Schöpfung und Wandel für Klimagerechtigkeit

Die Schöpfung ist in Gefahr. Jeder Mensch kann einen Beitrag dazu leisten, um sie zu wahren, durch Handeln oder bewusstes Unterlassen. Jeder Beitrag zählt. Jeder Mensch, der im Kleinen, im Lokalen seinen Beitrag leistet, trägt zum Wandel und zur Bewahrung der Schöpfung bei. Wir SKF-Frauen sind Teil dieses Wandels. Wir gestalten die Zukunft unserer Schöpfung und Umwelt aktiv mit. Wir treiben den Wandel an. Als grosses Netzwerk von Frauen sind wir imstande etwas zu bewegen.

Die Impulse sind Themen für den ganzen Verband. Der Impuls 2017 - 2021 heisst make up! und ruft zu einem sinnstiftenden Umgang mit den Fragen unserer Zeit auf. Hinter make up! verbirgt sich die Haltung, freiwilliges Engagement mit Begeisterung anzugehen. Als grosses Netzwerk von 120'000 Frauen widmen wir uns den brennenden Themen unserer Zeit. Gemäss unserem Leitbild setzen wir uns für Frieden, eine gerechte Welt, eine solidarische Gesellschaft und die Bewahrung der Schöpfung ein. Mit dem Themenschwerpunkt make up! Schöpfung und Wandel bieten der Umweltzerstörung die Stirn und suchen nach Möglichkeiten uns für mehr Klimagerechtigkeit einzusetzen.

Schöpfung und Wandel im Verein

Ideensammlung für Ortsvereine

Der «Impuls vorm Mittag» fand am 19. Juni 2021 per Zoom statt. Begleitet von Fachpersonen der sanu future leaning ag betrachteten wir, wie der Klimawandel unsere Region treffen kann. Wir erarbeiteten Wege, das Klima zu schützen und verschiedene Klimaschutzansätze motiviert umzusetzen. Die Veranstaltung stärkte uns in unserem Einsatz für die Schöpfung. Die Teilnehmerinnen 

  • kennen die Klima-Grundlagen und wissen, was der Treibhauseffekt ist.
  • lernen die Folgen von CO2-Produktion kennen.
  • setzen sich mit den Auswirkungen des Klimawandels in der Schweiz auseinander.
  • kennen die Möglichkeit, sich im Klimadiskurs zu engagieren.
  • können dieses Wissen in ihrem lokalen Umfeld umsetzen.
  • sind für klimafreundliches Handeln sensibilisiert und motiviert.

In der Ideensammlung für Ortsvereine sind neun Ideen der Teilnehmer:innen aufgelistet, die SKF-Vereinen dabei unterstützen make up! Schöpfung und Wandel im Rahmen des freiwilligen Engagements umzusetzen.

Kräuterkampagne zur Klimadebatte

Schöpfung, Ernährung, Luft, Konsum, Wasser und Wandel: In der Auseinandersetzung mit diesen sechs prägnanten Begriffen aus der Klimadebatte widmen wir uns der Schöpfung. Ortsvereine und Kantonalverbände des SKF erhalten verschiedene Inputs rund ums Thema Kräuter. Jeder der Inputs dreht sich um einen Begriff und ein bestimmtes Kraut. Mit «5 Fragen an...» geben Expertinnen persönliche Einblicke in ihre Beziehung zur Schöpfung. 

Inspirierende Kräuter

Kräuter, deren Duft uns inspiriert, die zur Gesundheit beitragen und die sich in Gerichten als Geschmacksfeuerwerke manifestieren. Kräuter stehen aber auch für Biodiversität, für Regionalität und als Alternative zu umweltunverträglichen Produkten. Mit der Kampagne wollen wir das Bewusstsein zur Wahrung der Schöpfung auf kreative Weise fördern, Diskussionen anregen, Wissen teilen und Handlungsspielräume gestalten.

Wirken für den Wandel

Die von uns Menschen ausgelösten Umweltveränderungen sind die grössten Herausforderungen unserer Zeit. Wir alle sind aufgerufen, zum Klimaschutz und zur Sicherung zukunftsfähiger Lebensräume Verantwortung zu übernehmen. Nebst Wirtschaft und Politik, spielt dabei zivilgesellschaftliches Engagement eine grosse Rolle. Aus Überzeugung übernehmen SKF-Frauen seit über 100 Jahren Verantwortung, stellen Fragen und suchen nach Lösungen – auch für die Schöpfung.

Giersch, das Kraut des Wandels

SinnesWANDEL auch bei den Kräutern, beispielsweise beim Giersch – von den Gärtner:innen als Unkraut geächtet, wird er von fachkundigen Kenner:innen wegen seinen heilkräftigen Eigenschaften geachtet. Wer ihn kennt und weiss, wie vielfältig man Giersch in der Küche verwenden kann, wird ihn nicht mehr missen wollen.

5 Fragen an...

Heidi Hofmann, Umweltwissenschaftlerin mit Fokus Nachhaltige Entwicklung, Suffizienz und Mobilität

 

Wo im Alltag erfahren Sie die Schöpfung/Umwelt/Natur?

In meinen Alltag erfahre ich die Natur bei meinen Spaziergängen durch den Wald. Zurzeit geniesse ich den wunderbaren Frühlingswald, die Augen auf das Grün der Bäume und Sträucher, die Ohren offen für die Gesänge der Vögel und die Nase voll von den Düften des nassen Erdbodens.

Was empfinden Sie beim Gedanken an die Zukunft des Klimas?

Ich empfinde ein Unbehagen. Wir leben über unseren Verhältnissen und wir produzieren zu viele schädliche Emissionen. Durch den Klimawandel stehen wir vor grossen Herausforderungen wie z.B. Dürren, Überschwemmungen, etc. Diese Herausforderungen sind nur schwer zu vereinbaren mit unserem Lebensstil. Nachhaltige Entwicklung ist ein grosses Versprechen und eine grosse Herausforderung. Wenn wir dieses Versprechen ernst nehmen, dann müssen wir nicht nur darüber sprechen, sondern auch dementsprechend handeln. Neu denken, anders handeln.

Worin liegt der Ursprung Ihres Bewusstseins für Umweltschutz?

Geprägt hat mich mein familiäres Umfeld, vorab meine Mutter und mein Grossvater: Bereits in den 60er Jahren führten sie eine Gärtnerei nach biologisch-dynamischem Anbau. 

Wie lautet ihr Lieblingstipp für den Klimaschutz?

Durch meine Tätigkeit in der Mobilitätsforschung habe ich mich auf energieeffiziente Mobilität spezialisiert und daher lautet mein Tipp: 
Nutzen Sie wann immer möglich das Velo oder gehen Sie zu Fuss – gut für die Umwelt und für Ihre Fitness.

Wie wichtig ist Klimabildung?

Klimabildung ist Teil der Antwort, wenn der Klimawandel gestoppt werden soll. Wichtig erscheint mir, dass Klimabildung nicht nur Wissen vermittelt, sondern dass auch mögliche Alternativen für klimaschonendes Verhalten aufgezeigt werden. 
 

Heidi Hofmann ist Umweltwissenschaftlerin mit Fokus Nachhaltige Entwicklung, Suffizienz und Mobilität. Leiterin der Lehrgänge «Projektmanagement Natur und Umwelt» und «Umweltberatung und -kommunikation». Sie verfügt über 10 Jahre Berufserfahrung als Geschäftsleiterin eines Programms für die Förderung von Elektromobilität. 

Ein katholisches Wandelgedicht

Inkonsequent

Frag hundert Katholik[:innen], was das Wichtigste ist in der Kirche.
Sie werden antworten: Die Messe.
Frag hundert Katholik[:innen], was das Wichtigste ist in der Messe.
Sie werden antworten: Die Wandlung.
Sag hundert Katholik[:innen], dass das Wichtigste in der Kirche die Wandlung ist. Sie werden empört sein:
Nein, alles soll bleiben wie es ist.

Lothar Zenetti

Wandel – Kerngeschäft des christlichen Glaubens

Da ist einmal Jesus, der immer wieder zur Umkehr eingeladen, ja aufgefordert hat. Jesus wollte andere Verhältnisse: Gerechtigkeit statt Ungerechtigkeit, Gesundheit statt einsam machende Krankheiten, die Ausrichtung auf Gottes statt des Kaisers Reich und Sattheit statt Hunger. Diese Umkehr, dieser Wandel gehört zentral zum Leben Jesu.

Auch um Wandel geht es bei der Eucharistiefeier: Die katholische Lehre sagt, dass durch die Worte des Priesters Brot in den Leib Christi und Wein in Jesu Blut verwandelt werden. Für viele Menschen, auch für Katholik:innen, ist dieser Wandel nicht verständlich und sie lehnen dieses Glaubensverständnis ab. Ob der Wandel genau so geschieht, wie es die katholische Lehre meint, ist für mich nicht mehr so relevant. Ich bin überzeugt, dass allein schon durch den Akt des gemeinsamen Feierns und Teilens des Brotes ein Wandel stattfindet: in uns selber, weil wir in der Nachfolgegemeinschaft des Jesus von Nazareth in einen grossen Wandel hineingenommen worden sind. Weil wir wie Jesus eine Umkehr aus Ungerechtigkeit, Ausbeutung, Zerstörung von Lebensgrundlagen oder menschlichen Beziehungen wollen. Weil wir uns eingelassen haben auf den Wandel von uns selber und uns im gottesdienstlichen Feiern immer wieder daran erinnern.

Und da ist noch der Wandel durch die «Wirkmacht des Wortes», die auch zum Grundverständnis christlichen Glaubens gehört: In der Taufe, die mit dem Zeichen des Wassers und mit den Worten «Ich taufe dich im Namen Gottes» einen Menschen aufnimmt in die Gemeinschaft einer Pfarrei oder einer Kirchgemeinde. Oder das «Ja-Wort» eines Brautpaares, welches seine Liebe vor Gott und anderen Menschen öffentlich bestätigt. Ich denke auch an all die Segnungen, das Benedicere (= Gutes sagen), die zum reichen Schatz der kirchlichen Tradition gehören, wie die Kräutersegnung an Maria Himmelfahrt. Durch die Worte wird ein Wandel bewirkt, den wir nicht sehen, nicht messen und nicht beweisen können, den wir aber erahnen und der unsere Seele nährt.

Wandel – in verschiedenen Facetten ein Kerngeschäft des christlichen Glaubens.

Silvia Huber, SKF-Beauftragte für Theologie

Was unser Verhalten steuert

 

Stefanie Neuhauser, Coachin und Supervisorin BSO und Neuropsychologie DAS

Es gibt fast keine spannendere Frage als die, wieso wir uns so verhalten wir es eben tun. Und wie eben dieses menschliche Verhalten verändert werden kann. Unser Verhalten ist geprägt von vielfältigen Einflussfaktoren, wie unser Wertesystem, unsere Kultur(en), die intrinsische Motivation sowie persönlichen Glaubenssätzen. All diese Einflussfaktoren manifestieren sich schlussendlich in ganz vielen Verhaltensmustern, welche in der Regel unbewusst und automatisiert ablaufen und tief in unserem Hirn eingeprägt sind. Dort halten sie sich dann hartnäckig. Vor allem je häufiger ein Verhalten wiederholt wird.

Verhaltensmuster und Glaubenssätze stärken das eigene, unbewusste Sicherheitsgefühl («Das haben wir schon immer so gemacht, das ist immer gut gekommen») und sind effizient, während Veränderung sehr aufwändig und mit viel Unsicherheit («Wie wird es sein, wenn wir es anders machen?») verbunden ist.

In der Regel wird man sich der Verhaltensmustern erst bewusst, wenn sie als störend empfunden werden. Das kann sein, weil sich die Arbeits- und Umweltbedingungen so verändert haben, dass das Verhalten nicht mehr angebracht ist oder eine bewusstere Selbstwahrnehmung dazu führt, dass wir uns grundsätzlich oder in bestimmten Situationen anders verhalten möchten. Zuerst merken wir eine diffuse Unzufriedenheit, welche oft schwer fassbar ist. Aus dieser Unzufriedenheit entwickelt sich mit der Zeit ein Bedürfnis, ein Veränderungswunsch. Das kann in einem kleinen Rahmen sein oder grössere Veränderungen nach sich ziehen (zum Beispiel von einer fleischhaltigen Ernährung auf vegane umzustellen). Einem konkreten Veränderungswunsch ist immer ein längerer, unbewusster Prozess vorausgegangen. Verhaltensveränderungen passieren nicht von heute auf morgen, aber es ist grundsätzlich durchaus so: Wenn ich mich immer wieder aus meiner Komfortzone heraushole, desto leichter fällt es mir, sich auf etwas Neues einzulassen. Offenheit und Neugier auf Neues sind unbewusste Gewohnheitsmuster.

Vom diffusen Bedürfnis zur Verhaltensveränderung

Wie kommen wir nun vom diffusen Bedürfnis zu konkreten Veränderungen im Alltag, zu persönlicher Weiterentwicklung, vom ich will zu ich werde? 

Die fünf Phasen der Verhaltensänderung

1. Phase: Diffuse Bedürfnisse

In dieser Phase spüren wir einen Veränderungswunsch oder dass sich die Umwelt verändert hat und mein bisheriges Verhalten nicht mehr zum gewünschten Ziel führt. Es ist das Unbewusste, welches einen Anstoss gibt. Oftmals dauert es mehrere Wochen oder sogar Monate, bis wir das Thema, um welches es geht, herauskristallisiert haben. Hier können Coachings oder auch Kurse helfen, das eigentlich Thema herauszuarbeiten.

2. Phase: Motiv

Aus dem unbewussten Bedürfnis wird ein bewusster «Ich will» - Wunsch. Wobei auch der «Ich will»-Wunsch in der Regel noch sehr allgemein ist. Z.B. ich will mich umweltbewusster Verhalten, ich will mehr Sport machen, ich will mir mehr Nein sagen, etc. Diese bewussten Wünsche kennen wir alle, aber leider bleibt es oft beim Wunsch und wir kommen nicht zur konkreten Umsetzung. Maja Storch spricht hier vom Rubikon, welchen wir überqueren müssen. Der Rubikon ist ein Fluss in Italien, steht hier als symbolisches Hindernis, welches überwindet werden muss, um von der Intention zur Handlung kommen, also vom «ich will» zu «ich werde». 

3. Phase: Intention

In diesem Schritt wird ein konkretes Ziel formuliert, welches handlungsorientiert ist. Zum Beispiel aus dem Motiv ich will mehr Sport machen könnte das Ziel formuliert werden: Ich werde 3mal pro Woche, am Montag, Mittwoch und Donnerstag, direkt nach der Arbeit für 45 Minuten im Wald joggen gehen. 

4. Phase: Präaktionale Vorbereitung

In dieser Phase wird geschaut, was noch gebraucht wird, um das persönliche Ziel erreichen zu können und was bereits vorhanden ist. Sobald die Ressourcen gesammelt wurden, kann ein konkreter Handlungsplan gemacht werden. Idealerweise setzt man sich hier bereits mit potentiellen Hindernissen auseinander und wie die überwindet werden können. 

5. Phase: Handlung

In diesem letzten Schritt wird das Ziel effektiv angegangen. Als Unterstützung hilft es das soziale Netzwerk in dieser Phase miteinzubeziehen. Dadurch wird die Motivation hochgehalten und man bleibt effektiv am Ziel dran. 

Vergesst nie: Bis eine Verhaltensveränderung sich tief im Hirn verankert hat, dauert es ca. 3 Monate. Dafür ist sie dann tief im Hirn eingeprägt!

Coachings können diesen Prozess massgeblich unterstützen und eine Zielerreichung sicherstellen. Für weitere Informationen oder Fragen stehe ich gerne zur Verfügung: stefane.neuhauser@braindate.ch.

Stefanie Neuhauser ist Coachin und Supervisorin BSO, Neuropsychologie DAS und Kursreferentin beim SKF. Sie ist Gründerin von BrainDate. Die Dozentin für Lern- und Arbeitstechnik an der KV Business School Zürich und am Schweizerischen Institut für Betriebsökonomie (sib) ist fasziniert vom Hirn, mag angeregte und kontroverse Diskussionen, Slam Poetry und Reiten.

Kräuterkarten zur Einstimmung

Acht verschiedene Fragen auf den Karten sind als Einstimmung, zum Beispiel für die erste Sitzung nach den Sommerferien oder als Anregung zum gemeinsamen Diskutieren des Begriffs «Schöpfung» gedacht.

 

Kräuterkarten ausdrucken
Kräuterkarten entlang der Markierungen ausschneiden
Vorder- und Rückseiten zusammenkleben

Kräuterweihe

Die katholische Kirche sieht die Kräuterweihe als Ausdruck für die Achtung vor der Schöpfung. Die Heilkraft der Kräuter steht für die Zuwendung Gottes zum Menschen. Seit dem 7. Jahrhundert feiert die katholische Kirche den 15. August als Maria Himmelfahrt. Mit der Kräuterweihe am 15. August erinnert die katholische Kirche an die Grabesöffnung Marias. Statt des Leichnams fanden die Apostel Rosen und Lilien sowie die Lieblingskräuter der Gottesmutter. Die gesammelten Kräuter werden zu einem Strauss gebunden und mit zur Kirche gebracht, wo sie gesegnet werden. Die Anzahl der Kräuter variiert je nach Region zwischen 7 und 77, darunter sind zumeist Johanniskraut, Kamille, Frauenmantel, Mariendistel, Baldrian und Lavendel, aber auch Dill, Pfefferminze und Salbei. In der Mitte, gleichsam als Zepter, sollte vielerorts eine Königskerze herausragen.

Frauenritual mit Kräutern

5 Fragen an...

Silvia Huber, Theologin


 

Wo im Alltag erfährst du die Schöpfung?

In der Natur und in den zwischenmenschlichen Beziehungen, denn Beziehungen sind dynamisch und wandelbar, so wie die Schöpfung selbst.

Worin liegt der Ursprung deines Umweltbewusstseins?

Das kann ich klar definieren: In meiner Kindheit! Ich hatte eine Mutter, die ihren Garten auf liebevollste Weise pflegte. In diesem Garten lernte und schätze ich, was wuchs. Es gab Hasen und Katzen und auch die Katzengeburten haben auf mich als Kind einen grossen Eindruck hinterlassen.

Was sind deine persönlichen Herausforderungen im Alltag?

Ich lebe äusserst konsequent grün. Flugreisen beispielsweise haben für mich absolut keine Bedeutung mehr. Ich kann stolz behaupten "Suffizienz erreicht".

Wo kannst du in deinem Umfeld am meisten bewegen?

Früher habe ich mich viel an Diskussionen beteiligt, verbal Überzeugungsarbeit geleistet. Mittlerweile lebe ich den Umgang mit der Schöpfung konsequent. Diese konsequente Umsetzung (und dass es möglich ist!) wird von den Menschen wahrgenommen.

Was ist deine Vision für die Schöpfung?

Dass alle Menschen wieder mehr Liebe für die Schöpfung entwickeln und sich das Staunen über ihre Schönheit bewahren. Ich wünsche mir, dass die Ausbeutung ein Ende nimmt und wir lernen, im Kreislauf der Natur zu wachsen.

Hast du Appetit auf Wandel?

Wer sich bewusst mit saisonalen und regionalen Produkten ernährt und Fleisch sowie Milchprodukte massvoll konsumiert, schont das Klima und die natürlichen Ressourcen enorm. Zudem steigert ein bewusster Konsum die Wertschätzung der Lebensmittel und ist das beste Mittel gegen Food Waste. Hast du dir schon mal Gedanken über deine Essgewohnheiten gemacht? Mit dem Ernährungsquiz kannst du dein Wissen um klimafreundliche Ernährung testen. Der «Ernährungsfächer» stupst dazu an, klimafreundliche Ernährung im Vereinsvorstand zu diskutieren und macht Appetit auf Wandel. 

  1. Datei «Hast du Appetit auf Wandel?» ausdrucken.
  2. Fragen entlang der Linien zu Streifen ausschneiden.
  3. Streifen übereinanderlegen und lochen.
  4. Streifen am gelochten Ende mit Rundkopfklammer fixieren.
  5. Gemeinsam mit Vorstandskolleginnen diskutieren.

Ernährungsfächer zum Ausdrucken
 

Was ist dein klimafreundlichstes Rezept?

Als Kräutergärten auf Balkon, Küchenzeile oder Fensterbrett bringen Kräuter duftend grüne Frische in unsere Wohnräume. Frische Kräuter geben jeder Speise das gewisse Etwas.

Unsere Auseinandersetzung mit der Herkunft und der Herstellung unserer Lebensmittel hat einen grossen Einfluss auf die Umwelt. Beim täglichen Einkauf haben wir die Chance, uns für frische und qualitativ hochwertige Produkte aus der Region zu entscheiden und so einen wesentlichen Beitrag zur Minimierung der klimabelastenden Flug- und Hochseeschifftransporte leisten.

Kennst du die Co2-Bilanz deiner Ernährung? Mit dem Klimarechner kannst du deine Lebensmittel vergleichen und den ökologischen Fussabdruck deiner Ernährung errechnen! Ziehe deine Zutaten einfach auf den Teller, tausche Zutaten hin und her!

Als SKF-Mitglied engagierst auch du dich für die Bewahrung und der Schutz der Schöpfung. Teile dein klimafreundlichstes Rezept mit der SKF-Frauenbande. Fülle das Formular "Mein klimafreundlichstes Rezept" aus und sende es an sarah.paciarelli@frauenbund.ch. Die eingesendeten Rezepte werden wir demnächst auf der Website teilen.

Wissenswertes rund um Kräuter und klimafreundliche Ernährung

5 Fragen an...

 

Lauren Wildbolz, Vegan-Köchin, Künstlerin und Unternehmerin
 

Wo im Alltag erfahren Sie die Schöpfung?

Im Miteinander und Dialog, aber auch bei einsamen Spaziergängen am Zürcher Uetliberg.

Was bedeutet vegane Ernährung für Sie?

Eine zukunftsweisende Ernährungsform die uns Menschen helfen wird immer weniger tierische Produkte zu essen.

Worin liegt der Ursprung Ihres Bewusstseins für ethische Kulinarik?

In der Empathie für Lebewesen aller Art.

Verzicht oder Opulenz?

Ich thematisiere in meiner Arbeit als Köchin genau das Thema des Verzichts verbunden mit der Opulenz, indem ich aufzeige, welche Vielfalt aus dem Pflanzenreich möglich zu kochen ist.

Wann spüren Sie, dass Sie einen Unterschied machen, Dinge bewegen?

Ich spüre meinen Einfluss in den Momenten in denen es mir gelingt, Menschen zu inspirieren.

Lauren Wildbolz schwörte mit 14 Jahren dem Fleischkonsum ab. Mit 27 Jahren zerschnitt sie das letzte Band zur tierischen Massenproduktion, indem sie sich für eine vegane Lebensweise entschied. 2010 eröffnete die Food-Waste-Aktivistin das erste vegane Restaurant Zürichs. Beseelt von der Vision, dass die Mitte der Gesellschaft reif ist für eine Ernährung ohne Leiden und einen nachhaltigeren Umgang mit der Natur. Seit 2012 führt sie ein gehobenes Cateringunternehmen. 2015 schloss sie an der Zürcher Hochschule der Künste mit dem Master of Fine Arts ab.
 

Ernährung und Klimawandel

Kein anderer Konsumbereich in der Schweiz beeinträchtigt die Umwelt so stark wie unsere Ernährung. Würden alle Bewohnerinnen und Bewohner Europas und der USA dreimal wöchentlich klimaschonend essen, hätte dies denselben Effekt, wie wenn 57 Millionen Autos von den Strassen verschwinden würden. Wir Verbraucherinnen und Verbraucher können an vielen Stellen das Klima schützen. Eine davon ist unser tägliches Essen. Denn was wir essen, wie wir Lebensmittel einkaufen, lagern und zubereiten, hat einen bedeutenden Einfluss auf das Klima.

Mehrere Hundert Labels, Marken und sonstige Zeichen mit Versprechen im Bereich Nachhaltigkeit sind zurzeit auf dem Markt. Ein Label ist ein Hinweis auf bestimmte Eigenschaften oder besondere Qualitäten eines Produktes oder einer Dienstleistung. Weisst du, wofür die einzelnen Labels stehen? Labelinfo.ch ist eine Informationsstelle für Umwelt- und Soziallabels und wird von der Stiftung Pusch seit dem Jahr 2001 betrieben. Der Dienst bietet derzeit Informationen zu 135 Gütesiegeln und 19 Deklarationen in deutscher und französischer Sprache und ist damit in der Schweiz die mit Abstand umfassendste Label-Datenbank. 

Hier geht's zum Durchblick im Label-Dschungel

Ziel 2: Den Hunger beenden

Das Kernstück der Agenda 2030 sind die 17 globalen Ziele für nachhaltige Entwicklung. Sie sollen bis 2030 global und von allen UNO-Mitgliedstaaten erreicht werden, auch von der Schweiz. Ziel 2 umfasst neben der Überwindung des Hungers auch ein Unterziel zur Beendigung aller Formen von Mangelernährung. 

Obwohl sich die Situation in zahlreichen Ländern verbessert hat, hungern weltweit immer noch viele Menschen oder leiden unter Mangelernährung. Unterernährung betrifft fast 800 Millionen Menschen weltweit, wovon die meisten Frauen und Kinder sind. Die Agenda 2030 hat sich zum Ziel gesetzt, in den kommenden 15 Jahren Hunger und alle Formen von Unterernährung auf der Welt zu beenden. Angesichts der weltweit rasch ansteigenden Nachfrage nach Nahrungsmitteln müsste dazu die weltweite Lebensmittelproduktion Schätzungen zufolge bis 2050 mehr als verdoppelt werden. Jeder Mensch kann durch bewussten Konsum und nachhaltige Ernährung einen Beitrag zur Beendigung des globalen Hungers leisten.

Sustainable Development Goal 2: Zero Hunger

Es ist Zeit zum Räuchern!

Schon geht das Jahr 2020 wieder dem Ende entgegen und der Winter steht vor der Türe. Gerne ziehen wir uns in die warme Stube zurück und werden häuslicher. Die aktuelle Situation bestimmt zudem unseren Bewegungsradius, wodurch die Wohnqualität an Bedeutung gewinnt. Vielleicht ist bei Euch ein atmosphärischer Grossputz angesagt, ein Krankenzimmer mit heilsamen Düften zu bestücken, die Stimmung auf zu hellen oder mit dem Stövchen Kräuterdüfte zum Wohlfühlen ins Haus zu bringen?

Räuchern ist eines der ältesten Rituale der Menschheitsgeschichte. Viele Menschen kommen bereits als Kinder in der katholischen Kirche zum ersten Mal in Berührung mit dem Räuchern, in Form des wohlduftenden Weihrauchs. Madlen Neubauer zeigt, wie man mit Pflanzenkohle und Bündeln räuchert – und wie man mit Kräutermischungen auf dem Stövchen die Raumatmosphäre verbessert und das Wohlbefinden erhöht. Madlen ist Kräuterfachfrau und langjähriges SKF-Mitglied im Ortsverein Sulgen.
 

Räucheranleitung mit Heilkräuterfachfrau Madlen

5 Fragen an...

Maden Neubauer, Heilkräuterfachfrau

Wo im Alltag erfährst du die Schöpfung?

Seit über 30 Jahren lebe und arbeite ich in unserer Biogärtnerei. Ich erlebe die Natur jeden Tag hautnah in der Arbeit mit den Pflanzen. Im Gärtnereigelände, mit dem dazu gehörenden Schaugarten höre, entdecke und rieche ich vieles von dem, was wächst, kreucht und fleucht. Ich fühle mich mit allem, was um mich lebt verbunden. Staunend und tief dankbar empfinde ich mich als Teil der Schöpfung.

Wie helfen dir Kräuter dabei mit Mutter Erde in Kontakt zu bleiben?

Beim Hegen und Pflegen meines grossen Räucher- und Heilpflanzengartens, bin ich in Tuchfühlung mit Mutter Erde. Es ist wunderbar, mit allen Sinnen das Gedeihen, Ernten und Verarbeiten der Kräuter zu erleben. Das Erfahren der Wirkung unserer Kräuter beim Anwenden, ist wie eine heilende Botschaft von Mutter Erde. Es erfüllt mich immer wieder eine tiefe Dankbarkeit, welche mir hilft, das Belastende im Leben mit einer anderen Brille zu sehen und dem Wesentlichen genug Raum zu geben.

Welche Kräuter eignen sich besonders für Rituale zum Jahresende und weshalb?

  • Der Lavendel beruhigt uns und hilft uns, altes loszulassen und neues zu begrüssen.
  • Das Mädesüss ist die Symbolpflanze für einen Neuanfang und für die Übergänge im Leben.
  • Der Lorbeer unterstützt uns im persönlichen Entwicklungsprozess. Er klärt die Sicht der Dinge und fördert unsere Ideen und Visionen.
  • Der Wacholder reinigt und klärt. Er stärkt unsere Willenskraft und gibt uns innere Stabilität.
  • Die Minze erfrischt uns und gibt uns Energie für das, was kommt, sie schärft unseren Geist.
  • Die Mistel ist Symbol für neues Leben. Sie steht für Wiedergeburt und Neubeginn. Die Mistel neutralisiert und gleicht aus. Sie schenkt uns schöne Träume.
  • Die Eberesche soll Glück und Wohlstand bringen und steht für das Zauberhafte im Leben.

Welches ist dein liebstes Kräuterritual für Frauen?

Die Anwendung des Frauenkräuterbalsams mit einer Wellnesspause zu verbinden. Das heisst, den Unterbauch mit dem Balsam einmassieren, mit einem Wolltuch bedecken, eine warme Bettflasche drauflegen und ca. eine halbe Stunde beim Hören einer Lieblingsmusik entspannen. 

Was ist deine Vision für die Schöpfung?

Ich wünsche mir, dass unsere Kinder und Grosskinder eine Beziehung zur Natur aufbauen können. Denn nur wer die Natur mit all ihren Geschöpfen liebt, ist auch in der Lage, sich für deren Schutz stark zu machen.
 

Magische Rauhnächte im Dezember

Das Jahresende ist eine Zeit der Stille, des Loslassens und Reinigens. Wir schauen auf das vergehende Jahr zurück, in uns hinein und blicken in die Zukunft. Die Wintersonnenwende am 21. Dezember ist die längste Nacht des Jahres. Sie markiert einen Wendepunkt und leitet die Rauhnächte ein. Das Licht kehrt zurück. denn ab jetzt werden die Tage wieder länger. Als Rauhnächte gelten üblicherweise die 6 letzten Nächte im alten und die ersten 6 Nächte im neuen Jahr. Die Rauhnächte beginnen mit der Nacht vom 24. auf den 25. Dezember und enden mit der Nacht vom 5. auf den 6. Januar. Jede Rauhnacht ist einem anderen Thema zugeordnet: Rückblick, Loslassen, Stille, Körperliche Aktivität, Frieden, Dankbarkeit, Ruhe, Reinigung, Intuition, Erwachen, Vision, Licht. Um mit mehr Achtsamkeit Richtung 2020 zu schreiten, kann man sich auch selbst kleine Rituale überlegen. Ein bis heute verbreiteter Brauch in den zwölf Rauhnächten ist das Räuchern. Um Haus, Mensch und Tier vor Unheil zu schützen, werden Heilpflanzen und Harze in Räucherschalen verräuchert und in jeden Winkel getragen. Hier findest du eine Anleitung für die zwölf Rauhnächte und ein Ritual für jeden Tag.


Die Luft, die wir atmen

Saubere Luft ist kostbar. Die Luftverschmutzung hat negative Auswirkungen auf den Menschen, auf Ökosysteme, auf Gebäude, Materialien und das Klima. Der Luftqualitätsindex zeigt dir die weltweite Luftqualität in Echtzeit an. Der Treibhausgasausstoss in der Schweiz hat zwischen 1990 und 2018 um 14 Prozent abgenommen. Das Ziel, diesen bis 2020 um 20 Prozent zu senken, wird voraussichtlich nicht erreicht. Und dennoch äussert sich Klimawandel in der Schweiz überdurchschnittlich stark: Die mittlere Jahrestemperatur ist seit Messbeginn 1864 um 2 Grad Celsius gestiegen, gut doppelt so stark wie im globalen Mittel.

Das Wichtigste zum Treibhausgasausstoss der Schweiz

Kennst du deine Emissionen?

CO2-Emissionen entstehen beim Autofahren, Heizen, Kochen, Arbeiten, Feiern oder Fliegen. Mit den myclimate CO₂-​Rechnern kannst du deine ganz persönlichen CO₂-​Emissionen berechnen und kompensieren.

Finanzplatz Schweiz und Klimagerechtigkeit

Den grössten Einfluss auf das Klima und Treibhausgase hat die Schweiz über das Geld. 92 Prozent des Vorsorgekapitals wird von Banken und Pensionskassen nicht klimaverträglich angelegt. Die vom Schweizer Finanzplatz gesteuerten Aktivitäten verursachen ein Zwanzigfaches der schweizerischen «territorialen» Treibhausgas-Emissionen – oder über 2% des weltweiten Ausstosses. An der Klimakonferenz in Paris Ende 2015 wurde für die Zeit nach 2020 ein neues Übereinkommen verabschiedet, welches erstmals alle Staaten zur Reduktion der Treibhausgasemissionen verpflichtet. Als Mitglied der Klima-Allianz engagiert sich der SKF Schweizerischer Katholischer Frauenbund  für eine ehrgeizige und nachhaltige Klimapolitik für die Schweiz, die auf wissenschaftlichen Ergebnissen basiert und sich verpflichtet, die Ziele der internationalen Klimaabkommen umzusetzen.

Konsum in Fastenzeit hinterfragen

Mit Aschermittwoch beginnt 40 Tage vor Ostern im kirchlichen Kalender die vorösterliche Busszeit, auch Fastenzeit genannt. In dieser Zeit – Sonntage werden nicht gezählt – bereiten sich Gläubige auf Ostern als das Fest der Auferstehung von Jesus Christus vor. Die Kirche lädt dazu ein, sich in diesem besonderen Rahmen auf die Grundlagen des christlichen Glaubens zu besinnen. Daher stehen Versöhnung und Umkehr, Gebet und Werke tätiger Nächstenliebe im Zentrum der Fastenzeit. Die Fastenzeit bietet Anlass dazu, den eigenen Konsum kritisch zu hinterfragen.

1730 v. Chr. wurde in der antiken Stadt Babylon bereits mit Gewürzen und Kräutern gekocht: Tontafeln mit über 30 Kochrezepten belegen es. Etwa 3750 Jahre später kochte William Sutherland, ein Professor an der Cambridge-Universität in Grossbritannien, eines dieser Rezepte während des Lockdowns im Sommer 2020 nach und schwärmte auf Twitter: Der Lammtopf mit getrocknetem Gerstenbrot, Zwiebeln, Milch, Salz, Lauch und Knoblauch mundete vorzüglich. Auch heute sind Kräuter in vielen unserer Konsumgüter – natürlich in Fertiggerichten, aber auch in Naturfarben, in Gesichtscremes und in Duftkerzen.

Was besitze ich?

Konsum zu reduzieren ist gut für die Umwelt. Während des Lockdowns wurde vielen Menschen bewusst, dass wir mit weniger Konsum auch gut über die Runden kommen. Und mit weniger Konsum reduzieren wir auch unseren Abfall: Pro Person und Jahr produzieren wir in der Schweiz rund 730 kg Siedlungsabfall und werfen 110 kg einwandfreie Lebensmittel in den Müll. Im Durschnitt beherbergt ein Schweizer Haushalt 10'000 Dinge: Stühle, Kleider, Konfitüregläser, Ordner mit Bankauszügen, Bücher, Skis und etliche andere Dinge. Mitglieder der Minimalismus-Bewegung begrenzen sich auf 100 Stück: Könntest du das auch? Hier findest du eine kleine Anleitung für Anfänger:innen. Wieviele Dinge befinden sich mit dir in den Raum, in welchem du gerade diesen Text liest? Ich sitze während ich das hier schreibe im Wohnzimmer und mit mir im Raum befinden sich 450 Dinge – das Büchergestell schenkt ein. Und wer will – gezählt habe ich in 5 Minunten. Ich hätte gedacht, dachte bräuchte länger. Wir wir unsere Besitztümer nachhaltig reduzieren können, lehrt uns unter anderem die Organisationskünstlerin Marie Kondo. Hier geht es zum YouTube Video

Kreislauf am Beispiel von Kleidung

Alle Produkte, die wir konsumieren, müssen hergestellt, transportiert, gelagert und verkauft und danach wieder entsorgt werden. Das benötigt alles Energie und wird im Begriff graue Energie zusammengefasst. All diese graue Energie wie auch die Grösse unserer Wohnung oder unser Reiseverhalten fliessen in unseren ökologischen Fussabdruck. Eine suffizientere Lebensweise führt zu einem kleineren Fussabdruck. Euren Fussabdruck könnt ihr hier berechnen

Kleiderkonsum bewusst machen

Im Schnitt kaufen Schweizer:innen 65-70 neue Kleidungsstücke pro Jahr. Unser Konsum von Kleidern hat sich in den letzten 15 Jahren beinahe verdoppelt. Und 40% dieser gekauften Kleidung wird nie getragen. Eine junge Frau in der Schweiz erklärt in diesem Video sehr anschaulich unseren Kleiderkonsums und seine Folgen. 

Was kann ich tun? 

Alles, was meinen Fussabdruck verkleinert, hilft gegen den Klimawandel. Nur wenn wir als Weltbevölkerung mit einer Erde leben, also nachhaltig mit den natürlichen Ressourcen umgehen, dann leben wir nicht auf Kosten unserer Kinder und Enkel:innen. Doch wie reduzieren wir unseren Konsum? WWF schlägt Verschiedenes vor:

  • Reduzieren Sie Ihren Kleiderbestand oder Ihre Abfallmenge (ein Abbau um einen Drittel ist ein guter Start). 
  • Schreiben Sie eine Nicht-Einkaufsliste: Dinge, die sie nicht mehr kaufen. Oder schon immer mal selber machen wollten. 
  • Finden Sie drei neue Läden für verpackungsfreie Produkte, Secondhand-Shops, Reparaturcafés oder Tauschbörsen. 
  • Nehmen Sie sich ein Jahr ohne Fliegen vor.

Und auch im Klimabooklet von MyClimate gibt es tolle Tipps. Eine hilfreiche Erinnerungsstütze für einen genügsameren Verbrauch bietet das Fastenopfer mit dem 5R-Prinzip mit Refuce (Ablehnen), Reduce (Reduzieren), Reuse (Wiederverwenden), Repair (Reparieren) und Recycle (Wiederverwenden). 

Was kann ich als Mitglied eines Frauenvereins tun?

Viele Ortsvereine des SKF bieten bereits verschiedene tolle Angebot an, mit denen wir suffizienter leben können. Zum Beispiel der Secondhand-Kleiderladen der Frauengemeinschaft Ilanz, der Nähabend zum Thema Upcycling von der Frauengemeinschaft Ufhusen oder die Chnopfbörse und das Repair-Café der Frauengemeinschaft Warth-Weiningen. Tipps für nachhaltigere Veranstaltungen bietet www.saubere-veranstaltung.ch.

Falls auch ihr euch im Ortsverein für mehr Suffizienz engagiert, könnt ihr es uns sehr gerne für die Ideenbörse zusenden.

Was unser Verhalten steuert

 

Blogbeitrag von Stefanie Neuhauser

Es gibt fast keine spannendere Frage als die, wieso wir uns so verhalten wir es eben tun. Und wie eben dieses menschliche Verhalten verändert werden kann. Unser Verhalten ist geprägt von vielfältigen Einflussfaktoren, wie unser Wertesystem, unsere Kultur(en), die intrinsische Motivation sowie persönlichen Glaubenssätzen. All diese Einflussfaktoren manifestieren sich schlussendlich in ganz vielen Verhaltensmustern, welche in der Regel unbewusst und automatisiert ablaufen und tief in unserem Hirn eingeprägt sind. Dort halten sie sich dann hartnäckig. Vor allem je häufiger ein Verhalten wiederholt wird. Wie kommen wir nun vom diffusen Bedürfnis zu konkreten Veränderungen im Alltag, zu persönlicher Weiterentwicklung, vom ich will zu ich werde? 

Mehr erfahren im Blog-Beitrag von Stefanie Neuhauser.

Wasser – kostbare Selbstverständlichkeit?
 

In der Schweiz kommt aus jedem Wasserhahn wertvolles Trinkwasser. Alles Wasser, das wir im Haushalt verbrauchen, hat die Qualität von Trinkwasser. Unser sauberes und gesundes Wasser aus dem Wasserhahn verdanken wir den schweizerischen Wasserversorgungen. Diese unterhalten Reservoirs, Pumpstationen und ein Wasserleitungsnetz, das 10000 Kilometer länger ist als sämtliche Strassen im Land. Die Verhältnisse in der Schweiz sind anderswo ein unvorstellbarer Luxus: Weltweit haben fast 800 Millionen Menschen keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser. Ursache dafür sind mangelnde Infrastruktur, politische Konflikte, Naturkatastrophen, aber auch eine ungerechte Verteilung.

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Weltwassertag am 22. März

Der Weltwassertag 2021 steht unter dem Motto «Valuing Water», also «Wertschätzung des Wassers». Mit diesem Motto wollen die Vereinten Nationen die Menschen dazu aufrufen, sich Gedanken über die lebenswichtige Bedeutung von Wasser und seinen Wert zu machen. Dies geht weit über den finanziellen Gesichtspunkt hinaus und umfasst auch den ökologischen, sozialen sowie kulturellen Wert.

Eine knappe Ressource

Wasser ist die Grundlage allen Lebens und ein unverzichtbares Gut. Gerade im Hinblick auf den Klimawandel, sich ändernder Konsummuster und dem Bevölkerungswachstum sollen die Menschen sich mehr Klarheit über die Rolle und Bedeutung des Wassers in ihrem Leben und für die Umwelt verschaffen. Wasser ist eine begrenzte Ressource, deren Wert es zunächst zu erkennen gilt, um es schätzen und schützen zu können.

Sauberes Wasser und Sanitäteinrichtungen

Die 17 globalen Ziele für nachhaltige Entwicklung sollen bis 2030 global und von allen UNO-Mitgliedstaaten erreicht werden, auch von der Schweiz. Ziel 6 behandelt die Verfügbarkeit, nachhaltige Bewirtschaftung von Wasser und Sanitärversorgung für alle. Höchste Zeit, sich einmal mehr 10 Fakten zum Thema Wasser vor Augen zu führen.

Alarmierende Entwicklung in der Schweiz

Der Wasserfussabdruck des WWF zeigt eine erschreckende Entwicklung im weltweiten Wasserverbrauch auf. Auch die Schweiz, welche als Wasserschloss Europas gilt, ist nicht von Wasserknappheit gefeit. Wasser gilt als das nächste Luxusgut der Erde welches in einigen Teilen der Welt bereits knapp wird. Doch Wasser sparen alleine hilft nicht.

Virtuelles Wasser oft unsichtbar

Zwar ist der unmittelbare Wasserverbrauch in Schweizer Haushalten in den letzten Jahren auf 162 Liter pro Person und Tag gesunken, doch wesentlich mehr Süsswasser verbrauchen wir ohne es zu merken: als verstecktes oder virtuelles Wasser. Damit ist das Wasser gemeint, welches für den gesamten Erzeugungsprozess unserer Lebensmittel und Produkte verbraucht wird.

Wasserverbrauch und Ernährung

Wer sich für Regionalität und saisonale Produkte entscheidet, umweltverträgliche Landwirtschaftsformen ohne Bewässerung wählt und den eigenen Fleischkonsum steuert, verringert seinen Verbrauch an virtuellem Wasser. Wer umweltbewusst denkt, spart zu Hause Wasser. Doch am meisten Wasser verbrauchen unsere Lebensmittel. Diese 6 Lebensmittel verbrauchen am meisten Wasser. 

Was du tun kannst

Wer sich für Regionalität und saisonale Produkte entscheidet, umweltverträgliche Landwirtschaftsformen ohne Bewässerung wählt und den eigenen Fleischkonsum steuert, verringert seinen Verbrauch an virtuellem Wasser. Da kannst du beim nächsten Einkauf berücksichigen, um deinen virtuellen Wasserverbrauch zu senken. Mit ein saisonalen Kräutern aus der Region kannst du jedes Gericht klimafreundlich aufpeppeln. Im März empfehlen wir Brunnenkresse (auch Wasserkresse genannt), Bärlauch und Brennessel

5 Fragen an...

 

Damaris Lüthi, Programmverantwortliche Elisabethenwerk

Wo im Alltag erfährst du die Schöpfung?

Ich erfahre sie in der Vielfalt der Frauen in Indien und Sri Lanka, mit welchen ich täglich in Kontakt bin, und in deren Vorstellungen von der Welt und davon, wie sich die Situation von Benachteiligten verändern lässt

Was motiviert dich für deinen Einsatz für das Elisabethenwerk?

Mein Wissen als Ethnologin, spezialisiert auf die Kastengesellschaft Südasiens, einsetzen zu können für eine nachhaltige Verbesserung der Lebenssituation von benachteiligten Frauen in diesem Erdteil.

Welchen Unterschied im Umgang mit Wasser hast du auf deinen Reisen nach Indien und Sri Lanka beobachtet?

Während man in der Schweiz fast immer genügend Trinkwasser zur Verfügung hat und dieses sogar zum Duschen oder für die WC-Spülung einsetzt, herrscht in Südasien mit viel weniger Regenfall häufig Wassermangel, so dass die Menschen vorsichtig damit umgehen müssen. Sogar in Nagercoil, einer Kleinstadt am südlichsten Zipfel Indiens, welche in einem eher feuchten Gebiet liegt, und wo ich während 16 Monaten eine ethnologische Feldforschung durchführte, musste während der heissesten Jahreszeit von Mitte März bis Juni das Trinkwasser rationiert werden. Es war eine sehr gute Erfahrung für mich zu merken, dass es auch so ging d.h. dass man tatsächlich mit sehr viel weniger Wasser als zuhause in der Schweiz auskommen kann. 

Wie empfindest du den Umgang mit Wasser in der Schweiz?

Da Wasser meistens im Überfluss vorhanden ist, wird es grosszügig verschwendet. Anderseits hat man – anders als in Indien – vor mehreren Jahrzehnten gemerkt, dass gegen die Gewässerverschmutzung vorgegangen werden muss und hat überall Kläranlagen gebaut. Im Zusammenhang mit Cholera und anderen ansteckenden Krankheiten wurden bei uns die Abwasserkanäle vorsichtshalber gedeckt – noch bevor in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts der Zusammenhang mit Mikroben entdeckt wurde. Die Entdeckung ansteckender Keime hatte bei uns grosse siedlungsbauliche Auswirkungen wie den Ausbau des Trinkwasser- und Abwassersystems. Davon ist man in Indien vielerorts noch entfernt.

Was ist deine kurioseste Wasser-Anekdote aus einer deiner Reisen?

Manche Betreiber:innen von Strassenständen, an welchen in Öl gebackene Snacks wie Samosas verkauft wurden, wuschen ihre grossen Pfannen im am Strassenrand vorbeifliessenden, offenen Abwasserkanal. Der Anblick einer Frau mit einem überfliessenden Wasserkrug auf der Hüfte gilt als Inbegriff des guten Omens. Als ich meinen Krug anfangs nicht vollständig füllte, um nichts zu verschwenden, lachten die Frauen mich aus und sagten, das sei nicht gut und könne sich negativ auswirken. 

Was bedeutet Schöpfung?

«Schöpfung ist ein religiös geprägtes Wort für die Erde oder das ganze Universum. Das Wort Schöpfung weist darauf hin, dass die Welt eine ‹Geschaffene› ist, von einer göttlichen Schöpfungskraft gewordene Welt. Diese Schöpfung ist in sich nicht abgeschlossen, sie geht weiter und wird durch uns Menschen mitgestaltet – wir sind Mit-Schöpfer*innen.»

(Silvia Huber, SKF-Theologiebeauftragte)

17 globale Ziele für die Schöpfung

Die Agenda 2030 identifiziert die wichtigsten globalen Herausforderungen und setzt die Leitlinien und Prioritäten der nachhaltigen Entwicklung. Der Aktionsplan will die extreme Armut und den Hunger beseitigen, den Planeten vor Schädigung schützen, Frieden und Wohlstand fördern, sowie eine globale Partnerschaft für nachhaltige Entwicklung verstärken. Das Kernstück der Agenda 2030 sind die 17 globalen Ziele für nachhaltige Entwicklung. Sie sollen bis 2030 global und von allen UNO-Mitgliedstaaten erreicht werden, auch von der Schweiz.