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Sumaya hat dank der Initiative des Elisabetehenwerks eine Existensgrundlage - ihre Geschichte zeigt Filmer Bruno Amrein für SRF «mitenand»

So wirkt das Elisabethenwerk

Im Jahr 2020 hat das Elisabethenwerk des Schweizerischen Katholischen Frauenbundes SKF 49 Frauenprojekte finanziell unterstützt, 17 davon in Südasien (Indien/Sri Lanka), 8 in Lateinamerika (Bolivien) und 24 in Afrika (Uganda).

Das Elisabethenwerk überprüft die Wirkung seiner Arbeit systematisch und kontinuierlich. In jedem Projektgesuch werden die Ziele, die Aktivitäten zur Zielerreichung und die erwarteten Resultate aufgeführt, damit diese auch überprüft werden können. Dieses Monitoring geschieht durch unsere lokalen Konsulentinnen und durch die Programmverantwortlichen.

Die umgesetzten Projekte reichen vom Aufbau von Spar- und Kreditgruppen über die Bekämpfung von häuslicher Gewalt und Frauenhandel bis zum Anbau von Heilkräutern oder zum Aufbau einer Ziegenzucht zur Einkommensgenerierung. Die Berufsbildung und die Stärkung von jungen Frauen gehörten ebenso dazu wie die biologische Landwirtschaft oder die Durchsetzung von Eigentumsrechten oder staatliche Alters- und Witwenrenten für Frauen. So vielfältig die Bedürfnisse der Frauen im Süden sind, so vielfältig sind auch die Projekte des Elisabethenwerks, denn die Projekte sind auf die konkreten Bedürfnisse der Frauen zugeschnitten. Mehrere Zehntausend Frauen förderte das Elisabethenwerk 2020. Die Frauen sind jeweils Teil einer Gruppe, die als Gemeinschaft die Situation verbessern will. Gerade die Corona-Pandemie hat gezeigt, wie wertvoll der Gruppenzusammenhalt ist, auch mit Abstand.

Der Gesuchsaufwand für diese 49 Projekte setzt sich wie folgt zusammen:

  • Asien: CHF 163'129
  • Lateinamerika: CHF 72'158
  • Afrika: CHF 224'582

29 Projekte hat die Projektkommission des Elisabethenwerks im Jahr 2020 neu bewilligt. Die Mehrheit dieser Projekte hat eine Laufzeit von zwei bis drei Jahren.

Sumayas Geschichte

Ende November 2020 reiste der Filmer Bruno Amrein nach Uganda und besuchte in Begleitung unserer lokalen Konsulentin Lydia Nayiga eine Spar- und Kreditgruppe des Elisabethenwerks in Mukono. Sein vierminütiger Film für die SRF-Sendung «mitenand» erzählt die Geschichte von Sumaya Nakawuki und zeigt eindrücklich, wie Sumaya und andere Frauen durch die Spargruppe des Elisabethenwerks ihre Lebenssituation verbessern.

Hier geht’s zum Film

Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Projekte

Die Corona-Pandemie hat die Arbeit des Elisabethenwerks stark beeinträchtigt. Verschiedene Projekte mussten vorübergehend unterbrochen werden oder konnten erst mit Verzögerungen starten. In der Zwischenzeit konnten viele Aktivitäten und Schulungen nachgeholt werden. Die meisten Projekte sind auf Kurs.

Die Ausgangssperren führten zu Hungersituationen und verstärkten die Armut, da die Möglichkeiten, ein Einkommen zu erzielen, stark eingeschränkt waren. Einige unserer Projektpartner:innen in Indien halfen bei der Verteilung von Lebensmitteln, um die Not zu lindern. In zahlreichen Projekten des Elisabethenwerks sind Hygiene, HIV-Prävention und Gesundheitsförderung ein integraler Bestandteil. Die Massnahmen zur Corona-Prävention konnten zeitnah in diese Schulungen integriert werden, da unsere Projektleiter:innen sehr flexibel sind.

Unsere Kontaktpersonen in Uganda und Bolivien berichteten von einer spürbaren Zunahme von häuslicher Gewalt während der Lockdowns. Unsere Projektpartner:innen waren mit den Gruppenmitgliedern in Kontakt und stärkten ihnen den Rücken oder unterstützten die betroffenen Frauen bei der Suche nach einer Lösung.

Insbesondere Partnerorganisationen mit Fokus auf Prävention häuslicher Gewalt trugen in Uganda in ihrem Umfeld massgeblich zur Reduktion häuslicher Gewalt und zur Eindämmung der COVID-19-Fallzahlen bei: Die ausgebildeten Mediatorinnen gingen von Haus zu Haus, um die Massnahmen gegen die Verbreitung von COVID-19 zu erläutern und gleichzeitig die Situation in den Familien kennenzulernen und sich als Mediatorinnen anzubieten, wo dies nötig war. Ihr Angebot wurde in vielen Fällen genutzt.

In den Projektländern wurden Partnerorganisationen von uns neben ihren angestammten Aktivitäten angefragt, zusätzliche Aufgaben zu übernehmen, wie z.B. die Aufklärung der Bevölkerung über die Corona-Massnahmen oder die Verteilung von Lebensmitteln, welche von der Regierung in die ärmsten Gebiete gebracht wurden. Dies zeigt auf, dass die Partnerorganisationen durch unsere Unterstützung an Ansehen gewonnen haben und wahrgenommen werden.

2020 haben sich in Uganda trotz Lockdown während über fünf Monate fast 7000 Frauen neu in Spar- und Kreditgruppen organisiert haben (siehe Sendung «mitenand»). Dank der Spar- und Kreditaktivitäten haben diese und vorher gegründete Gruppen diese sehr schwierige Zeit verhältnismässig gut überstanden.

Unsere lokalen Konsulentinnen besuchen die Projekte im Rahmen des Monitorings in der Regel ein- bis zweimal jährlich. Aufgrund der Einschränkungen (Lockdowns, regionale Reisebeschränkungen) war das im Jahr 2020 nicht möglich. Die Konsulentinnen tauschten sich stattdessen via Telefon oder Computer mit den Projektleiter:innen aus.

Mehr Informationen zu den Auswirkungen der Pandemie auf die Projekte des Elisabethenwerks

Projektreise

Im Rahmen des Monitorings und der Weiterentwicklung der Projektarbeit besuchen unsere Programmverantwortlichen alternierend jedes Jahr eines unserer Projektländer. Zusammen mit den Konsulentinnen besuchen sie verschiedene Projekte, tauschen sich mit den Projektteams aus und sprechen mit den geförderten Frauen der Gruppe über die Wirkung der Projekte und über ihre weiteren Bedürfnisse. Bei diesen Besuchen können sich die Programmverantwortlichen ein Bild über die bisher erreichten Ziele machen und Schwierigkeiten erkennen. Dank ihrer grossen Erfahrung können die Programmverantwortlichen wertvolle Inputs geben und die Projekte weiter voranbringen.

Die für 2020 geplante Projektreise nach Bolivien konnte aufgrund der Corona-Pandemie nicht stattfinden und musste verschoben werden. Vorgesehen war ein Workshop mit verschiedenen Projektpartner:innen zum gegenseitigen Austausch und zur Vernetzung.

 

Das Elisabethenwerk bleibt unser finanzielles Sorgenkind. Zusätzliche Mittel sind nötig, um das Werk mittelfristig zu sichern. Jede Spende ist willkommen.