Amaravati – Pilzzucht finanziert Schulbesuch
Ich bin K. Amaravati, Witwe, 40 Jahre alt, habe einen Sohn und wohne seit ein paar Jahren im Dorf Konda Mothala*. Durch die Organisation Prakruthi wurde ich in der Pilzzucht geschult. Nach der Ausbildung motivierte ich die Mitglieder unserer Spargruppe, eine gemeinsame Pilzzucht zu starten. Dafür haben wir mit unseren gemeinsamen Ersparnissen ein Haus gemietet. Mittlerweile erzielen wir pro Person rund 11'000 INR (ca. Fr. 110).
Der Anbauzyklus dauert etwa 45 Tage. Die zusätzlichen Einnahmen ermöglichen es unseren Familien nun, wichtige Ausgaben wie Schulgebühren für unsere Kinder und notwendige Medikamente zu decken. Zudem hat sich unsere Ernährungssituation spürbar verbessert, da wir regelmässiger ausgewogene und nahrhafte Lebensmittel kaufen können.
Die Pilzzucht hat uns nicht nur eine neue Einkommensquelle eröffnet, sondern auch unser Selbstvertrauen gestärkt und unsere wirtschaftliche Stabilität verbessert. Unsere Gruppe ist der Organisation Prakruthi sowie dem Elisabethenwerk des Frauenbund Schweiz sehr dankbar für die praxisnahe Schulung und die Unterstützung beim Kauf der benötigten Materialien. Mittlerweile geben wir unser Wissen auch an andere Frauen weiter und informieren sie über Pilzzucht als zusätzliche Einnahmequelle.
Mehr über die Projekte des Elisabethenwerks erfahren.
Jetzt Frauen in Indien unterstützen
Das Elisabethenwerk setzt sich seit 1958 für die ärmsten Frauen in Ländern des globalen Südens ein. Die Projekte in den aktuellen Projektländern Uganda und Indien werden von den Frauen in eigener Initiative mitgetragen, dadurch verbessern sie ihre Lebensbedingungen aus eigener Kraft.
In Indien fördern unsere Projekte vor allem die sozial stark benachteiligten Adivasi- und Dalit-Frauen. Dalit bedeutet «unterdrückt» und ist die Selbstbezeichnung der tiefsten Kasten. Dalit-Angehörige sind von vielen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens ausgeschlossen. Sie machen aber ein Sechstel der indischen Bevölkerung aus. Adivasi ist ein Überbegriff für mehr als 600 indigene Volksgruppen. Sie sind sozial noch schlechter gestellt als die Dalit.
*Das Polavaram-Staudamm-Projekt, ein gross angelegtes Bewässerungsprojekt der indischen Regierung am Godavari-Fluss in Andhra Pradesh, hat seit Juli 2020 eine beträchtliche Anzahl von Menschen in abgelegene Gebiete verdrängt. Rund 300‘000 Adivasi aus 300 Dörfern wurden umgesiedelt. Trotz der Bereitstellung von Unterkünften und einer geplanten Entschädigung von INR 600‘000 (ca. Fr. 6‘841) pro Familie, von der bisher nur 60 % ausgezahlt wurden, haben viele Menschen Schwierigkeiten, ihren Lebensunterhalt zu bestreiten. Besonders junge Menschen und Frauen sind von Arbeitslosigkeit betroffen und haben kaum Einkommensmöglichkeiten.
Der Bau des Staudamms zerstörte das traditionelle Leben der indigenen Bevölkerung, die auf Wald und Waldprodukte angewiesen war. Die Umsiedlung führte zu einer Verschlechterung der Lebensgrundlagen, eingeschränkten wirtschaftlichen Möglichkeiten und Konflikten innerhalb der verschiedenen Bevölkerungsgruppen.
Elisabethenwerk – «von Frauen – für Frauen»
Das Elisabethenwerk gehört zum Frauenbund Schweiz. Der Frauenbund setzt Spenden wirtschaftlich, zweckbestimmt und wirkungsvoll ein.
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