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Weihbischof Denis Theurillat und die SKF-Frauen

Weihbischof Denis Theurillat tritt überraschend zurück. Der Abschied ist ein schwerer Schlag für das Anliegen der Frauen in der Kirche, denn Bischof Denis Theurillat wirkte als Brückenbauer.

Seine grosse Dialogbereitschaft wurde sehr geschätzt – auch ausserhalb seines Bistums, verkündete die Schweizer Bischofskonferenz.

Denis Theurillat wurde am 21. September 1950 in Epauvillers geboren und 1976 in Saignelégier zum Priester geweiht. Von 1976 bis 1980 war er Vikar in Bassecourt und danach bis 1985 in St.-Imier (1980–1985). Als Pfarrer im Pastoralraum Tramata (Tramelan-Malleray-Tavannes) wirkte er von 1985 bis 1997. 1986 wurde er Dekan des Dekanates Moutier-St-Imier-Biel. 1997 erfolgte die Ernennung zum Bischofsvikar für den französischsprachigen Teil des Bistums Basel (Jura Pastoral) und am 22. Juni 2000 die Bischofsweihe durch Bischof Kurt Koch. 

«Er war uns in den letzten Jahren ein wohlgesinnter Gesprächspartner, interessierte sich für unsere Arbeit und begleitete unsere Bemühungen für die Frauen in der Kirche», erklärte SKF-Vorstandsmitglied Iva Boutellier. Vor allem für den «gemeinsamen Weg der Erneuerung der Kirche» sei der Bischof für den SKF wichtig gewesen. Es überrascht also nicht, dass der Weihbischof das Präsidium des Frauenrates der Bischofskonferenz übernahm. In dieser Funktion musste er eine Brücke zwischen den Forderungen katholischer Frauen in der Schweiz und der Position der Bischöfe schlagen. Iva Boutellier bezeichnet Bischof Denis Theurillat «als treibende Kraft hinter dem Gespräch des SKF mit der Bischofskonferenz, bei der Vorbereitung des Treffens und jetzt in den weiteren Gesprächen».

Blitzlichter auf eine sich langsam aufbauende wohlwollende und konstruktive Beziehung

  • Bei einem Gespräch mit Vorstandsfrauen sagte der Bischof ehrlich erstaunt: «Sie machen das alles ehrenamtlich? Das habe ich gar nicht gewusst!»
  • Nach der Vorstellung unserer Themen, auch aus dem Bereich Ethik und Gesellschaft: «Ihre Kompetenz würden wir Bischöfe sehr brauchen, da wissen wir oft zu wenig!»
  • Die SKF-DV 2018 in Zug, mit einer noch sehr «offiziellen» Rede, dann die denkwürdige Delegiertenversammlung 2019 in Basel: «Da fiel mir das Aushalten sehr schwer, als die Frauen demonstrierend mit den pinken Mitren auftraten!» 

Dennoch hat Bischof Denis immer den ganzen Tag mit uns verbracht, hat das SKF-Lied herzhaft mitgesungen, war beeindruckt vom Engagement der vielen Frauen. Trotz der pinken Mitren gab er uns in Basel bestärkende Worte mit auf den Weg.

«Das Wort Amen hat eine liturgische Funktion und bestätigt ein Gebet. Es ist erfrischend, «Gleichberechtigung.Punkt.Amen» als deutliche Forderung und Gebet gleichermassen zu betrachten. Ich bin zuversichtlich, dass die grossen Erwartungen der Katholikinnen in einem Dialog münden werden, der weiterführen wird ... bis zum gemeinsamen Amen.» Denis Theurillat an der SKF-Delegiertenversammlung 2019

Als die Einladung zum Treffen des SKF mit der Bischofskonferenz kam, stand er massgeblich dahinter. In der Vorbereitung erlebten wir ihn als sehr offen und konstruktiv; mehr als einmal fragten wir uns, ob seine Bischofskollegen wohl gleich denken. Doch das störte Bischof Denis nicht, er ging den Weg mit uns unbeirrt weiter, überzeugt, dass die Zeit schon längst reif ist für die Gleichberechtigung der Frauen in der Kirche.

Dass er dann am Treffen mit der SBK im September nicht dabei sein konnte, hat ihn sehr geschmerzt. Er trug unsere Anliegen auch in der weiteren Arbeit stets klar und wohlwollend mit, auch die kontroversen Themen. Wir wünschen uns, dass diese Offenheit im weiteren Prozess auch mit einem anderen Bischof erhalten bleibt. Seine brillante Idee mit einem Konzil zur Frauenfrage wird Bischof Denis nun auch nicht mehr dem Papst mitgeben können, aber wir hoffen, dass andere Bischöfe das Anliegen aufnehmen und in Rom vorbringen. 

In Abschiedsreden gibt es oft Floskeln – aber wir SKF-Frauen werden Bischof Denis WIRKLICH sehr vermissen! Wir hoffen, dass er unsere Arbeit weiterhin verfolgt und mitträgt, so wie es ihm jetzt möglich ist! 

À-dieu, Bischof Denis!