Geschlechterstereotype überwinden

Gender, das soziale Geschlecht, prägt alle Bereiche unseres Alltags und hat Auswirkungen auf jeden Menschen. Kommt ein Kind zur Welt, wird es umgehend einem Geschlecht zugeteilt. Gender-Stereotype haben unweigerlich einen Einfluss auf jeden Einzelnen. Wir können aber probieren, sie zu erkennen, hinterfragen und wo sinnvoll verändern.

Gender ist für viele ein Reizwort. Eine sachliche Auseinandersetzung ist deshalb gefragt. Das leistet die Comic-Broschüre «Let's talk about Gender!».

Die Bildgeschichten, ein Glossar und ein Argumentarium zeigen, weshalb es wichtig ist, Gender zu thematisieren. Die Broschüre Let's talk about Gender geht auf Gender-Stereotype und die Vielfalt des Menschen ein. Genderwissen und Genderbewusstsein tragen dazu bei, die eigene Geschlechterprägung zu reflektieren und stereotype Denk- und Handlungsweisen zu vermeiden.

Gendersensible Sprache im SKF

Der SKF macht die Vielfalt der Geschlechter neu sprachlich in Form des Gender-Doppelpunkts sichtbar. Neu schliesst der SKF neben Männern und Frauen alle Geschlechter ein, also beispielweise auch Menschen mit non-binären Geschlechtsidentitäten und alle, die sich nicht mit den Kategorien «Frau» oder «Mann» identifizieren.
 

Das Wichtigste in Kürze

  • Der SKF bekennt sich zur Vielfalt der Geschlechter, aller Geschlechter.
  • Bisher bildete der SKF deshalb in seiner Kommunikation sprachlich gezielt Frauen und Männer ab und legte grossen Wert darauf, Frauen angemessen zu repräsentieren. Dies ist weiterhin der Fall, wenn explizit Frauen gemeint sind.
  • Auf das Sternchen hinter «Frau» und «Mann», das trans Menschen sprachlich inkludieren soll, verzichtet der SKF. Diese Scheibweise impliziert, dass beispielsweise trans Frauen keine Frauen, sondern Frauen* sind. Also nur uneigentlich Frauen. Mit «Frauen» beziehen wir uns auf Personen, die sich ganz oder teilweise als Frauen identifizieren, als Mädchen/Frauen gelesen und/oder als Frauen sozialisiert wurden. Mit dieser Definition schliessen wir explizit trans Personen sowie inter- und cisgeschlechtliche Frauen ein.
  • Für den SKF gelten alle Menschen als Frau oder Mann, die sich als solche identifizieren und von ihren Mitmenschen als Frau oder Mann wahrgenommen werden möchten. Dazu zählen trans Frauen und trans Männer, deren Geschlechtsidentität nicht mit dem Geschlecht übereinstimmt, das ihnen bei ihrer Geburt zugewiesen wurde.

Warum «gendern»?

Wenn über Gruppen gesprochen wird, die aus Männern und Frauen bestehen, wird im Deutschen meist die männliche Variante, das generische Maskulinum benutzt, eine Bezeichnung, die für alle stehen soll. Frauen und Menschen mit andern Geschlechtsidentitäten dadurch «mitgemeint» und auf diese Weise unsichtbar gemacht. Durch eine achtsame Verwendung von Sprache und Bildern, lassen sich stereotype Rollenbilder im Kopf und in Texten aufbrechen und ein gleichberechtigtes Miteinander stärken.
 

Was sind non-binäre Geschlechtsidentitäten?

Es gibt Menschen, die sich nicht in den Kategorien «Frau» oder «Mann» repräsentiert sehen und sich nicht ausschliesslich und/oder dauerhaft als männlich oder weiblich identifizieren. Diese Geschlechtsidentität wird als non-binäres Geschlecht bezeichnet. Non-binäre Menschen können oder wollen sich nicht in das herkömmliche, streng zweigeteilte Geschlechtersystem einordnen. Es gibt viele verschiedene Asprägungen des non-binären Geschlechts, weswegen wir von non-binären Geschlechtsidentitäten (Plural) sprechen. 

Der Gender-Doppelpunkt

Der Gender-Doppelpunkt ist die neueste Form der gendersensiblen Schreibweisen und gehört zu den so genannten mehrgeschlechtlichen Schreibweisen, da er alle Geschlechter umfasst. Das typographische Zeichen wird nach dem Wortstamm und vor die weibliche Endung gesetzt (Student:innen, Mitarbeiter:innen). Er erfüllt diesselbe Funktion wie das Gendersternchen (Student*innen)

  • fügt sich aber unauffälliger ins Schriftbild als das Gendersternchen
  • bringt die beiden Wortteile wieder näher aneinander
  • gilt als leser:innenfreundlicher als das Gendersternchen
  • ist für sehbehinderte Menschen und Screenreader besser zu lesen
     

Anleitung zu gendersensibler Sprache

Der SKF sieht im Gebrauch gendersensibler Sprache ein wichtiges Instrument, um die Geschlechtervielfalt sichtbar zu machen und angemessen zu repräsentieren. Die Anleitung zu gendersensibler Sprache sensibilisiert und informiert. Die darin enthaltenen zehn Tipps für gendersensible Sprache sowie eine Prise Offenheit, Neugierde und Kreativität können Menschen darin unterstützen, gendersensible Sprache zu nutzen.