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Erkämpft, nicht geschenkt

Zum Internationalen Frauentag am 8. März 2026 lanciert der Frauenbund Schweiz die Kampagne «Frauenrechte. Erkämpft, nicht geschenkt.» und zeigt: Frauenrechte sind keine Selbstverständlichkeit. Was heute selbstverständlich wirkt, wurde erkämpft. Politische Mitsprache, rechtliche Selbstständigkeit, Schutz vor Gewalt oder kirchliche Handlungsspielräume sind das Ergebnis jahrzehntelangen feministischen Engagements in Gesellschaft und Kirche.Gleichstellung ist kein abgeschlossener Prozess. Rechte, die über Jahrzehnte erstritten wurden, geraten erneut unter Druck, rechtlich, kulturell und symbolisch. Was erkämpft wurde, muss sichtbar gemacht, geschützt und weiterentwickelt werden. Wir bleiben dran!

Gegen Rückschritt und religiöse Vereinnahmung

Feministische Errungenschaften bleiben nicht automatisch bestehen. Gleichstellung wird relativiert, politisch zurückgedrängt oder gesellschaftlich abgewertet. Ein Backlash ist spürbar. Gleichzeitig beobachten wir, dass rechte Kreise zunehmend theologische Argumente instrumentalisieren, um bestehende Ungleichheiten zu legitimieren. Als katholische Frauenorganisation widersetzt sich der Frauenbund Schweiz dieser Instrumentalisierung. Religion darf nicht zur Rechtfertigung von Diskriminierung missbraucht werden

Zwei Perspektiven, ein gemeinsames Anliegen

Die Kampagne beleuchtet Frauenrechte aus zwei verschiedenen Perspektiven.

Gesellschaftspolitisch: Im Fokus stehen rechtliche, soziale und politische Entwicklungen in der Schweiz. Dazu gehören Gleichstellung, Schutz vor Gewalt, Selbstbestimmung, soziale Absicherung und wirtschaftliche Unabhängigkeit. Historische Meilensteine wie das Frauenstimmrecht 1971, die Gleichstellung in der Bundesverfassung 1981, das neue Eherecht 1988, das Gleichstellungsgesetz 1996 oder die Strafbarkeit von Vergewaltigung in der Ehe 1992 werden eingeordnet und in ihrer heutigen Bedeutung sichtbar gemacht.

Kirchenpolitisch: Thematisiert werden Machtverhältnisse, Rollenbilder und Handlungsspielräume von Frauen in Kirche und Theologie. Kirchliche Frauenbilder sind historisch stark von theologischen Deutungen geprägt, die definieren, «wie» Frauen sind oder sein sollen, etwa demütig, dienend, mütterlich oder hingebungsvoll. Symbolische Bilder wie Maria, einzelne Heilige oder Metaphern wie «Kirche als Braut» und «Mutter Kirche» wirken bis heute und werden oft herangezogen, um die fehlende Gleichstellung zu begründen.

Gemeinsam dranbleiben!

Mach mit!

Die Kampagne lebt von dir, deinem Engagement und deiner Haltung. Bring das Thema in deinen Verein, in deinen Vorstand oder in deine Pfarrei. Vielleicht mit einem kurzen Impuls, einem Themenabend oder einer gemeinsamen Diskussion. Oft entstehen wichtige Gedanken genau dort, wo wir uns austauschen.

Teile unsere kurzen Video Impulse und Beiträge in deinem Netzwerk oder nutze die Serie «Frauen schreiben Kirchen Geschichte» als Grundlage für Gespräche, Bildungsarbeit oder spirituelle Anlässe. So wächst die Wirkung Schritt für Schritt.

Am 1. Oktober 2026, von 18.30 bis 20.00 Uhr laden wir zu unserem öffentlichen Podium zum Thema Femizid ein. Die Veranstaltung findet in Zusammenarbeit mit der Paulus Akademie in Zürich statt. Im Anschluss gibt es einen Umtrunk für Austausch und Begegnung. 

Setze ein sichtbares Zeichen mit dem Sticker «Frauenrechte. Erkämpft, nicht geschenkt.». Manchmal beginnt ein gutes Gespräch genau dort, wo etwas sichtbar wird.

Die Kampagne verbindet gesellschafts- und kirchenpolitische Perspektiven. Sie betrifft das öffentliche Leben ebenso wie kirchliche Strukturen, politische Entscheidungen ebenso wie religiöse Deutungen. Frauenrechte sind immer auch Ausdruck unseres Verständnisses von Würde, Gerechtigkeit und Verantwortung.

Politische Mitsprache, rechtliche Gleichstellung und persönliche Selbstbestimmung sind keine Selbstverständlichkeiten. Sie sind das Ergebnis jahrzehntelanger Auseinandersetzungen, beharrlicher Arbeit und grosser persönlicher Risiken vieler Frauen.Ob Frauenstimmrecht, Gleichstellung in der Bundesverfassung oder Reformen im Eherecht. Jeder dieser Meilensteine wurde erstritten. Die Geschichte macht deutlich: Demokratie entwickelt sich. Und sie braucht Menschen, die Verantwortung übernehmen.

Gleichberechtigung und Gleichstellung sind kein Trend und keine Frage wechselnder Mehrheiten. Sie gehören zu den grundlegenden demokratischen Prinzipien unseres Landes. Gleichberechtigung bedeutet, dass Frauen und Männer rechtlich die gleichen Rechte haben, während Gleichstellung darauf abzielt, dass diese Rechte im Alltag tatsächlich gleich wirksam werden und bestehende Benachteiligungen abgebaut werden. Sie sind das Ergebnis langer gesellschaftlicher Entwicklungen und klarer rechtlicher Entscheidungen. Damit Gleichberechtigung und Gleichstellung Bestand haben, braucht es klare gesetzliche Grundlagen, stabile Strukturen und ausreichend Ressourcen. Gleichstellungsarbeit, Schutzangebote, Beratungsstellen und Präventionsprogramme können nur wirksam sein, wenn die notwendigen Mittel langfristig gesichert sind.

Frauen prägen Kirche. Oft selbstverständlich, manchmal im Hintergrund, immer mit grossem Engagement. Sie gestalten Liturgie, leiten Wortgottesfeiern, begleiten Menschen in Lebensübergängen, engagieren sich in der Seelsorge, in Bildungsarbeit und in sozialen Projekten. Sie übernehmen Verantwortung in Pfarreien, Vereinen und kirchlichen Gremien. Ohne das vielfältige Engagement von Frauen wäre kirchliches Leben in der Schweiz nicht denkbar. Als Frauenbund Schweiz sind wir überzeugt: Kirche gewinnt, wenn Frauen ihre Gaben, ihre Perspektiven und ihre Leitungskompetenz einbringen können. Eine lebendige Kirche erkennt diese Realität an und entwickelt ihre Strukturen entsprechend weiter.

Vorstellungen über Geschlechterrollen sind historisch gewachsen und wurden über Generationen theologisch gedeutet. Oft waren es Männer, die biblische Texte auslegten und kirchliche Lehre prägten. Frauenfiguren wurden dabei häufig übersehen oder auf dienende Rollen reduziert, während Maria zu einem idealisierten Frauenbild erhoben wurde. Solche einseitigen Deutungen wirken bis heute nach. Feministische Theologie fragt, wie diese Auslegungen entstanden sind, und macht befreiende Perspektiven sichtbar. Sie zeigt, dass viele Geschlechterrollen kulturell geprägt und nicht göttlich festgelegt sind. Als Frauenbund Schweiz sind wir überzeugt: Der Kern des Evangeliums ist die gleiche Würde aller Menschen. Daran sollen sich auch kirchliche Strukturen und Bilder messen lassen.

Die Kampagne beleuchtet Frauenrechte gesellschaftspolitisch und kirchenpolitisch. Mit verschiedenen, aufeinander abgestimmten Formaten bleibt das Anliegen kontinuierlich präsent und wird vertieft.

Kurze Video-Impulse auf Social Media unter dem Titel «Erkämpft. Nicht geschenkt.» greifen gesellschaftliche und kirchliche Errungenschaften auf und erinnern in knapper Form daran, dass Gleichstellung nicht selbstverständlich ist. Parallel dazu porträtiert die redaktionelle Serie «Frauen schreiben (Kirchen)Geschichte» Frauen, die eigenständig und für ihre Zeit unkonventionell lebten und bestehende Rollenbilder durchbrachen. 

Am 1. Oktober 2026 findet in Zusammenarbeit mit der Paulus Akademie ein öffentliches Podium zum Thema Femizid statt. Es bringt gesellschaftliche Verantwortung und kirchliche Perspektiven ins Gespräch.

Alle Massnahmen greifen ineinander und ergänzen die laufende Arbeit des Frauenbund Schweiz als politische Interessenvertretung.

Kampagnen-Sticker

Der Sticker «Frauenrechte. Erkämpft, nicht geschenkt.» trägt die zentrale Botschaft der Kampagne sichtbar in den Alltag. Er steht für die Überzeugung, dass Gleichberechtigung keine Selbstverständlichkeit ist, sondern das Ergebnis von Engagement und Ausdauer. Zugleich erinnert er daran, wachsam zu bleiben und das Erreichte zu sichern. Was erkämpft wurde, zählt. Wir bleiben dran!

Ziele der Kampagne

  • Sensibilisierung für den aktuellen Backlash gegen Frauenrechte
  • Sichtbarmachung feministischer Errungenschaften und ihrer Bedeutung für den Alltag
  • Stärkung des Bewusstseins, dass Rechte geschützt und verteidigt werden müssen
  • Förderung des Dialogs zu Frauenrechten in Gesellschaft, Politik und Kirche
  • Ermutigung, Errungenschaften weiter auszubauen und sich nicht auf dem Erreichten auszuruhen
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