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News 21.03.2026 | Elisabethenwerk – Frauenbund

So wirkte das Elisabethenwerk 2025

Seifenproduktion in Uganda.

Ganz nach der Devise «von Frauen – für Frauen» engagierte sich das Elisabethenwerk im Jahr 2025 für die wirtschaftliche, soziale und rechtliche Besserstellung von Frauen im globalen Süden und in der Armutsbekämpfung. Dabei standen die Förderung von marginalisierten Frauen und Mädchen, die nachhaltige Entwicklung mit Fokus auf Hilfe zur Selbsthilfe und die Verteidigung von Frauenrechten im Vordergrund. Das Solidaritätswerk des Frauenbund Schweiz ist in Uganda und Indien aktiv. 

Dank Spenden konnten 32 Projekte umgesetzt werden – 18 in Indien und 14 in Uganda. Das Elisabethenwerk unterstützte über 29’000 Frauen und Mädchen mit Bildungsangeboten, eröffnete ihnen Einkommensmöglichkeiten und ermöglichte den Zugang zu besserer Gesundheitsversorgung. Insgesamt profitierten rund 150’000 Menschen direkt und indirekt von der Hilfe des Elisabethenwerks. Die Projektfinanzierung bleibt herausfordernd, da steigende Lebenshaltungskosten und soziale Ungleichheiten den Unterstützungsbedarf erhöhen.

Wichtig war auch 2025 die enge Zusammenarbeit zwischen den lokalen Partnerorganisationen und Beraterinnen sowie der Programmverantwortlichen in der Schweiz. Sie ermöglichte eine bedarfsorientierte Umsetzung und eine nachhaltige Wirkung der Projekte. Qualität, Wirkung und Transparenz wurden auch 2025 durch das ZEWO-Gütesiegel bestätigt.

Informationen aus unseren Projektländern

Ugandas Bevölkerung war 2025 mit hohen Preisen für Lebensmittel, Treibstoff und weitere Güter konfrontiert, speziell in ländlichen Regionen. Frauen und ältere Menschen blieben besonders verletzlich gegenüber Diskriminierung, Gewalt oder Isolation. Politisch war das Land vom Vorfeld der Wahlen 2026 geprägt, was die Handlungsspielräume von Opposition, Medien und Zivilgesellschaft einschränkte, unter anderem durch zeitweilige Internetabschaltungen durch die Regierung. 

Das Elisabethenwerk intensivierte die Zusammenarbeit mit bestehenden Partnerorganisationen und prüfte neue Partnerschaften. Seit Mai 2025 laufen Projekte mit drei neuen Partnern, darunter die Aged Family Uganda (TAFU), die 100 ältere Menschen in wirtschaftlicher Selbstständigkeit, Ernährungssicherung und sozialer Teilhabe unterstützen. Schulungen in Unternehmertum, Landwirtschaft und gemeinschaftlichem Sparen stärken die ökonomische Unabhängigkeit der Senior:innen und wirken positiv auf die Gemeinschaft.

Die Projekte trugen wesentlich zur Resilienz vulnerabler Gruppen und zur langfristigen Stärkung von Frauen, älteren Menschen und ihren Gemeinschaften bei.

Die Zusammenarbeit mit den drei Regionen, die Teil des UPWOSED-Programms (Ugandan Partnership of Women for Self Help Development, Ugandische Frauenpartnerschaft für Entwicklung zur Selbsthilfe) sind, wurde für weitere zwei Jahre von der Projektkommission des Elisabethenwerks bewilligt.

Kleinbäuerin produziert Bananen für den lokalen Markt und für den Eigenbedarf.
Projektteilnehmerin bei der Herstellung von Accessoires für den Verkauf.
Abschlussfeier und Zeugnisübergabe des Schneiderei-Kurses.
Ausbildung zur Coiffeuse für junge Frauen und Mütter.
Gesundheitscheck und Aufklärung für Rentner:innen.
Schulung für Rentner:innen im Gemüseanbau für Haushaltsgärten.

Auch 2025 konzentrierte sich die Projektarbeit in Indien auf Frauenrechte und sozioökonomische Teilhabe. Partnerorganisationen unterstützen Frauen beim Aufbau von Einkommen, Selbstvertrauen und sozialer Partizipation. Schwerpunkte waren Landwirtschaftsschulungen, Spar- und Kreditgruppen sowie Sensibilisierung zu Frauenrechten. Zudem startete 2025 die Zusammenarbeit mit einer neuen Partnerorganisation, die ihr Projekt erfolgreich umsetzt.

Politisch bleibt Indien herausfordernd: Zentralisierung der Macht und Streichungen aus Wählerregistern betreffen besonders marginalisierte Gruppen wie Adivasi und Dalits*. Sozial bestehen patriarchale Strukturen, Ungleichheiten und Diskriminierung. Hohe Lebenshaltungskosten belasten insbesondere Frauen.

Die Projekte des Elisabethenwerks stärken Frauen, sichern Einkommen und fördern gesellschaftliche Teilhabe, wodurch sie Hoffnung und Perspektiven für marginalisierte Gruppen schaffen.

 

* In Indien fördern unsere Projekte vor allem die sozial stark benachteiligten Adivasi- und Dalit-Frauen. Dalit bedeutet «unterdrückt» und ist die Selbstbezeichnung der tiefsten Kasten. Dalit-Angehörige sind von vielen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens ausgeschlossen. Sie machen aber ein Sechstel der indischen Bevölkerung aus. Adivasi ist ein Überbegriff für mehr als 600 indigene Volksgruppen. Sie sind sozial noch schlechter gestellt als die Dalit.

Teilnehmerinnen von Schneiderei-Ausbildung.
Ausbildung zur Labor-Assistentin.
Mit Hühnerzucht das Haushaltseinkommen verbessern.
Gemüseanbau im Haushaltsgarten.

Ausblick 2026: Vor Ort für mehr Wirkung – Austausch und Monitoring

Im Februar reist die Programmverantwortliche nach Uganda, um mit der lokalen Beraterin drei Projekte rund um Kampala zu besuchen, Fortschritte zu prüfen und den Austausch zu stärken.

Später im Jahr folgt ein Projektbesuch in Indien, kombiniert mit einem dreitägigen Partnerworkshop in Puri, um Erfahrungen auszutauschen und neue Initiativen zu planen. 

Diese Aktivitäten sichern die Effizienz, Nachhaltigkeit und langfristige Wirkung der Unterstützung von Frauen und Mädchen in beiden Ländern.

über 29'000

Frauen und Mädchen waren in die 30 Projekte des Elisabethenwerks involviert.

150'000

Menschen kamen die Projekte des Elisabethenwerks zugute. 

100 ältere Personen, 

überwiegend Frauen, wurden in Uganda in nachhaltiger Landwirtschaft, Ernährung und Einkommensgenerierung geschult.

4

neue Partnerorganisationen in Indien und Uganda setzen ihre Projekte erfolgreich um.

Zwei Beispiele unserer Hilfe im 2025

Stellvertretend für die Projekte, die das Elisabethenwerk 2025 umgesetzt hat, erzählen zwei Frauen, was mit Unterstützung des Elisabethenwerks bewegt wird:

News

25. September 2025

Prameela Kondaguri – Odisha, Indien

Bohnen sichern die Ausbildung der Kinder

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9. Juni 2025

Pinki Devi – Baliyari, Indien

Von der Waisen zur inspirierenden Führungspersönlichkeit

Darüber berichtete das Elisabethenwerk 2025

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17. November 2025

Frauen am Rand der Demokratie

In Bihar in Indien fielen viele Bürger:innen aus dem Wählerregister und verloren so ihre Stimme. Wie konnte dies passieren? Und wie können Stimmberechtigte ihr Wahlrecht wiedererlangen? 

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27. Juni 2025

Der richtige Ansatz, um Frauen in Uganda zu stärken

Spar- und Kreditgruppen stärken Frauen und ebnen ihren Weg zu finanzieller Unabhängigkeit. Eine aktuelle Überprüfung zeigt: Das UPWOSED-Programm* des Elisabethenwerks erreicht die Frauen, die es am meisten brauchen.

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31. Oktober 2025

Neue Projekte des Elisabethenwerks in Indien und Uganda

Jahr für Jahr unterstützt das Elisabethenwerk rund 30 Projekte und fördert mehrere Zehntausend Frauen und Mädchen. Vier stellen wir hier stellvertretend vor.

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10. Februar 2025

USAID-Kürzungen: Amerikanisches Powerplay auf Kosten der Schwächsten

Der Entscheid der neuen US-Regierung, die Entwicklungsgelder von USAID zu stoppen oder zu kürzen, trifft Uganda besonders hart – vor allem die Ärmsten der Armen.

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