Frauenorganisationen wenden sich an Bischof Charles Morerod
Vom 7. bis 14. Oktober 2026 findet in Rom ein internationales Treffen anlässlich von zehn Jahren «Amoris laetitia» statt. Das päpstliche Schreiben beschäftigt sich mit Ehe, Familie, Partnerschaft und unterschiedlichen Lebensrealitäten von Menschen. Für die Schweiz nimmt unter anderem Bischof Charles Morerod am Treffen teil. Die Mitglieder der Austauschplattform Frauenorganisationen nehmen dies zum Anlass, Bischof Morerod ihre Perspektiven mit auf den Weg nach Rom zu geben.
Den gemeinsamen Brief an Bischof Charles Morerod veröffentlichen wir hier in deutscher und französischer Sprache.
Der Brief orientiert sich am offiziellen Vorbereitungsdokument, übernimmt dieses aber bewusst nicht vollständig. Im Zentrum stehen jene Fragen, zu denen die Unterzeichnerinnen aus langjähriger Arbeit mit Frauen und Familien, aus gesellschaftspolitischen Engagement und aus kirchenpolitischer Erfahrung eine eigene Perspektive beitragen können.
Das Papier versteht sich ausdrücklich nicht als Forderungskatalog, sondern als Angebot zum Austausch und als Einladung an Bischof Morerod, auf die Erfahrung und das Netzwerk der katholischen Frauenorganisationen zurückzugreifen.
In einem gemeinsamen Brief greifen Catholic Women’s Council (CWC), Frauenbund Schweiz, Frauenrat der Schweizer Bischofskonferenz, Réseau des femmes en Église, Unione Femminile Cattolica Ticinese (UFCT) und VONOS – Vereinigung der Ordensoberinnen der apostolischen Orden der deutschsprachigen Schweiz und Liechtensteins Erfahrungen und Fragen auf, die Frauen, Paare und Familien in der Schweiz beschäftigen und in den kirchlichen Austausch über Beziehungen, Familie und Zusammenleben gehören.
Die Unterzeichnerinnen möchten Bischof Morerod für die Gespräche in Rom stärken und dazu beitragen, dass dort auch Erfahrungen und Stimmen aus der Schweiz präsent sind, die in kirchlichen Debatten nicht immer ausreichend gehört werden.
Unseren Brief verstehen wir deshalb als unaufgeforderten synodalen Beitrag. Synodalität bedeutet für uns, dass Kirche nicht nur über Menschen spricht, sondern mit ihnen und dass unterschiedliche Erfahrungen ernst genommen werden, dass Menschen beteiligt werden und ihre Stimmen in Beratungen und Entscheidungen einfliessen können.
Gerade wenn die Kirche über Ehe, Familie, Elternschaft, Sexualität und unterschiedliche Formen des Zusammenlebens spricht, braucht es die Perspektiven derjenigen, deren Leben unmittelbar betroffen ist. Dazu gehören insbesondere auch die Erfahrungen von Frauen. Mit unserem Schreiben möchten wir diesen Dialog unterstützen. Wir wünschen Bischof Morerod für die Gespräche in Rom Offenheit, Mut und ein gutes Ohr für die Vielfalt der Lebensrealitäten. Und wir hoffen, dass die Stimmen, die wir ihm mitgeben, ihren Weg in die Gespräche finden.
0 Kommentare
Kommentar schreiben