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Solidaritätsfonds hilft seit 45 Jahren

1976 gründete der SKF den «Solidaritätsfonds für werdende Mütter in Bedrängnis», den heutigen «Solidaritätsfonds für Mutter und Kind». Was bewog den SKF zu diesem Schritt? Wir blicken zurück in eine Zeit, in der die Schweizer Bevölkerung eine Rezession erlebte.

Die Wirtschaftskrise Mitte der 70er-Jahre führte zu Einkommenseinbussen und unsicheren Arbeitsverhältnissen. Frauen hatten grosse Mühe, während der Schwangerschaft oder als junge Mutter eine Stelle zu finden. Die Geburt eines Kindes oder eine Erkrankung der Mutter konnten schnell zu finanziellen Schwierigkeiten führen.

Auch die Diskussionen rund um den straffreien Schwangerschaftsabbruch und die Fristenlösung beschäftigten vor 45 Jahren den SKF. Wie kann Schwangeren in Not schnell und wirkungsvoll geholfen werden, fragte sich der Verbandsvorstand. In den Jahren zuvor waren viele Sozial- und Beratungsstellen im staatlichen und kirchlichen Bereich aufgebaut worden, aber ihnen fehlte in den meisten Fällen das nötige Geld für eine finanzielle Direkthilfe. Der Solidaritätsfonds sollte hier eine Lücke im Sozialsystem schliessen.

Bereits im ersten Jahr nach der Gründung konnte der Solidaritätsfonds 236 Frauen in einer Notsituation unterstützen. 2020 waren es mit 457 bewilligten Gesuchen fast doppelt so viele Frauen, die wir mit einer Babyausstattung, einem Geschwisterkinderwagen oder der Übernahme der Kinderbetreuungskosten entlasten konnten.

«Als junge alleinerziehende Mutter hat mir der Solidaritätsfonds vor über 20 Jahren sehr geholfen. Inzwischen bin ich Grossmutter und immer noch dankbar für die Unterstützung, die ich damals erhalten habe.» Claudia S., Luzern

Aus den Erfahrungen mit der Arbeit des Solidaritätsfonds leitete der SKF bereits 1978 mehrere sozialpolitische Forderungen ab:

  • Obligatorische Mutterschaftsversicherung (eingeführt 2005)
  • Obligatorische Krankenversicherung (eingeführt 1996)
  • Alimentenbevorschussung in allen Kantonen (einheitliche Inkassohilfe ab 2022)
  • Verbesserung der sexuellen Aufklärung, insbesondere zur Empfängnisverhütung (heute Teil des Lehrplans an Schulen)

Obwohl diese Forderungen heute grösstenteils erfüllt sind, bleibt der Solidaritätsfonds weiterhin nötig. Gerade die Corona-Krise zeigt schmerzlich, wie verletzlich unsere Gesellschaft ist und wie schnell eine Familie in finanzielle Not geraten kann.

Wir blicken zurück

Es sind eindrückliche Zahlen: Mehr als 30 000 Frauen hat der Solidaritätsfonds für Mutter und Kind seit seiner Gründung vor 45 Jahren unterstützt und rund 40 Millionen Franken an Direkthilfe ausbezahlt. Das Hilfsangebot, das der Schweizerische Katholische Frauenbund SKF 1976 ins Leben gerufen hat, entspricht nach wie vor einem grossen Bedürfnis und ist nicht mehr wegzudenken.

Mehr über den Solidaritätsfonds für Mutter und Kind und seinen Einsatz 2020 für Frauen, die im Zusammenhang mit Schwangerschaft, Geburt oder Kinderbetreuung in finanzielle Schwierigkeiten geraten sind.