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Stellungnahmen 22.01.2026 | Interessenvertretung – Politik

Nein zur SRG-Initiative

Aus frauenpolitischer Sicht ist die Eidgenössische Volksinitiative «200 Franken sind genug! (SRG-Initiative)» problematisch. Sie greift die finanzielle Grundlage der SRG Schweizerische Radio- und Fernsehgesellschaft an und gefährdet damit die Medienvielfalt in der Schweiz. Die Initiative verlangt eine Senkung der Gebühren für Radio und Fernsehen auf 200 Franken pro Jahr und will Unternehmen ganz von der Abgabe befreien.

Warum der Frauenbund Schweiz Nein sagt

Starke, unabhängige Medien sind eine zentrale Voraussetzung für eine funktionierende Demokratie und eine lebendige Zivilgesellschaft. Sie ermöglichen fundierte Meinungsbildung, machen gesellschaftliche Machtverhältnisse sichtbar und tragen zur demokratischen Kontrolle bei. Gerade in einer Zeit, in der Fake News, gezielte Desinformation und Manipulation über soziale Medien zunehmen, sind Fakten wichtiger denn je. Unabhängiger Qualitätsjournalismus braucht Zeit, Fachwissen und ausreichende Ressourcen. Der Bundesrat ist den Initiant:innen bereits entgegengekommen: Er hat beschlossen, die Haushaltsabgabe auf 300 Franken pro Jahr zu senken. Eine weitergehende, drastische Kürzung ist aus Sicht des Frauenbunds Schweiz weder notwendig noch verantwortungsvoll.

Warum dieses Nein auch ein frauenpolitisches Nein ist

Öffentlich finanzierte Medien leisten einen wichtigen Beitrag dazu, Frauen sichtbar zu machen, ihre Anliegen ernsthaft zu thematisieren und Geschlechtergerechtigkeit in Politik, Wirtschaft, Kirche und Gesellschaft abzubilden. Werden diese Angebote aus Spargründen abgebaut, drohen frauen- und gleichstellungspolitische Themen weiter an den Rand gedrängt zu werden. Gerade Stimmen, die nicht marktorientiert, laut oder polarisierend auftreten, verlieren dann an Sichtbarkeit.

Unsere Haltung

Der Verbandsvorstand des Frauenbund Schweiz sagt NEIN zur SRG-Initiative und ruft Frauen dazu auf, sich für verlässliche Information, gesellschaftlichen Zusammenhalt und die Sichtbarkeit von Frauen einzusetzen. Er ruft Frauen dazu auf, am 8. März 2026 bei der Abstimmung über die Eidgenössische Volksinitiative «200 Franken sind genug! (SRG-Initiative)» Nein zu stimmen.

 

Frauenbund Schweiz

Der Frauenbund Schweiz ist mit 100'000 Mitgliedern, 17 Kantonalverbänden, 500 Ortsvereinen und zwei Hilfswerken das grösste konfessionelle Frauennetzwerk der Schweiz. Der Frauenbund Schweiz wirkt überraschend anders katholisch und engagiert sich für die Rechte aller Frauen in Gesellschaft, Kirche, Wirtschaft und Politik. www.frauenbund.ch

Dateien

20260308_Stellungnahme_Nein zur SRG_Initiative.pdf

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