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Geistliche Begleitung im SKF

Mut für neue Wege entfachen

Die Geistliche Begleitung hat Tradition im Frauenbund. Waren es in den Anfängen Pfarrer, so sind es heute Theolog:innen, Katechet:innen oder ehrenamtlich engagierte Menschen aus nicht-kirchlichen Berufen, die den Ortsvereinen und Kantonalverbänden als geistliche Begleiter:innen zur Seite stehen. Der Background und die Aufgaben der Frauen in dieser Funktion sind ganz unterschiedlich. Wir stellen sie vor. Den Anfang macht Yvonne Schmitt (42), seit 2021 geistliche Begleiterin des SKF-Ortsvereins «Krienser Frauen».

Du bist Pfarreiseelsorgerin der Katholischen Kirche Kriens. Ist deine Geistliche Begleitung beim SKF Teil deines Jobs?  

Ja und es ist eine tolle Aufgabe, einen so jungen und agilen Vorstand zu begleiten. Da bin ich auch stolz, wenn ich im Team der Seelsorgenden von den «Krienser Frauen» erzähle, was die auf die Beine stellen, bereichert unser Gemeindeleben sehr!

Was gehört zu deinen Aufgaben?

Ich betrachte mich als Seelsorgerin, Ermutigerin, Unterstützerin und ab und an auch als Kritikerin. Ich nehme an Vorstandssitzungen und Anlässen teil und darf mich als der Mensch einbringen, der ich bin, z.B. auch als Migrantin und Frau ohne Familie.

Welche Rolle spielt Spiritualität?

Ich gestalte spirituelle Anlässe mit und habe Freude auch als Theologin, Liturgin und Theaterpädagogin wirken zu können. Mein Anspruch ist es, Spiritualität als etwas Lebensnahes zu vermitteln, Worte zu finden, in denen sich die Frauen wiederfinden können, Räume zu schaffen, auch für spirituelle Erfahrungen.

Was ist deine Maxime?

Jede:r geistliche Begleiter:in füllt die anfallenden Aufgabe ja ganz anders aus. Mut zum Beschreiten neuer Wege möchte ich entfachen – im Begleiten des Vereins ebenso, wie auf den vielfältigen Lebens- und Glaubenswege der Einzelnen.

Was liegt dir besonders am Herzen?

Diversity. Vielfalt ist mir besonders wichtig. Meine Leidenschaft dafür muss ich manchmal bremsen. Es beschäftigt mich in der Kirche: Welche Menschen haben wir (noch nicht) im Blick? Welche Lebens- und Beziehungsformen müssen wir mehr berücksichtigen und wertschätzen? Wie gestalten wir Bildsprache und Texte, sodass sich alle willkommen fühlen? Ein grosses Thema, für mich ein wichtiger Weg!

Was empfindest du als Herausforderung?

Ich weiss um die kritische Sichtweise auf die Institution Kirche. Durch meine Anstellung bin ich einerseits Repräsentantin dieser Kirche, auf der anderen Seite gehöre ich als Frau zu den Menschen, die an den Unrechtsstrukturen innerhalb der römisch-katholischen Kirche leiden. Ich bin Glaubende und Suchende zugleich. Als geistliche Begleiterin eines katholischen Frauenvereins bin ich auch Ansprechperson für diese schwierigen Themen.

Inwiefern wirkt sich deine Funktion aufs Vereinsprogramm aus?

Besonders Freude habe ich daran, dass ich in diesem Frühjahr zwei Kurse leiten durfte: Einen Meditations- und Achtsamkeitsabend sowie einen Einsteiger:innen-Workshop «Improvisationstheater». Toll, dass die zwei Kurse laufen und es viele Anmeldungen gab. Der relativ neue Vorstand, der aus zehn Frauen zwischen 35 und 55 besteht, ist mittlerweile zu einer richtigen Gemeinschaft gewachsen. Ich freue mich, dass ich Teil davon bin.

Welchen Beitrag leisten die Freiwilligen des katholischen Frauenvereins zum Pfarreileben?

Die Krienser Frauen bereichern mit ihren Angeboten und Kursen die katholische Kirche Kriens. Die Veranstaltungen des Vereins sind für alle offen und vielfältig: Kreatives, Spirituelles, Kurse zu Erziehungsthemen oder zur Persönlichkeitsentwicklung. Dieses Jahr sind dem Vorstand Gemeinschaftsanlässe besonders wichtig. Auch als Bestärkung und Belohnung für alle «Krienser Frauen» nach der langen Durststrecke in der Pandemie. Der Vorstand unterstützt auch Angebote anderer Pfarreiteams, so wie zum Beispiel den Rääbelichtli-Umzug oder Begegnungsfeste.