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News 29.09.2026 | Frauenbande 2.0 – Vereinsleben – Weiterbildung

Dort sein, wo Frauenbund passiert

Warum der Frauenbund Schweiz mit seinen Impulstagen bewusst in die Regionen geht und weshalb Begegnung für einen lebendigen Verband unverzichtbar ist. Claudia Legler, Verantwortliche Bildung Frauenbund Schweiz, erklärt weshalb.

Was hält einen Verband zusammen, der sich über die ganze Schweiz erstreckt und dessen eigentliches Leben in den vielen Vereinen vor Ort stattfindet? Für mich ist die Antwort ziemlich klar: Es sind die Frauen. Ihre Ideen, ihre Beziehungen, ihre Erfahrungen und vor allem ihre Bereitschaft, gemeinsam etwas auf die Beine zu stellen.

Genau hier setzen die Impulse des Frauenbund Schweiz an. Sie greifen Themen auf, die für unseren ganzen Verband wichtig sind, und geben Anregungen für die Arbeit in den Kantonalverbänden und Ortsvereinen. Dabei geht es nicht darum, von oben vorzugeben, was vor Ort geschehen soll. Im Gegenteil: Die Impulse sollen inspirieren, Austausch ermöglichen, neue Perspektiven eröffnen und Frauen dabei unterstützen, eigene Ideen umzusetzen.

Frauenbande, die tragen

Der aktuelle Impuls trägt den Namen «Frauenbande 2.0». Und dieser Name bringt für mich etwas Wesentliches auf den Punkt: Ein Verband lebt von Verbindungen. Zwischen Frauen, zwischen Generationen, zwischen Ortsvereinen und Kantonalverbänden und zwischen den Regionen.

Diese Verbindungen entstehen aber nicht von allein. Wir müssen Räume schaffen, in denen wir uns begegnen, voneinander hören und miteinander Ideen entwickeln können.

«Der Frauenbund lebt von Begegnung. Wenn Frauen zusammenkommen, entstehen Verbindungen, Ideen und neue Energie.»

Deshalb führen wir die Impulstage bewusst regional durch. Statt Frauen aus der ganzen Schweiz an einen zentralen Ort einzuladen, kommt der Frauenbund Schweiz dorthin, wo unser Verband wirkt: in die Kantone, Gemeinden und regionalen Netzwerke. So stärken wir den Austausch vor Ort, fördern die regionale Zusammenarbeit und rücken das vielfältige Engagement unserer Ortsvereine und Kantonalverbände ins Zentrum.

Für uns als Dachverband sind diese Begegnungen ebenfalls wichtig. Sie geben uns die Möglichkeit zuzuhören. Was beschäftigt die Frauen in den Vereinen? Was funktioniert gut? Wo gibt es Herausforderungen? Welche Ideen entstehen vor Ort? Ein Dachverband darf nicht nur senden. Er muss auch wissen, was in seinem Netzwerk passiert.

Vernetzung ist keine Nebensache

Gerade in der Freiwilligenarbeit halte ich solche Begegnungen für enorm wichtig. Wer sich freiwillig engagiert, investiert Zeit, Energie, Wissen und Herzblut. Gleichzeitig stehen viele Vereine vor ähnlichen Fragen: Wie gewinnen wir neue Frauen? Wie erreichen wir unterschiedliche Generationen und Lebenswelten? Welche Angebote funktionieren heute? Wie können wir Bewährtes erhalten und trotzdem Neues wagen? Niemand muss diese Fragen allein beantworten.

Wenn Frauen aus unterschiedlichen Vereinen miteinander ins Gespräch kommen, merken sie oft: Andere beschäftigen genau dieselben Themen. Vielleicht hat ein Verein bereits eine Idee ausprobiert, über die ein anderer gerade nachdenkt. Vielleicht entsteht beim Kaffee ein Kontakt, aus dem später eine Zusammenarbeit wird. Oder eine Teilnehmerin fährt nach Hause und denkt: Das probieren wir bei uns auch einmal aus.

«Wir müssen das Rad nicht überall neu erfinden. Wir können voneinander lernen und uns gegenseitig inspirieren.»

Genau solche Momente sind wertvoll. Vernetzung bedeutet für uns deshalb nicht einfach, möglichst viele Kontakte zu sammeln. Es geht darum, Wissen zu teilen, sich gegenseitig zu inspirieren und zu erleben: Wir sind Teil von etwas Grösserem.

Das ist gerade für freiwillig engagierte Frauen wichtig. Engagement braucht nicht nur Aufgaben und Verantwortung. Es braucht auch Gemeinschaft, Anerkennung, Inspiration und manchmal einfach die Gewissheit, mit den eigenen Fragen nicht allein zu sein.

Was macht ein gutes Vereinsjahr aus?

2027 wollen wir mit den Impulstagen noch konkreter werden. Im Mittelpunkt stehen Themen und Aktivitäten und damit eine Frage, die wahrscheinlich jeden Verein beschäftigt: Wie gestalten wir ein Jahresprogramm, auf das Frauen wirklich Lust haben?

Dabei möchten wir gemeinsam genauer hinschauen. Wie können wir mit einer geschickten Jahresplanung, spannenden Veranstaltungen, überraschenden Themen, kreativen Ausflügen oder neuen Veranstaltungsformaten Frauen erreichen, die bisher vielleicht noch gar nicht an den Frauenbund gedacht haben?

Gleichzeitig dürfen wir diejenigen nicht aus dem Blick verlieren, die bereits Teil unserer Gemeinschaft sind. Was macht Lust darauf, wiederzukommen? Welche Erlebnisse verbinden? Welche Themen beschäftigen unsere Mitglieder heute? Wie können wir Gemeinschaft stärken? Und wo dürfen wir vielleicht auch einmal etwas ausprobieren, das es im Jahresprogramm bisher noch nicht gab?

Für uns gehören beide Perspektiven zusammen: neue Frauen erreichen und gleichzeitig die Gemeinschaft der bestehenden Mitglieder stärken.

Gemeinsam nach vorne schauen

Der Dachverband möchte auch bei diesen Fragen keine fertigen Rezepte verteilen. Dafür sind unsere Vereine, Regionen und die Frauen, die sich darin engagieren, viel zu unterschiedlich.

Was wir aber tun können, ist Wissen zusammenzubringen. Wir können gute Ideen sichtbar machen, Erfahrungen teilen und Räume schaffen, in denen Frauen voneinander lernen. Was an einem Ort hervorragend funktioniert, lässt sich vielleicht nicht eins zu eins übertragen. Aber es kann den entscheidenden Gedanken auslösen, aus dem andernorts etwas ganz Neues entsteht.

Genau darin liegt eine grosse Stärke unseres Verbands. Die Impulstage sollen deshalb auch 2027 Orte sein, an denen wir gemeinsam nach vorne schauen: als Dachverband zusammen mit den Kantonalverbänden und Ortsvereinen, mit der Erfahrung, die bereits vorhanden ist, und mit der Offenheit, Neues auszuprobieren.

«Kommt vorbei, bringt eure Erfahrungen und Ideen mit. Wir freuen uns auf den Austausch mit euch und auf viele neue Frauenbande.»

Denn manchmal beginnt eine richtig gute Idee ganz einfach damit, dass Frauen an einem Tisch sitzen, miteinander reden und eine sagt: «Das könnten wir doch auch einmal machen.»

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