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Medienmitteilungen 02.03.2026 | Gerechtigkeit – Gleichstellung – Politik

«Frauenrechte. Erkämpft, nicht geschenkt.»

Zum Internationalen Frauentag am 8. März lanciert der Frauenbund Schweiz die nationale Kampagne «Frauenrechte. Erkämpft, nicht geschenkt.». Sie macht deutlich, dass Demokratie Frauenrechte braucht und diese eine grundlegende Voraussetzung für eine gerechte und funktionierende Gesellschaft sind.

Frauenrechte sind keine Selbstverständlichkeit. Sie wurden über Jahrzehnte erkämpft und stehen heute erneut unter Druck, weil Gleichstellung relativiert, politisch zurückgedrängt oder gesellschaftlich abgewertet wird. Gleichzeitig werden theologische Argumente von rechten Kreisen instrumentalisiert, indem religiöse Deutungen dazu benutzt werden, Ungerechtigkeit aufgrund des Geschlechts zu rechtfertigen. Als katholische Frauenorganisation widersetzt sich der Frauenbund Schweiz dieser Instrumentalisierung und setzt sich dafür ein, dass Glaube nicht zur Legitimation von Diskriminierung missbraucht wird.

Warum diese Kampagne notwendig ist

Frauen hatten über lange Zeit keine politischen Rechte, kaum rechtliche Selbstständigkeit und wenig Schutz vor Gewalt. Viele Freiheiten, die heute selbstverständlich erscheinen, existierten nicht oder mussten gegen grosse Widerstände durchgesetzt werden. Heute geraten feministische Errungenschaften erneut unter Druck, weil politische Rückschritte stattfinden und Gleichstellung relativiert wird. In der katholischen Kirche bestehen Reformbestrebungen, die bestehende Ungerechtigkeiten überwinden wollen. Dennoch wirken historisch gewachsene Rollenbilder und Machtstrukturen weiter und prägen kirchliche Wirklichkeit bis heute.

Wofür die Kampagne steht

Die Kampagne verbindet gesellschafts- und kirchenpolitische Perspektiven, weil Gleichberechtigung beide Bereiche betrifft. Sie zeigt, dass Gleichstellung kein Selbstläufer ist, weil Fortschritte geschützt und ausgebaut werden müssen. Sie erinnert daran, dass wirtschaftliche Unabhängigkeit Freiheit sichert, weshalb Gleichstellung im Erwerbsleben, rechtliche Selbstständigkeit in Ehe und Familie sowie soziale Absicherung Grundpfeiler echter Gleichberechtigung sind. Sie macht sichtbar, dass Frauen Kirche aktiv mitgestalten, indem sie Theologie, Seelsorge, Bildung und kirchliches Leben prägen. Und sie fordert dazu auf, Rollenbilder und Machtstrukturen kritisch zu hinterfragen.

Die Bedeutung feministischer Theologie

Der Frauenbund Schweiz misst der feministischen Theologie grosse Bedeutung bei, weil sie hilft zu verstehen, wie religiöse Bilder und Argumente entstanden sind. Da christliche Theologie stark von patriarchalen Traditionen geprägt wurde, waren es meist Männer, welche die Bibel interpretierten. Frauen wurden häufig übersehen oder auf dienende, untergeordnete Rollen reduziert. Auf diese Weise entstanden einseitige Vorstellungen, die bis heute nachwirken.

Wie die Kampagne sichtbar wird

Die Kampagne wird über das ganze Jahr hinweg präsent sein. Eine monatliche Video-Reihe (Start 8. März) mit dem Titel «Erkämpft. Nicht geschenkt.» greift historische Errungenschaften auf. Dabei werden sowohl gesellschaftliche Meilensteine als auch kirchliche Entwicklungen thematisiert. Die redaktionelle Serie «Frauen schreiben (Kirchen)Geschichte» porträtiert Frauen, die kirchenpolitisch Einfluss nahmen, theologisch eigenständig dachten und durch ihre unkonventionelle Lebensführung bestehende Geschlechterbilder durchbrachen. So wird sichtbar, dass weibliche Autorität und Reformkraft immer Teil kirchlicher Geschichte waren. Die erste Frau aus dieser Serie ist die Heilige Elisabeth von Thüringen.

Ein öffentliches Podium im Herbst 2026 in Zusammenarbeit mit der Paulusakademie widmet sich dem Thema Femizid und Gewalt gegen Frauen und bringt gesellschaftliche Verantwortung und kirchliche Perspektiven ins Gespräch. Ein Kampagnen-Sticker, der über das Sekretariat des Frauenbund Schweiz bestellbar ist, trägt die zentrale Botschaft in den öffentlichen Raum.

Unsere Haltung

Der Frauenbund Schweiz setzt sich konsequent für Vielfalt ein und zeigt sich solidarisch mit allen Menschen, die vom aktuellen rechtskonservativen Backlash in Kirche und Gesellschaft betroffen sind. Gleichzeitig braucht es weitere Schritte, politische Entschlossenheit und die notwendigen Ressourcen, damit Gleichberechtigung nicht nur Anspruch bleibt, sondern Realität wird. Demokratie braucht Frauenrechte. Was erkämpft wurde, darf nicht wieder verloren gehen. Wir bleiben dran!

 

Kontakt für Medienanfragen 
Sarah Paciarelli, Kommunikation, sarah.paciarelli@frauenbund.ch, 041 226 02 18

Frauenbund Schweiz
Der Frauenbund Schweiz ist mit 100'000 Mitgliedern, 17 Kantonalverbänden, 500 Ortsvereinen und zwei Hilfswerken das grösste konfessionelle Frauennetzwerk der Schweiz. Der Frauenbund Schweiz wirkt überraschend anders katholisch und engagiert sich für die Rechte aller Frauen in Gesellschaft, Kirche, Wirtschaft und Politik. www.frauenbund.ch

Kampagnen-Sticker: 10 Stück für 5 Fr. plus Porto. Bestelleinheit: 10 Stück.

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