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Vielstimmig Kirche sein

Solidarität mit Martin Kopp

Aus Protest gegen die Absetzung des Generalvikars Dr. Martin Kopp durch das Bistum Chur erklären Menschen und Organisationen, weshalb sie die Absetzung missbilligen und setzen so ein Zeichen gegen Klerikalismus.

Am 18. März 2020 wurde Martin Kopp als Generalvikar der Urschweiz von Bischof Peter Bürcher – seit Mai 2019 Apostolischer Administrator im Bistum – abgesetzt. Als unmittelbare Reaktion lancierte die Zürcher Theologin Veronika Jehle gemeinsam mit Seelsorgenden aus dem Bistum die Petition «Seelsorgerinnen und Seelsorger distanzieren sich vom Entscheid von Peter Bürcher» und forderte das Bistum zu einer begründenden Stellungnahme auf. Die Petition wurde innerhalb von drei Wochen von über 3600 Menschen unterschrieben. Nun rufen Kirchenleute dazu auf, sich auf der Videoplattform «vielstimmig Kirche sein» mit einem persönlichen Statement mit Martin Kopp zu solidarisieren.

Mit Bewegtbild Bewegung in die Causa Kopp bringen

Das Video-Pojekt bringt die Vielstimmigkeit der römisch-katholischen Kirche im Bistum Chur und darüber hinaus zum Ausdruck, ermöglicht Erfahrungen und Visionen zu teilen und für eine offene Kirche, die sich an der Botschaft Jesu und am Wohl der Menschen orientiert, einzustehen. 

Auf der Plattform gibt es schon einige Video-Statements, unter anderem auch von SKF-Präsidentin Simone Curau-Aepli. Sie protesiert darin in aller Entschiedenheit gegen das «unwürdige Vorgehen des Bistums Chur» und richtet einen Appell an die tausenden von SKF-Frauen in den zum Bistum Chur gehörenden Kantonen.

Die Videoplattform lädt alle Menschen dazu ein, mit einem persönlichen Video unserer Kirche ein Gesicht und eine Stimme zu geben. In einem maximal 2-minütigen Video sollen Menschen auf folgende Fragen antworten.

  • Was bewegt mich im Blick auf das Geschehen im Bistum Chur?
  • Für welche Kirche stehe ich ein? Welche Erfahrungen und/oder Visionen leiten mich dabei?

Auch Stimmen von Organisationen, Körperschaften und Verbänden werden gerne gehört. Videos werden per TransferNow an vielstimmig.sprechen@gmail.com entgegengenommen und binnen 24 Stunden publiziert.

Der Frauenbund solidarisiert sich

Zahlreiche Einzelpersonen und Organisationen aus dem Bistum und darüber hinaus haben sich bereits in persönlichen, teilweise öffentlichen Schreiben an Peter Bürcher gewandt haben und ihr Unverständnis für seinen Entscheid zum Ausdruck gebracht haben. 

So wandte sich der Frauenbund Schwyz «mit grossem Befremden» in Form eines offenen Briefes an das Bistum Chur und schreibt: «Der Kantonale Frauenbund arbeitet mit unzähligen Frauengemeinschaften zusammen, die in den katholischen Pfarreien entstanden sind. Unser Ziel ist es, Frauen zu ermächtigen sich einzubringen, engagiert die Stimme zu erheben für die Menschen und die Anliegen vor Ort. In vielen Frauengemeinschaften funktioniert das Miteinander mit den Verantwortlichen der Pfarreien sehr gut, gerade auch deshalb, weil man miteinander im Dialog ist, sich gegenseitig respektiert und ergänzt. Wir sind sehr besorgt, wie Sie mit engagierten und starken Persönlichkeiten umgehen.»

Auch der Frauenbund Uri betrauerte den fehlenden Dialog im Bistum Chur in einem offenen Brief an die Bistumsleitung. «Das Bistum Chur scheint nur für den Machterhalt und die Obrigkeit der katholischen Kirche da zu sein und nicht für die Menschen. Dieser Eindruck entsteht, wenn man die Ereignisse der letzten vergangenen Wochen mitverfolgt hat, sprich die Absetzung von Martin Kopp, der sich trotz Krankheit immer für die Menschen einsetzte», so die Urnerinnen, die auf diese Weise ein starkes Zeichen gegen den Klerikalismus setzen.