Wie Mädchen und Frauen ihre Zukunft selbst gestalten
Ein Reisebericht über die Projektbesuche des Elisabethenwerks in Indien
Frauen und Mädchen entwickeln neue Perspektiven, verbessern ihre Lebensbedingungen und setzen sich gemeinsam für ihre Rechte ein. Davon konnte sich Janne Roux, Programmverantwortliche des Elisabethenwerks, im August 2026 bei Besuchen von fünf Partnerprojekten in den Bundesstaaten Bihar und Odisha überzeugen. Gleichzeitig bleiben Armut, gesellschaftliche Ausgrenzung und traditionelle Rollenbilder grosse Herausforderungen.
Die Reise führte zu mehreren lokalen Partnerorganisationen, die Frauen und Mädchen mit unterschiedlichen Angeboten stärken. Im Fokus stehen der Zugang zu Bildung, das Aufbauen beruflicher Fähigkeiten und die Möglichkeit, das eigene Leben selbstbestimmter zu gestalten.
Menschen stärken, Perspektiven schaffen
Bei READ in Bihar erhalten Mädchen und Frauen Zugang zu Bildung und können ihre Fähigkeiten weiterentwickeln. Angebote wie Schneiderkurse und Müttergruppen vermitteln ihnen neue Kenntnisse und die Möglichkeit, ihren Alltag und ihre Zukunft aktiver mitzugestalten. Müttergruppen sind Zusammenschlüsse von Frauen, die sich gemeinsam für die Bildung und die Rechte ihrer Kinder einsetzen. Sie tauschen sich aus, informieren andere Eltern und engagieren sich für bessere Bildungschancen und die Förderung von Mädchen in ihren Gemeinden.
Bei Manthan treffen sich Mädchen in Jugendgruppen, um sich über Gesundheit, Kinderheirat und Gewalt auszutauschen. Sie lernen ihre Rechte kennen und entwickeln eigene Zukunftspläne. Berufsausbildungen, etwa in Schneiderei oder Kosmetik, eröffnen ihnen zusätzliche Möglichkeiten, später ein eigenes Einkommen zu erzielen.
CHIRAG unterstützt Frauen dabei, sich in Spar- und Kreditgruppen zusammenzuschliessen. Sie lernen, Geld zurückzulegen, Darlehen zu vergeben und kleine Einkommensquellen aufzubauen. So stärken sie ihre wirtschaftliche Selbstständigkeit und ihre Rolle in der Gemeinschaft.
Bei Sangrami und VIEWS in Odisha stehen ebenfalls die Rechte und Chancen von Frauen und Mädchen im Zentrum. Lernangebote unterstützen Kinder dabei, die Schule weiterhin zu besuchen. Mädchenclubs fördern das Selbstvertrauen und das gemeinschaftliche Engagement. Wie wirksam das sein kann, zeigte ein konkretes Beispiel: Als Mädchen und Jugendliche beschädigte Abwasserkanäle in ihren Dörfern bemerkten, blieben sie nicht untätig. Sie machten die lokalen Behörden auf das Problem aufmerksam und diese reagierten. Die Kanäle wurden repariert.
Das ist ein wichtiger Beitrag zur Gesundheit der gesamten Bevölkerung. Beschädigte oder verstopfte Abwasserkanäle können dazu führen, dass verschmutztes Wasser in die Umgebung gelangt und sich dort Krankheitserreger ausbreiten. Stehendes Abwasser zieht zudem Insekten an und kann zur Verunreinigung von Böden und Wasserquellen beitragen.
Funktionierende Abwasserkanäle helfen deshalb, Gesundheitsrisiken zu verringern und ein saubereres, sichereres und gesünderes Lebensumfeld für die Menschen zu schaffen.
Doch die Mädchen und Jugendlichen wollen noch mehr erreichen. Als nächsten Schritt möchten sie sich dafür einsetzen, dass Latrinen gebaut werden. Damit wollen sie die hygienischen Bedingungen weiter verbessern. Ihr Engagement zeigt: Wenn Mädchen das Wissen, das Selbstvertrauen und die Möglichkeit erhalten, ihre Anliegen einzubringen, können sie konkrete Verbesserungen anstossen – zum Wohl ihrer ganzen Gemeinschaft.
Was es für dauerhafte Fortschritte braucht
Die Begegnungen zeigten, wie kleine Schritte nachhaltige Veränderungen bringen. Wenn Mädchen ihre Rechte kennen, Frauen durch gemeinsames Sparen wirtschaftliche Perspektiven erhalten und Kinder ihre Anliegen einbringen können, eröffnen sich neue Möglichkeiten: Für sie selbst, ihre Familien und ihre Gemeinschaften.
Bildung, berufliche Fähigkeiten und lokale Zusammenarbeit schaffen Grundlagen für ein selbstbestimmteres Leben. Damit diese Chancen Frauen und Mädchen längerfristig offenstehen, brauchen die Projekte langfristige Begleitung und verlässliche Unterstützung.
- Ihre Unterstützung stärkt Frauen und Mädchen.
- Ihre Hilfe eröffnet neue Perspektiven durch Bildungs- und Einkommensmöglichkeiten.
- Ihre Spende hilft Menschen, ihre Rechte wahrzunehmen und ihr Lebensumfeld mitzugestalten.
Veränderung ist möglich, wenn Menschen gestärkt werden und ihre Zukunft selbst in die Hand nehmen können.
Bilder von der Indienreise
Im August 2026 besuchte die Programmverantwortliche Janne Roux, fünf Partnerorganisationen in Indien, welche durch das Elisabethenwerk unterstützt werden.
Elisabethenwerk
Das Elisabethenwerk setzt sich seit 1958 für die ärmsten Frauen in Ländern des globalen Südens ein. Die Projekte in den aktuellen Projektländern Uganda und Indien werden von den Frauen in eigener Initiative mitgetragen, dadurch verbessern sie ihre Lebensbedingungen aus eigener Kraft.
Elisabethenwerk – «von Frauen – für Frauen»
Das Elisabethenwerk gehört zum Frauenbund Schweiz. Der Frauenbund setzt Spenden wirtschaftlich, zweckbestimmt und wirkungsvoll ein.
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