Sathyavati – Nähtechniken als Einkommensbasis
Ich bin Sathyavati, 33 Jahre alt, und wohne im seit ein paar Jahren Dorf Kachuluru*. Im letzten Jahr durfte ich einen dreimonatigen Kurs im Schneidern bei der Organisation Prakruthi absolvieren. Dabei erlernte ich Schneiderei- und Nähtechniken und kann nun verschiedene Kleidungsstücke selbst herstellen. Dank dieser Fertigkeiten kann ich ein Einkommen von rund 3'000 – 4'000 INR (ca. 30–40 CHF) pro Monat erzielen.
Die Trainerin hat uns ausgezeichnet angeleitet. Neben Nähtechniken lernte ich auch, Körbe aus Kunststoffdraht herzustellen, was für mich eine weitere Einkommensquelle bietet. Gleich nach dem Kurs konnte ich mir eine eigene Nähmaschine angeschaffen. Seither verbessere ich meine Fähigkeiten laufend durch die regelmässige Anfertigung verschiedener Kleidungsstücke.
Ich bin der Organisation Prakruthi und dem Elisabethenwerk des Frauenbund Schweiz sehr dankbar, dass sie viele Frauen in unserem Dorf durch praxisnahe Schulungen unterstützen und uns auf dem Weg zu finanzieller Unabhängigkeit stärken.
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Jetzt Frauen in Indien unterstützen
Das Elisabethenwerk setzt sich seit 1958 für die ärmsten Frauen in Ländern des globalen Südens ein. Die Projekte in den aktuellen Projektländern Uganda und Indien werden von den Frauen in eigener Initiative mitgetragen, dadurch verbessern sie ihre Lebensbedingungen aus eigener Kraft.
In Indien fördern unsere Projekte vor allem die sozial stark benachteiligten Adivasi- und Dalit-Frauen. Dalit bedeutet «unterdrückt» und ist die Selbstbezeichnung der tiefsten Kasten. Dalit-Angehörige sind von vielen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens ausgeschlossen. Sie machen aber ein Sechstel der indischen Bevölkerung aus. Adivasi ist ein Überbegriff für mehr als 600 indigene Volksgruppen. Sie sind sozial noch schlechter gestellt als die Dalit.
*Das Polavaram-Staudamm-Projekt, ein gross angelegtes Bewässerungsprojekt der indischen Regierung am Godavari-Fluss in Andhra Pradesh, hat seit Juli 2020 eine beträchtliche Anzahl von Menschen in abgelegene Gebiete verdrängt. Rund 300‘000 Adivasi aus 300 Dörfern wurden umgesiedelt. Trotz der Bereitstellung von Unterkünften und einer geplanten Entschädigung von INR 600‘000 (ca. Fr. 6‘841) pro Familie, von der bisher nur 60 % ausgezahlt wurden, haben viele Menschen Schwierigkeiten, ihren Lebensunterhalt zu bestreiten. Besonders junge Menschen und Frauen sind von Arbeitslosigkeit betroffen und haben kaum Einkommensmöglichkeiten.
Der Bau des Staudamms zerstörte das traditionelle Leben der indigenen Bevölkerung, die auf Wald und Waldprodukte angewiesen war. Die Umsiedlung führte zu einer Verschlechterung der Lebensgrundlagen, eingeschränkten wirtschaftlichen Möglichkeiten und Konflikten innerhalb der verschiedenen Bevölkerungsgruppen.
Elisabethenwerk – «von Frauen – für Frauen»
Das Elisabethenwerk gehört zum Frauenbund Schweiz. Der Frauenbund setzt Spenden wirtschaftlich, zweckbestimmt und wirkungsvoll ein.
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