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Der SKF gratuliert

Thesenanschlag von Maria 2.0

Mit einer fulminanten Aktion am 21. Februar sorgten Katholik:innen in Deutschland für Furore. Der Schweizerische Katholische Frauenbund gratuliert der Reformbewegung Maria 2.0 zur Aktion «Thesenanschlag 2.0».

Die katholische Reformbewegung Maria 2.0 hat am Sonntag, dem 21. Februar mit einem deutschlandweiten «Thesenanschlag 2.0» auf Missstände in der katholischen Kirche hingewiesen. In verschiedenen deutschen Städten hingen Katholik:innen Thesen an Kirchentüren – wie Martin Luther im Jahre 1517. 

«Wir hängen unsere Thesen für eine lebendige Kirche an Dom- und Kirchentüren. Mit diesem Thesenanschlag im gesamten Bundesgebiet weisen wir auf die eklatanten Missstände in der katholischen Kirche hin und untermauert damit unsere Forderungen nach Reformen hin zu einer zukunftsfähigen, geschwisterlichen und vielgestaltigen Kirche», so Maria 2.0.

Über die fulminante Aktion berichteten alle grossen Medien Deutschlands und sogar die Tagesschau. Die Aktion fand bewusst vor der Versammlung der Frühjahrsvollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz statt und soll die Bischöfe dazu aufrufen ihren Willen zu Veränderungen durch Taten Ausdruck zu verleihen. Die deutsche Bischofskonferenz äusserte Verständnis und bat die Frauen um Geduld

Geschwisterliche Gratulationen vom SKF

Der Schweizerische Katholische Frauenbund gratuliert Maria 2.0 zur grossartig orchestrierten und aussagekräftigen Aktion. Der Verbandsvorstand und die Co-Geschäftsleitung senden den mutigen Katholik:innen von Maria 2.0 herzlichste Glückwünsche und Dank für das starke Zeichen, das die Aktion «Thesenanschlag 2.0» aussendet. In grenzüberscheitender Schwesterlichkeit steht der SKF mit Maria 2.0 zusammen und setzt sich hier, in der Schweiz dafür ein, dass unsere gemeinsamen Anliegen für eine Erneuerung der katholischen Kirche endlich Gehör finden.

Weiterführende Informationen zu Maria 2.0

Seit bald zwei Jahren kämpfen Frauen aus Deutschland unter dem Namen Maria 2.0 für Gleichstellung und Reformen. Sie setzen sich ein für die Gleichberechtigung von Frauen und Männern in der katholischen Kirche, kämpfen gegen sexuellen Missbrauch, Machtmissbrauch, den Pflichtzölibat und für eine offenere Sexualmoral. Der Name der Initiative wird damit begründet, dass «Maria 1.0» für Maria als Idealbild der schweigenden und dienenden Frau stehe. «2.0 heißt Neuanfang: Alles auf null stellen. Wir sind nicht mehr so!» – wie Barbara Stratmann, eine der Initiatorinnen, formulierte. Eine Themenseite auf www.katholisch.de gibt einen Überblick über die Aktionen von Maria 2.0.

Die 7 Thesen von Maria 2.0

1. In unserer Kirche haben alle Menschen Zugang zu allen Ämtern. Denn Menschenrechte und Grundgesetz garantieren allen Menschen gleiche Rechte - nur die katholische Kirche ignoriert das. Mannsein begründet heute Sonderrechte in der Kirche. #gerecht: gleiche Würde - gleiche Rechte 

2. In unserer Kirche haben alle teil am Sendungsauftrag; Macht wird geteilt. Denn der Klerikalismus ist heute eines der Grundprobleme der katholischen Kirche und fördert den Machtmissbrauch mit all seinen menschenunwürdigen Facetten. #partizipativ: gemeinsame Verantwortung 

3. In unserer Kirche werden Taten sexualisierter Gewalt umfassend aufgeklärt und Verantwortliche zur Rechenschaft gezogen. Ursachen werden konsequent bekämpft. Denn viel zu lange schon ist die katholische Kirche ein Tatort sexueller Gewalt. Kirchliche Machthaber halten immer noch Informationen zu solchen Gewaltverbrechen unter Verschluss und stehlen sich aus der Verantwortung. #glaubwürdig: respektvoller Umgang und Transparenz

4. Unsere Kirche zeigt eine wertschätzende Haltung und Anerkennung gegenüber selbstbestimmter achtsamer Sexualität und Partnerschaft. Denn die offiziell gelehrte Sexualmoral ist lebensfremd und diskriminierend. Sie orientiert sich nicht am christlichen Menschenbild und wird von der Mehrheit der Gläubigen nicht mehr ernst genommen. #bunt: leben in gelingenden Beziehungen 

5. In unserer Kirche ist die zölibatäre Lebensform keine Voraussetzung für die Ausübung eines Weiheamtes. Denn die Zölibatsverpflichtung hindert Menschen daran, ihrer Berufung zu folgen. Wer diese Pflicht nicht einhalten kann, lebt oft hinter Scheinfassaden und wird in existentielle Krisen gestürzt. #lebensnah: ohne Pflichtzölibat 

6. Unsere Kirche wirtschaftet nach christlichen Prinzipien. Sie ist Verwalterin des ihr anvertrauten Vermögens; es gehört ihr nicht. Denn Prunk, dubiose Finanztransaktionen und persönliche Bereicherung kirchlicher Entscheidungsträger haben das Vertrauen in die Kirche tiefgreifend erschüttert und schwinden lassen. #verantwortungsvoll: nachhaltiges Wirtschaften 

7. Unser Auftrag ist die Botschaft Jesu Christi. Wir handeln danach und stellen uns dem gesellschaftlichen Diskurs. Denn die Kirchenleitung hat ihre Glaubwürdigkeit verspielt. Sie schafft es nicht, sich überzeugend Gehör zu verschaffen und sich im Sinne des Evangeliums für eine gerechte Welt einzusetzen. #relevant: für Menschen, Gesellschaft und Umwelt