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News 11.08.2026 |

Für eine starke internationale Zusammenarbeit

Frauenbund Schweiz hat einen Offenen Brief an den Bundesrat mitunterzeichnet. Darin warnt ein breites Bündnis aus Politik, Wissenschaft, Wirtschaft, Kirchen und Zivilgesellschaft vor einer Schwächung der langfristigen Entwicklungszusammenarbeit. Anlass für den Offenen Brief ist der Entscheid des Bundesrats vom 24. Juni 2026, die internationale Zusammenarbeit neu auszurichten. Der Entscheid hat eine breite öffentliche und politische Diskussion ausgelöst.

Im August befassen sich die Aussenpolitischen Kommissionen von National- und Ständerat mit den geplanten Änderungen. Der Offene Brief wird ihnen im Hinblick auf die Beratungen ebenfalls zugestellt.

Internationale Zusammenarbeit umfasst die Entwicklungszusammenarbeit, die humanitäre Hilfe sowie die Förderung von Frieden und Menschenrechten. Sie soll Armut und Not lindern, nachhaltige Entwicklung ermöglichen und zur Bewältigung globaler Herausforderungen beitragen. Dabei arbeitet die Schweiz sowohl direkt mit einzelnen Ländern als auch mit internationalen Organisationen und lokalen Partnerorganisationen zusammen.

Im Rahmen der Strategie der internationalen Zusammenarbeit 2029–2032 beabsichtigt der Bundesrat, die bilaterale und multilaterale Entwicklungszusammenarbeit abzubauen und den Fokus stärker auf die kurzfristige humanitäre Hilfe zu legen. Angesichts der grossen humanitären Not weltweit ist es richtig und wichtig, dass die Schweiz ihre humanitäre Tradition weiterführt. Dies darf jedoch nicht auf Kosten der langfristigen Entwicklungszusammenarbeit geschehen, so die Unterzeichner:innen des Offenen Briefes.

Die geplante Neuausrichtung greift zu kurz. Humanitäre Hilfe lindert akute Not und rettet Leben. Langfristige Entwicklungszusammenarbeit setzt hingegen bei den strukturellen Ursachen von Armut, Hunger, Unsicherheit und Krisen an. Sie schafft Perspektiven vor Ort, stärkt demokratische Strukturen und trägt dazu bei, Extremismus vorzubeugen. Damit leistet sie auch einen wichtigen Beitrag zu einer umfassenden Sicherheitspolitik und zu einer friedlicheren Welt.

Der Offene Brief fordert den Bundesrat deshalb auf, die humanitäre Hilfe zu stärken, ohne die bilaterale und multilaterale Entwicklungszusammenarbeit abzubauen. Die internationale Zusammenarbeit soll konsequent auf die Bekämpfung der Ursachen von Armut und Hunger ausgerichtet, als Teil einer umfassenden Sicherheitspolitik anerkannt und entsprechend finanziert werden.

Bereits 2023 hat sich der Frauenbund Schweiz in der Vernehmlassung zur IZA-Strategie 2025–2028 gegen eine Stärkung der humanitären Hilfe auf Kosten der langfristigen Entwicklungszusammenarbeit ausgesprochen. Zudem forderten wir, die für den Wiederaufbau der Ukraine vorgesehenen Mittel ausserhalb des IZA-Budgets zu finanzieren, damit sie nicht zulasten der Armutsbekämpfung im Globalen Süden gehen. Gleichzeitig betonten wir, dass die Gleichstellung der Geschlechter nicht nur als Querschnittsthema, sondern als eigenständiges strategisches Ziel der internationalen Zusammenarbeit verankert werden muss.

Armut und fehlende Zukunftsperspektiven treffen Frauen und Mädchen besonders stark. Fehlender Zugang zu Bildung, Gesundheitsversorgung und eigenem Einkommen verstärkt bestehende Ungleichheiten. Wer die soziale, wirtschaftliche und politische Teilhabe von Frauen und Mädchen stärken will, braucht deshalb verlässliche Partnerschaften und langfristige Strukturen.

Das zeigt auch die Arbeit des Elisabethenwerks, eines der beiden Solidaritätswerke des Frauenbund Schweiz. Gemeinsam mit lokalen Partnerorganisationen unterstützt es Projekte für benachteiligte Frauen und Mädchen in Indien und Uganda. Die Projekte ermöglichen Zugang zu Bildung und Gesundheitsversorgung, fördern die wirtschaftliche Selbstständigkeit und stärken Frauen darin, ihre Rechte wahrzunehmen und ihre Lebensbedingungen mitzugestalten.

Diese Erfahrungen machen deutlich: Nachhaltige Veränderung entsteht in enger Zusammenarbeit mit den Menschen vor Ort und braucht Zeit, Vertrauen und Kontinuität. Internationale Zusammenarbeit ist deshalb ein wichtiger Beitrag zur Gleichstellung von Frauen und Mädchen weltweit.

Der Frauenbund Schweiz steht für eine solidarische Schweiz, die international Verantwortung übernimmt. Deshalb unterstützen wir die Forderungen des Offenen Briefs an den Bundesrat.

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