar ist weiterhin, wer der neue Bischof von Chur wird. Diese beschäftigt jene, die die Wahl aktiv mitbeeinflussen können und diejenigen, die auf eine gute Ernennung hoffen, die Frieden und Einigung einkehren lässt.

Der Apostolische Administrator Peter Bürcher beschreibt den Weg der Erneuerung der Kirche im Bistum Chur in drei Phasen: «Auf Gottes Wort hören», «Aufeinander hören» und «Lassen wir uns überraschen». Vom Anspruch der zweiten Phase ist man im Bistum weit entfernt. Am 18. März 2020 wurde Martin Kopp als Generalvikar der Urschweiz von Bischof Peter Bürcher – seit Mai 2019 Apostolischer Administrator im Bistum – abgesetzt. Von einem Tag auf den anderen wurde der Urschweizer Generalvikar Martin Kopp entlassen. Seitdem knirscht es gehörig im Gebälk.

Katholikinnen und Katholiken stiess der Rauswurf des beliebten Generalvikars vor den Kopf. Einige von ihnen starteten die Petition «Solidarität mit Dr. Martin Kopp: Wir distanzieren uns vom Entscheid von Peter Bürcher». Diese wurde von 3’865 Menschen unterschrieben. Nach einer mehrtägigen Pilgerreise von Zürich nach Chur wurde sie an Kanzlerin Donata Bricci überreicht, durch welche sich Peter Bürcher vertreten liess.

Unter den Petitionärinnen in Chur waren die Theologin Veronika Jehle, SKF-Präsidentin Simone Curau-Aepli, die Präsidentin des KFB Katholischer Frauenbund Zürich Amanda Ehrler, Vertreterinnen vom Kantonalen Frauenbund Schwyz (KFS) sowie viele weitere Menschen dabei.

Ilona Nydegger, KFS-Präsidentin beschreibt die Stimmung auf der mehrtägigen Pilgerreise als sehr gut, durchtränkt mit angeregten und offenen Gesprächen. Auf diese Weise im Aufbruch und unterwegs zu sein, empfand Ilona als sehr bereichernd. Auch KFS Vorstandsfrau Marlies Frischknecht machte bei einer Wegetappe mit. Sie spürte die Verbundenheit der Pilgernden untereinander, das gemeinsam Kirche Sein.

Erst am Vorabend erreichte die Petionärinnen und Petionäre die Nachricht der Medienstelle, die darüber informierte, dass Peter Bürcher nicht anwesend sein werde und die Menschen, die mit ihm in Dialog treten möchten, nicht empfangen werde. Bis heute warten die SKF-Kantonalverbände des Bistums Chur als Mit-Petitionärinnen auf eine Mitteilung von Bischof Bürcher.

Einen ausführlichen Bericht zur Petitionsübergabe gibt es auf Kath.ch

 

Seit der Petitionsübergabe weht Aufbruchsstimmung durch den KFS. So beteiligten sich beim reformorientierten Projekt «Vielstimmig Kirche sein» verschiedene SKF-Frauen aus den Verbänden. Auch die Schwyzer Ortsvereine wurden vom Kantonalverband aufgerufen, sich weiter auf allen erdenklichen Wegen zu engagieren. Nicht nur im Bistum Chur, sondern für eine Erneuerung der römisch-katholischen Kirche. Hierzu engagiert sich der KFS unter anderem im Rahmen der JuniaInitiative.

 

Für die anstehende Bischofswahl werden mittlerweile fünf Namen diskutiert, gemäss einem Artikel auf kath.ch sind dies Ruedi Beck, Joseph Bonnemain, Urban Federer, Adrian Lüchinger und Mario Pinggera. Im Namen der Gläubigen ist zu wünschen, dass Peter Bürchers selbstformulierter Anspruch der zweiten Phase mehr Gewicht erhält und ein Bischof berufen wird, der den Bedürfnissen der Menschen im Bistum entgegenkommt.

An der Zeremonie für Generalvikar Martin Kopp trug Amanda Ehrler im Namen aller Kantonalverbände des Bistums Chur mit gemeinsamen Worten von Ilona Nydegger, Marlies Frischknecht und ihrer selbst die Vision für eine vielstimmig offene Kirche im Bistum Chur vor und würdigte das vieljährige Wirken des Generalvikars Martin Kopp mit folgenden Worten:
 

«Jesu macht keinen Unterschied»


… von dieser Idee getragen setzen sich viele Katholikinnen und Katholiken für eine offene Kirche ein. Für diese Ideologie lohnt es sich zu kämpfen, zu arbeiten, zu pilgern, hinzustehen und zu beten!

  • Unter Kirche verstehen wir Menschen, die eine Gemeinschaft bilden, in der Jesus Christus das Zentrum ist. In dieser Gemeinschaft sind alle gleichwertig aufgrund ihrer Menschenwürde; ob Mann, Frau oder Kind.
  • Gerechtigkeit, Frieden, Solidarität, Freiheit, Liebe und Versöhnung leiten das Zusammenleben. Der gemeinsame Dialog ist ein wichtiges Instrument, um einander immer besser zu verstehen und so Gottes Geist zu hören, der durch alle Menschen zu uns spricht.
  • Die kirchliche Gemeinschaft nimmt die Zeichen der Zeit wahr und sucht Antworten darauf, die für die Menschen lebbar sind.
  • Die Gemeinschaft lebt von der Unterschiedlichkeit und Vielfalt der Menschen und ihren Begabungen.
  • Frauen und Männer teilen sich Stellung und Macht zum Wohle aller Menschen in der Gemeinschaft.
  • Im gemeinsamen Feiern und Beten tanken wir Kraft für unser Tun im Alltag.
  • Gerne denken wir, an alle Menschen, die sich im Dienste der katholischen Kirche einsetzen und im Herzen die Vision tragen, dass die Botschaft von Jesu gehört werden will.
  • Schön zu spüren und zu wissen wie viele Frauen und Männer gerne im Dienste der Kirche arbeiten und dienen. Noch schöner die Idee und der Gedanke, dass eines Tages der Traum wahr werde, von der Kirche, die allen Menschen den Dienst in der Kirche erlaubt und sich den Dienst von allen wünscht. Das Potential ist vorhanden!
  • Eine angstfreie Kirche, das wünschen wir uns. «Du darfst Du sein»!
  • Wir träumen von einer Kirche, die sich wieder vermehrt auf ihre Wurzeln und ihren Ursprung in Jesus Christus besinnt (so die Worte aus der Juniainitiative).