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Protest und Dank für Martin Kopp

Petitionsübergabe im Bistum Chur

Katholikinnen und Katholiken, darunter auch SKF-Frauen, pilgerten von Zürich nach Chur, um dort mit der Übergabe der Petition gegen den Rauswurf des bischöflichen Delegierten der Urschweiz, Martin Kopp, durch die Bistumsleitung zu ein Zeichen zu setzen. Im Anschluss wurde eine Dankesfeier abgehalten.

Gegen die Absetzung protestierten katholische Theologinnen und Theologen mit der Petition «Solidarität mit Dr. Martin Kopp: Wir distanzieren uns vom Entscheid von Peter Bürcher», die von 3865 Menschen unterschrieben wurde. Eine mehrtägige Pilgerreise von Zürich nach Chur endete nun mit der Petitionsübergabe. Der Adressat des Anliegens aber fehlte – Bischof Bürcher liess sich durchs Kanzleipersonal vertreten, berichtet kath.ch. «Wir distanzieren uns vom Leitungstil und der Art der Kommunikation», fasste Veronika Jehle aus der Gruppe der Pilgerinnen und Pilger das Anliegen der Petition zusammen. «Wir suchen den Dialog, doch nun zeigt sich uns niemand von den Verantwortlichen», so Veronika Jehle gegenüber kath.ch.

Nach der Übergabe der Petition in Chur feierten die Petitionärinnen und Petitionäre eine Dankesfeier für Martin Kopp und würdigten sein langjähriges Wirken als Priester der Diözese und als Generalvikar. SKF-Präsidentin Simone Curau-Aepli begrüsste die Anwesenden, betonte die Sehnsucht nach Frieden im Bistums Chur und den Wunsch nach einem Leitungsgremium aus Männern und Frauen, die ein kirchliches Denken, Reden und Handeln pflegen, das keinerlei Ausgrenzung und Diskriminierung duldet und verursacht. 

«Wir sind heute da, um diese Kultur der Wertschätzung und der Versöhnung zu pflegen und um Martin Kopp für sein langjähriges Wirken im Bistum Chur zu danken. Dass du hier mit uns bist, lieber Martin, ist nicht selbstverständlich, hast du doch seit dem letzten Besuch am 18. März im Hof zu Chur für dich völlig überraschend die Kündigung erhalten und seitdem kein einziges derartiges Zeichen von deinem Vorgesetzten, dem apostolischen Administrator, erhalten. Wir nehmen diese Feier zum Anlass, den Bogen auch hier weiter zu schlagen. Wie mit dir umgegangen wurde, ist in der Katholischen Kirche leider keine Seltenheit. Wir alle kennen Menschen, die ihre Berufung und ihre Talente nicht oder nicht mehr in einem kirchlichen Dienst ausüben durften. Diese Männer und Frauen würdigen wir heute im Wissen darum, dass diese Ereignisse offene Wunden und Narben am Leib unserer Mutter Kirche hinterlassen haben, die längst nicht alle verheilt und versöhnt sind. Wir denken an all die Frauen, die einzig aufgrund ihres Geschlechts ihre Berufung zur Priesterin nicht leben dürfen. Wir denken an alle Priester und Bischöfe, die ihre Berufung und ihr Amt wegen einer Liebesbeziehung aufgegeben haben. Wir denken an Homosexuelle, die ihre Liebe nie leben und schon gar nicht offen zeigen konnten. Menschen, die bis heute offiziell von den Sakramenten ausgeschlossen werden, und ihre Liebe und Partnerschaft in einem Gottesdienst nicht feiern dürfen. Wir denken all Priester, Professorinnen, Schriftsteller und Theologinnen, die von der Kirche gemassregelt wurden, weil sie sich dazu berufen fühlten, die Frohe Botschaft weiter, befreiender, versöhnlicher zu leben», so Simone Curau-Aepli.

Schon vor dem Pilgermarsch setzten Menschen und Organisationen ein Zeichen und erklärten, weshalb sie die Absetzung missbilligen. Der SKF Katholische Frauenbund solidarisierte sich und auch die SKF-Kantonalverbände, die dem Bistum Chur angehören vertreten geschlossen die Meinung, dass sich dringend etwas ändern muss. In einem offenen Brief kritisierten sie, dass die Vorkomnisse im Bistum Chur sie so gar nicht an eine christliche Kirche erinnerten.