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Medienmitteilungen 01.06.2026 | Frauenbund – Frauennetzwerk – Vereinsleben

Frauenbund Schweiz zeigt sich an Delegiertenversammlung «überraschend anders katholisch»

Frauenbund Schweiz hat am Samstag, dem 30. Mai, seine Delegiertenversammlung in Weinfelden durchgeführt. Delegierte aus der ganzen Schweiz kamen zusammen, um über statutarische Geschäfte, Wahlen sowie aktuelle gesellschaftliche, kirchliche und frauenpolitische Themen zu beraten. Die Delegiertenversammlung ist das oberste Organ des Frauenbund Schweiz. Erstmalig führte das Co-Präsidium durch die Versammlung.

Bundesrätin Karin Keller-Sutter (mittig) mit den Co-Präsidentinnen des Frauenbund Schweiz Pia Viel (l.) und Katharina Jost Graf (r.) an der Delegiertenversammlung 2026 in Weinfelden.

Die diesjährige Versammlung des Dachverbands katholischer Frauenvereine der Schweiz stand unter dem Motto «überraschend anders katholisch». Gastgeberin war der TKF Thurgauischer Katholischer Frauenbund. Präsidentin Judith Iten-Auf der Maur begrüsste die Delegierten und lud dazu ein, den selbstgemachten Most zu probieren, den sie für die rund 240 Anwesenden mitbrachte. Mit grosser Unterstützung von Frauen aus Thurgauer Ortsvereinen dekorierte der Kantonalverband das Foyer mit frischen Äpfeln und den Saal mit Gebäck und thurgauischen Feldblumen in dekorativen Cider- und Mostflaschen.

Erste Delegiertenversammlung nach Namensänderung

Besondere Bedeutung erhielt die Delegiertenversammlung, weil sie die erste seit der Namensänderung der grössten katholischen Frauenorganisation der Schweiz war: 2025 wurde aus «SKF Schweizerischer Katholischer Frauenbund» «Frauenbund Schweiz» begleitet vom Claim «überraschend anders katholisch».

Die Welt umarmen

Die Delegiertenversammlung begann mit einer spirituellen Einstimmung zum Leitmotiv der «weltumarmenden Frau». Dabei wurde auch an die ursprüngliche Bedeutung des Wortes «katholisch» erinnert: Es leitet sich vom griechischen «katholikos» ab und bedeutet «umfassend» oder «das Ganze betreffend». Das Bild der weltumarmenden Frau griff diesen Gedanken auf: «überraschend anders katholisch» bedeutet, den Blick nicht auf das Eigene zu verengen, sondern die ganze Welt, ihre Menschen, ihre Hoffnungen und ihre Nöte in den Blick zu nehmen und Verantwortung für das gemeinsame Ganze zu übernehmen.

Kampagne gegen antifeministischen Backlash

Zudem stellte der Verband seine neue Kampagne «Frauenrechte. Erkämpft, nicht geschenkt.» vor. Die Kampagne macht sichtbar, dass viele Rechte und Freiheiten von Frauen hart erkämpft wurden und keineswegs selbstverständlich sind.

Gleichzeitig reagiert sie auf den zunehmenden antifeministischen Backlash, der sich auch in rechten Online-Milieus, sozialen Medien und politischen Debatten zeigt. Der Frauenbund kritisiert insbesondere, dass dabei zunehmend auch religiöse Narrative genutzt werden, um traditionelle Geschlechterrollen zu propagieren und Gleichstellung infrage zu stellen. «Frauenrechte geraten weltweit wieder stärker unter Druck. Gerade deshalb ist es wichtig, daran zu erinnern, dass Gleichstellung nie selbstverständlich war, sondern immer erkämpft werden musste und muss», sagt Katharina Jost Graf, Co-Präsidentin des Frauenbund Schweiz.

Grussworte aus Politik, Kirche und Zivilgesellschaft

Zur Delegiertenversammlung richteten mehrere Gäste Grussworte an die Anwesenden, darunter Bundesrätin Karin Keller-Sutter, Dominique Bornhauser, Stadträtin von Weinfelden mit dem Ressort Soziales, Michaela Berger-Bühler, Generalsekretärin der Katholischen Landeskirche Thurgau, Yvonne Feri, Präsidentin von femmes protestantes, sowie Urs Brosi, Generalsekretär der Römisch-Katholischen Zentralkonferenz RKZ.

Michaela Berger-Bühler würdigte das Engagement der Frauen im Frauenbund Schweiz als unverzichtbaren Beitrag für eine lebendige Kirche. Die Namensänderung des Frauenbund Schweiz sei ein sichtbares Zeichen für die Bereitschaft, sich weiterzuentwickeln und mit Kreativität, Gemeinschaftssinn und Tatkraft die Zukunft mitzugestalten.

Yvonne Feri, Präsidentin femmes protestantes, würdigte das langjährige Engagement des Frauenbund Schweiz für die Rechte von Frauen. Zudem stellte sie das Projekt «Team Maria» ihrer Organisation vor.

Besuch aus Bundesbern

Bundesrätin Karin Keller-Sutter erinnerte daran, dass Frauen sich ihre Stimme und ihre Rechte nicht einfach hätten geben lassen, sondern sich Gehör verschaffen mussten. Anhand der Geschichte der Frauenbewegung verdeutlicht sie, welchen Widerständen Frauen im Kampf um ihre Rechte ausgesetzt waren. Sie erinnert an diskriminierende Kampagnen gegen das Frauenstimmrecht und daran, dass selbst wissenschaftliche Erkenntnisse die Vorurteile gegenüber Frauen lange nicht beseitigen konnten. Wer gehört werden wolle, müsse Widerspruch aushalten können. Echten Fortschritt ermögliche nur der Dialog zwischen Menschen und Nationen. In diesem Zusammenhang verwies die Ostschweizerin auf die erste Enzyklika von Papst Leo XIV., die die Bedeutung menschlicher Begegnung betone und deutlich mache, dass echter Dialog nicht durch die Kommunikation mit künstlicher Intelligenz ersetzt werden könne.

Drei neue Frauen im Vorstand

Mit drei Neuwahlen erhielt der Vorstand des Frauenbund Schweiz Verstärkung. Die neu gewählten Vorstandsfrauen bringen unterschiedliche berufliche und persönliche Hintergründe sowie vielfältige Erfahrungen aus Kirche, Gesellschaft und Verbandsarbeit mit. «Es freut uns sehr, dass sich mit Diana Schor-Hayoz, Melanie Wächtler und Sophie Zimmermann gleich drei engagierte und kompetente Frauen bereit erklärt haben, Verantwortung im Vorstand zu übernehmen. Sie bringen wertvolle Perspektiven und viel Herzblut für die Anliegen von Frauen in Kirche und Gesellschaft mit», sagt Pia Viel, Co-Präsidentin Frauenbund Schweiz.

Dank an langjährige Vorstandsmitglieder

Mit grossem Dank und Wertschätzung verabschiedete der Verband ausserdem drei langjährige Vorstandsmitglieder: Iva Boutellier, Lydia Corradini-Renggli und Fabienne Roos, die den Frauenbund Schweiz über viele Jahre hinweg geprägt und mitgestaltet haben.

Solidarität sichtbar gemacht

Auch das 50-Jahr-Jubiläum des Solidaritätsfonds für Mutter und Kind war an der Delegiertenversammlung sichtbar präsent. Der Fonds war mit einem Stand vertreten und wurde auf sympathische Weise Teil des gesamten Anlasses: Sowohl der Vorstand als auch die Mitarbeiterinnen der Geschäftsstelle trugen das eigens für das Jubiläum gestaltete T-Shirt und setzten damit ein gemeinsames Zeichen der Verbundenheit und Solidarität.

Jahresbericht, Budget und Statutenänderung

Im statutarischen Teil wurde der Jahresbericht 2025 vorgestellt, der erstmals vollständig digital umgesetzt wurde. Zudem verabschiedeten die Delegierten die Jahresrechnung 2025 sowie das Budget 2026. Im Zuge der Namensänderung des Verbands wurde ausserdem eine Statutenänderung beschlossen. Angenommen wurde eine Erhöhung der Beiträge für Einzelmitgliedschaften, während die Anpassung der Anzahl Delegierter abgewiesen wurde.

Kreatives Rahmenprogramm

Für besondere Unterhaltung sorgte Rahel Wohlgensinger, die mit ihrem Auftritt samt Wildsau einen kreativen und überraschenden Akzent setzte.

 

Bilder der DV 2026

 

Kontakt für Medienanfragen

Sarah Paciarelli, Kommunikation, sarah.paciarelli@frauenbund.ch, 041 226 02 18

Frauenbund Schweiz
Der Frauenbund Schweiz ist mit 100'000 Mitgliedern, 17 Kantonalverbänden, 500 Ortsvereinen und zwei Hilfswerken das grösste konfessionelle Frauennetzwerk der Schweiz. Der Frauenbund Schweiz wirkt überraschend anders katholisch und engagiert sich für die Rechte aller Frauen in Gesellschaft, Kirche, Wirtschaft und Politik. www.frauenbund.ch

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