Wahlen in Uganda: Angespannte politische Lage und soziale Herausforderungen
Uganda steht am 15. Januar vor nationalen Wahlen in einem angespannten politischen Klima. Präsident Yoweri Museveni, seit 1986 an der Macht, tritt erneut zur Wiederwahl an. Sein wichtigster Herausforderer ist Robert Kyagulanyi, bekannt als Bobi Wine, der insbesondere bei jungen Menschen grosse Unterstützung geniesst. Obwohl viele Prognosen von einem Wahlsieg des Amtsinhabers ausgehen, ist das Vertrauen in einen freien, fairen und transparenten Wahlprozess begrenzt.
Die Stimmung im Land ist von Unsicherheit geprägt. Wahlperioden sind in Uganda häufig begleitet von Einschränkungen der Versammlungsfreiheit, verstärkter Sicherheitspräsenz sowie zeitweiligen Einschränkungen von Internet- und Medienzugang. Diese Massnahmen haben direkte Auswirkungen auf den Alltag der Bevölkerung, insbesondere auf Menschen im informellen Sektor, die auf Stabilität und verlässliche Arbeitsbedingungen angewiesen sind. So wurde am 13. Januar um 18 Uhr das Internet landesweit abrupt abgeschaltet, was viele Ugander:innen unvorbereitet traf. Zahlreiche Büros mussten kurzfristig schliessen, da ein regulärer Arbeitsbetrieb nicht mehr möglich war.
In einem weiteren Schritt setzte die Regierung die Arbeit von neun Nichtregierungsorganisationen aus den Bereichen Menschenrechte, Governance und Rechenschaftspflicht aus, mit der Begründung, diese seien in Aktivitäten verwickelt, die der nationalen Sicherheit schaden würden. Dadurch verstummten wichtige zivilgesellschaftliche Stimmen, die sonst die Interessen lokaler Gemeinschaften vertreten.
Frauen sind besonders stark betroffen
Politische Spannungen, wirtschaftliche Unsicherheit und eingeschränkte Bewegungsfreiheit wirken sich überproportional auf Frauen aus. Viele von ihnen tragen die Hauptverantwortung für Haushalt und Existenzsicherung – oft mit fehlenden finanziellen Rücklagen und begrenztem politischen Einfluss. Zudem nehmen geschlechtsspezifische Gewalt und soziale Verwundbarkeit in Phasen politischer Instabilität erfahrungsgemäss zu. Viele Frauen bestreiten ihren Lebensunterhalt durch kleine lokale Geschäfte. Angesichts der erhöhten Sicherheitslage in den kommenden Tagen sind sie stark verunsichert.
Resilienz und Selbstständigkeit auch in Krisenzeiten
Vor diesem Hintergrund ist die Arbeit des Elisabethenwerks des Frauenbund Schweiz und der Partnerorganisationen in Uganda von besonderer Bedeutung. Durch die Stärkung von Frauen – insbesondere durch Förderung wirtschaftlicher Selbstständigkeit, Bildung, sozialer Organisation und Bewusstsein für ihre Rechte – trägt das Elisabethenwerk dazu bei, Resilienz aufzubauen und Handlungsspielräume zu erweitern.
Die unterstützten Projekte ermöglichen es Frauen, ihre Lebensgrundlagen auch unter schwierigen politischen und sozialen Bedingungen zu sichern und weiterzuentwickeln sowie ihre Rolle in Familie und Gemeinschaft zu stärken. Damit leistet das Elisabethenwerk einen wichtigen Beitrag zu sozialem Zusammenhalt und nachhaltiger Entwicklung vor Ort.
Wahlresultat
Nach der Präsidentschaftswahl in Uganda bleibt Yoweri Museveni mit rund 71–72 Prozent der Stimmen im Amt. Herausforderer Bobi Wine erkennt das Ergebnis nicht an und spricht von Wahlmanipulation und Einschüchterung.
Die Wahl war von Repressionen begleitet: Sicherheitskräfte gingen gegen die Opposition vor, zeitweise wurde das Internet landesweit gesperrt. Nach der Abstimmung kam es zu Protesten, die Polizei und Militär gewaltsam auflösten. Dabei wurden laut Berichten mindestens sieben Menschen getötet, weitere festgenommen.
Die Opposition will das Ergebnis anfechten. Die politische Lage bleibt angespannt, während internationale Beobachter die Entwicklung kritisch verfolgen.
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