Aktuelle Projekte des Elisabethenwerks
Jahr für Jahr unterstützt das Elisabethenwerk rund 30 Projekte und fördert mehrere Zehntausend Frauen und Mädchen. Hier stellen wir einige dieser Frauenprojekte vor.
Indien
Bildung und Empowerment – Mädchen fördern und stärken
Um den Kreislauf von Armut und sozialer Ausgrenzung zu durchbrechen, fördert dieses Projekt die Bildung und Chancengleichheit von Mädchen. Das Projekt wird von READ, einer bewährten indischen Partnerorganisation des Elisabethenwerks, umgesetzt und eng vom Elisabethenwerk begleitet.
Um die Lernergebnisse von Mädchen zu verbessern, betreibt READ in der Region zehn Bildungszentren. Sie bieten Stütz- und Förderunterricht für Kinder, die entweder staatliche Schulen besuchen oder bisher keinen Zugang zur Schule hatten. Die Lernzentren werden mit Unterstützung des Elisabethenwerks mit Schulmaterial ausgestattet und für mindestens drei Jahre weitergeführt.
Teilzeit-Lehrpersonen unterrichten die Mädchen täglich während drei Stunden. 350 Mädchen können den Unterricht besuchen und sich auf den Schulabschluss vorbereiten. Ergänzend finden Intensivtrainings für 80 Mädchen sowie Sport- und Kulturaktivitäten statt.
Uganda
Hilfe für ältere Menschen in Mpigi
Durch den Aufbau von Küchengärten und der Einführung verbesserter Anbaumethoden stärkt TAFU, die lokale Partnerorganisation des Elisabethenwerks im Distrikt Mpigi, die Ernährungssicherheit älterer Menschen. Das verbessert ihre Selbstversorgung und erhöht ihre Resilienz gegenüber den Folgen des Klimawandels. Zur Förderung von Küchengärten stattet TAFU 100 Haushalte mit Gemüsesamen, Giesskannen und weiterem Gartenzubehör aus. Zusätzlich verteilt TAFU Obst- und Kräutersetzlinge.
Das erhöht die Ernährungsvielfalt und verbessert den Zugang zu frischen Lebensmitteln. TAFU organisiert Schulungen für die 100 Kleinbäuerinnen und Kleinbauern und vermittelt Techniken für eine klimaangepasste Landwirtschaft und für den Einsatz von verbessertem, dürreresistenterem Saatgut. Die Schulungen helfen den Bäuerinnen, sich an den Klimawandel anzupassen und die Ernteerträge zu steigern. Dadurch bleiben sie auch bei altersbedingten Einschränkungen in der Lage, Landwirtschaft zu betreiben.
Indien
Nachhaltige Landwirtschaft und Existenzsicherung für Kleinbäuerinnen
Dieses Projekt zielt darauf ab, die landwirtschaftliche Nachhaltigkeit zu fördern und die Ernährungssicherheit zu verbessern. 500 Kleinbäuerinnen stellen auf biologische Landwirtschaft um. Durch den Einsatz von klimaresilienten Anbaumethoden – zum Beispiel beim Reis – und von organischem Dünger wird die Bodenfruchtbarkeit wiederhergestellt.
Dadurch können die Kleinbäuerinnen ihre Erträge erhöhen, ihre Familien besser ernähren und das Haushaltseinkommen steigern. Die Frauen erhalten Zugang zu staatlichen Unterstützungsprogrammen und werden für den Wissensaustausch in Landwirtschaftsgruppen organisiert. Mit Küchengärten und Hühnern verbessern sie ihr Haushaltseinkommen.
Uganda
Praktische Ausbildung für Frauen und Jugendliche in Busega
Da viele Mädchen ihre Ausbildung aufgrund von Kinderehen und früher Schwangerschaft vorzeitig abbrechen, stellte die Organisation St. Jean Marie Youth and Women Development Centre mit Unterstützung des Elisabethenwerks ein Ausbildungsprogramm für Frauen und Jugendliche in der Region auf die Beine.
Im neuen Projekt erhalten 180 Frauen und Mädchen sowie 20 Knaben eine Chance auf eine praxisorientierte Berufsbildung und eine berufliche Zukunft. Zur Auswahl stehen die Bereiche Hühnerzucht, Schuhherstellung und Schneiderei. Diese Schulungen richten sich nach den Bedürfnissen der Teilnehmenden und der Nachfrage in der Umgebung.
Ein Ziel dieses zweijährigen Projekts ist es, dass alle ausgebildeten Frauen und Jugendlichen eigenständig wirtschaftliche Aktivitäten starten oder eine Anstellung finden.
Indien
Empowerment für Oraon-Frauen in Jharkhand
Die Projektregion im Südwesten von Jharkhand ist sehr abgelegen und unzugänglich. Der Bildungsstand ist tief. Nur jede dritte Frau im Distrikt Gumla ist länger als zehn Jahre zur Schule gegangen. Die Landwirtschaft ist die Existenzgrundlage. Kleinbäuerinnen versuchen, auf einem kleinen Stück Land den Grundbedarf der Familie zu decken. Das Projekt konzentriert sich auf Aktivitäten zur Stärkung der Lebensgrundlagen, zum Erzielen zusätzlicher Einnahmen und zur Verbesserung der Gesundheit. 450 Frauen, meist Kleinbäuerinnen, sind in Spar- und Kreditgruppen organisiert. Das Projekt kommt rund 2500 Personen zugute und reduziert die Armut.
Uganda
Berufsbildung als Chance für junge Frauen
Die Region um Kyenjojo ist wirtschaftlich sehr rückständig, die Bevölkerung arm. Die meisten Menschen leben von der Landwirtschaft, was in den letzten Jahren aufgrund von Wasserknappheit und Dürre immer schwieriger wurde. Armut fördert die Unterdrückung und geschlechtsspezifische Gewalt gegen Frauen. Ihnen fehlen die Qualifikationen, um wirtschaftlich auf eigenen Beinen zu stehen. Zusammen mit der lokalen Partnerorganisation MUKWA ermöglichen wir 33 jungen Frauen eine Ausbildung. Sie lernen, Ledertaschen für den Verkauf auf lokalen Märkten herzustellen. Die Schulung dazu dauert 90 Tage.
Uganda
Eine Ausbildung für junge Mütter und gefährdete Mädchen
Kinderheirat und Schwangerschaft im Jugendalter sind in Uganda ein verbreitetes Problem. Etwa ein Viertel aller ugandischen Mädchen zwischen 15 und 19 Jahren sind bereits Mütter. Teenagerschwangerschaften haben weitreichende Folgen: Sie berauben die Mädchen ihrer Kindheit, unterbrechen ihre Ausbildung, schränken ihre beruflichen Möglichkeiten und Zukunftschancen ein. Es ist notwendig, Jugendliche – insbesondere schwangere heranwachsende Mädchen – bei der Berufsbildung zu unterstützen, damit sie ein Einkommen erzielen und für sich und ihr Kind sorgen können. Zusammen mit der lokalen Partnerorganisation COSIL ermöglicht das Elisabethenwerk 45 Mädchen zwischen zehn und 24 Jahren eine Berufsausbildung.
Indien
Benachteiligte Frauen werden Medizinische Laborantinnen
Die Corona-Pandemie hat in Indien starke Spuren hinterlassen und die Armut in der Projektregion verstärkt. Vor allem Frauen ohne Schulabschluss oder ohne Ausbildung haben ihre Arbeit verloren. Oftmals brechen Mädchen die Schule ab oder besuchen gar keine, da ihre Familien es sich nicht leisten können. Die Partnerorganisation des Elisabethenwerks bildet 240 junge Frauen, die zwischen 16 und 25 Jahre alt und ohne Schulabschluss sind, zu Medizinischen Laborantinnen aus.
- Ein Beispiel: Kanapala Sharon Pushpa hat dank der Ausbildung eine Anstellung erhalten.
Indien
Hoffnung für Menschen in Slums
Ein Drittel der Einwohner:innen von Bhubaneswar lebt in Slums. Die meisten heranwachsenden Mädchen in den Slums gehören zu Familien, die auf der Suche nach Arbeit in die Stadt gezogen sind. Viele Kinder, insbesondere die Mädchen, brechen die Schule ab und bleiben zu Hause, um ihre Geschwister aufzuziehen, während die Eltern im Tagelon arbeiten. 300 Kinder und heranwachsende Mädchen erhalten eine hochwertige Bildung. Bedürftige und teilweise mangelernährte Kinder erhalten Schulmaterial, Notizbücher, Stifte und nährstoffreiche Mahlzeiten, damit sie den Unterricht besuchen können.
Uganda
Frauen alphabetisieren und vor Ausbeutung schützen
Im Osten Ugandas sind rund 40 Prozent der Frauen Analphabetinnen. Sie können Verträge und Informationsbroschüren zu Themen wie HIV/Aids und geschlechtsspezifische Gewalt nicht lesen und kennen ihre Rechte nicht. Das macht sie anfällig für Betrug und Ausbeutung. Das Elisabethenwerk unterstützt ein Projekt unserer Partnerorganisation BACODI. Diese führt Alphabetisierungskurse für 250 Frauen durch. Die Teilnehmerinnen können nachher in ihrer lokalen Sprache rechnen, schreiben, einfache Texte lesen und diese kritisch hinterfragen.
Uganda
Liebevolle Beziehungen zu Kindern mit Behinderung fördern
In Uganda werden Kinder mit einer Behinderung und ihre Mütter stark ausgegrenzt. Im Umland der Hauptstadt Kampala, im Nsangi Sub-County, kümmert sich die Frauenorganisation TORUWU (Training of Rural Women in Uganda) um 35 Mütter mit Kindern mit einer Behinderung. Durch Kurse für eine physiotherapeutische Behandlung für ihre Kinder und durch den Aufbau von Gemüsegärten zur gesünderen Ernährung will TORUWU die Familien stärken und die Stigmatisierung abbauen.
Indien
Junge Frauen durchbrechen den Teufelskreis der Armut
Armut wird in Indien von Generation zu Generation weitergegeben. Das dreijährige Projekt will diesen Teufelskreis in städtischen Randgebieten im Bundesstaat Bihar durchbrechen. Das Projekt konzentriert sich auf die sozio-ökonomische Stärkung von jungen Frauen zwischen 14 und 22 Jahren, deren Situation sich durch die Corona-Krise verschlimmert hat. Durch das Projekt erhalten rund 500 adoleszente Frauen eine Chance auf eine bessere Zukunft.
Indien
Ganzheitliche Entwicklung im Bergbaugebiet
Dieses Projekt in einem Bergbaugebiet bietet rund 3000 Adivasi-Frauen eine Perspektive. Im Vorgängerprojekt haben sich die Frauen von fünf Gemeinden im Sundergarh-Distrikt zu Spar- und Kreditgruppen zusammengeschlossen und mit Pilzzucht eine Einkommensmöglichkeit aufgebaut. Dieses Engagement soll weitergeführt und durch Berufsbildung, Kleintierhaltung, Herstellung von Waschpulver und Eingemachtem ergänzt und auf neue Gebiete ausgeweitet werden.
Indien
Mit Kräutermedizin die Gesundheit fördern
In der Region Hazaribagh sind Tuberkulose und Malaria ein grosses Problem. Hier leben vor allem Adivasi-Familien. Sie sind sehr arm und können sich keine teuren Medikamente leisten. Als günstige Alternative hat sich der Anbau von Artemisia (Beifuss) erwiesen. Dieses dreijährige Projekt verbessert die Gesundheit von Menschen mit Tuberkulose und Malaria, darunter viele HIV/Aids-Betroffene.
Welche Projekte konnten bereits erfolgreich abgeschlossen werden?
Seit seiner Gründung 1958 hat das Elisabethenwerk bereits über 2'300 Projekte umgesetzt. Hier zeigen wir Ihnen eine Auswahl aus den letzten Jahren. Das Ziel dieser partnerschaftlichen Projektarbeit ist, dass nach einer bis mehreren Projektphasen ein Projekt erfolgreich abgeschlossen werden kann. Beim Projektabschluss sind die Frauen befähigt, die Arbeit und das neu Erlernte eigenständig weiterzuführen. Dies garantiert die Nachhaltigkeit der Ermächtigungsarbeit, welche ihre Leben in jeder Beziehung verbessert hat.
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